ACO droht zu schnellen privaten LMP1 mit harten Strafen

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ACO droht zu schnellen privaten LMP1 mit harten Strafen
Heiko Stritzke
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Gary Watkins
15.02.2018, 13:37

Der ACO behält sich das Recht vor, die privaten LMP1-Boliden mit harten Strafen zu belegen, sollten sie Toyota in der WEC 2018/19 um die Ohren fahren

Mit gleich drei neuen LMP1-Boliden verbucht die Königsklasse des Langstreckensports für die WEC-"Supersaison" 2018/19 großen Zuwachs. Doch die WEC-Macher stehen vor einer großen Aufgabe. Da Toyota als letztes verbliebenes Werksteam auf einen Hybridantrieb setzt, gilt es, die neuen privaten Boliden an die TS050 Hybrid anzugleichen. Der Le-Mans-Veranstalter ACO, der die Hoheit über das LMP1-Reglement hat, hat sich zum Ziel gesetzt, dass die LMP1-Kategorie auf ähnlichem Leistungsniveau fährt - eine Herkulesaufgabe alleine schon für sich.

Angesichts dreier neuer Fahrzeuge (Ginetta G60 LT-P1, Rebellion-Oreca R13, und Dallara BR1), die zum Teil mit verschiedenen Motoren antreten, wird das Balancing noch schwieriger. Aus diesem Grund haben sich die Regelmacher nun die Möglichkeit offen gehalten, an der Performance weitreichende Modifikationen vorzunehmen, sollten die Rennen nicht nach ihrem Geschmack verlaufen. Konkret heißt das: Wer zu schnell fährt, wird eingebremst.

ACO-Rennleiter Vincent Beaumesnil sagt gegenüber 'Motorsport.com': "Es wird ein Handicap-System geben, dessen Details wir später noch vorstellen werden. Es ist für den Fall, dass ein Nicht-Hybrid schneller ist als ein Hybrid. Der einzige Grund für einen solchen Fall würde darin bestehen, dass sie uns falsche Daten geliefert haben. Wir haben ihnen klar gemacht, dass wir ihnen ein gewisses Niveau an Performance zugestehen. Wenn sie über diesem Level fahren, haben sie uns in die Irre geführt."

 

Auf Datenmanipulation steht seit Veröffentlichung des Sportlichen Reglements in Paragraph 7.4 eine Stop-and-Go-Strafe von mindestens fünf Minuten mit möglichem Spielraum nach oben. Nun kommt noch das neue "System" hinzu, das Beaumesnil als "clever" beschreibt, weil es das Racing nicht stören würde. Sollten die Hybriden jedoch signifikant schneller fahren als die Nicht-Hybriden, gibt Beaumesnil zu, dass man keinerlei Maßnahme hätte, um die Privaten näher an Toyota heranzubringen.

Die Equivalence of Technologies (EoT) steht bis Le Mans 2018 fest, bevor sie abgeändert werden kann. Danach wird sie bis Le Mans 2019 festgeschrieben, also bis Saisonende. Das Problem dabei ist, dass die EoT keinerlei Entwicklungssprünge vorhersehen kann. Noch ist unklar, ob Hybriden oder die neueren Nicht-Hybriden die größeren Entwicklungsreserven haben.

Problematisch sind auch die unterschiedlichen Streckencharakteristiken. Die Nicht-Hybriden müssen ihr Beschleunigungs-Defizit mit höherem Topspeed wettmachen. Allerdings sind die Geraden auf den verschiedenen Strecken unterschiedlich lang, Le Mans sticht dabei natürlich heraus. Am anderen Ende des Spektrums stehen Strecken wie Silverstone mit vergleichsweise kurzen Geraden.

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Rennserie WEC
Urheber Heiko Stritzke
Artikelsorte News