Rennbericht

WEC 6h Silverstone

WEC Silverstone 2018: Alonso siegt schon wieder!

Alonso/Buemi/Nakajima (Toyota) fahren im dritten WEC-Saisonrennen den dritten Sieg ein - Ferrari bezwingt Porsche in engem GTE-Pro-Kampf - Pech für Project 1

Roman Wittemeier

Bearbeitet: 19.08.2018, 19:41

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#8 Toyota Gazoo Racing Toyota TS050: Sebastien Buemi, Kazuki Nakajima, Fernando Alonso

Formel-1-Superstar Fernando Alonso behält in seiner bisherigen WEC-Karriere eine weiße Weste. Der Spanier, der bereits in Spa und Le Mans gewonnen hatte, sicherte sich gemeinsam mit Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima auch den Erfolg in Silverstone. Das Trio im Toyota TS050 mit der Startnummer 8 setzt sich nach dem dritten Triumph im dritten Saisonrennen in der Gesamtwertung weiter ab.

Fotos: 6 Stunden von Silverstone 2018

Rennergebnis: 6 Stunden von Silverstone 2018

"Es war ein enger Kampf gegen das Schwesterauto. Es sah so aus, als würden wir immer zu Beginn eines Stints etwas langsamer sein als unser Schwesterauto, aber über die weitere Distanz drehte sich das dann um", fasst Fernando Alonso zusammen. Der Spanier, der erst vor wenigen Tagen seinen Abschied aus der Formel 1 verkündet hatte, genießt den WEC-Erfolg: "Wir fahren es aus, haben ein enges Duell. Macht viel Spaß!"

 

Die Frühphase des Rennens bestimmte Kamui Kobayashi im Schwesterauto. Der Japaner, der sich das Fahrzeug mit der Startnummer 7 mit Mike Conway und Jose Maria Lopez teilt, war von der Pole-Position in den Lauf über sechs Stunden gestartet. Buemi kämpfte unterdessen auf Platz zwei zunächst mit erheblichem Untersteuern. An der #8 wechselte man daraufhin beim routinemäßigen Stopp die Front. Plötzlich stimmte das Tempo wieder.

Aufgrund unterschiedlicher Reifenstrategien wechselten sich die beiden Toyotas im Rennverlauf mehrfach an der Spitze ab. Die goldene Regel im Lager der Japaner: Wer nach dem letzten Service an der Spitze liegt, darf den Sieg nach Hause fahren. Und wieder war das Glück auf Seiten von Alonso/Buemi/Nakajima. Markenkollege Kamui Kobayashi hatte in seinem letzten Stint in Führung liegend einen kleinen Ausritt. Es gab kleine Schäden am Fahrzeug, die das Duell letztlich entschieden.

 

Private LMP1-Teams immer noch chancenlos

Trotz veränderter Equivalence-of-Technology (EoT) hatte Toyota weiterhin keine echten Gegner auf der Strecke. Rebellion sicherte sich mit Beche/Laurent/Menezes (#3) und Jani/Lotterer (#1) die Plätze drei und vier vor dem SMP-BR1-AER #17 von Orduschew/Sarrazin. Die Russen konnten das Tempo von Rebellion bestens mitgehen, waren aber in viele Zwischenfälle verwickelt. Das Schwesterauto von Jenson Button, Michail Aljoschin und Witali Petrow fiel nach nur 23 Runden mit Motorschaden aus.

 

Die privaten LMP1-Autos von DragonSpeed und ByKolles agierten mit Rebellion und SMP keineswegs auf Augenhöhe. Zudem wurde man durch technische Gebrechen zurückgeworfen. Webb/Binder (ByKolles #4) mussten ihr Auto nach 59 Runden abstellen. In der LMP2-Klasse gab es Probleme für jedes einzelne Fahrzeug. Am Ende holten sich die beiden Orecas von Jackie Chan DC einen Doppelerfolg. Die "Mighty #38" mit Tung/Aubry/Richelmi verwies die Teamkollegen auf Platz zwei.

Einen extrem spannenden Wettbewerb lieferten sich erneut die Hersteller der GTE-Pro-Szene. Porsche bestimmte die Frühphase, nachdem Kevin Estre das Auto #92 in einer wuseligen Startrunde von Platz fünf an die Spitze gefahren hatte. Doch mangelnde Reifenhaltbarkeit brachten später Ford in Front. Doch auch im Lager der Amerikaner gab es viel Pech. Man verlor viel Zeit beim Stopp unter Gelb. Mücke/Pla wurden durch einen defekten Türverschluss weit zurückgeworfen.

GTE-Pro-Hersteller alle nahezu auf Augenhöhe

In einem wahren Kampf mit sehr ähnlich scharfen Waffen entschied letztlich die Effizienz und Fehlerlosigkeit. Mit den geringsten Problemen kam der Ferrari #51 der Weltmeister Alessandro Pier Guidi und James Calado über die Runden. Das Duo sicherte sich seinen ersten Saisonerfolg im Ferrari 488 GTE Evo vor Lietz/Bruni (Porsche #91). Harry Tincknell brachte seinen Ford #67 auf den letzten Drücker im direkten Duell gegen Michael Christensen im Porsche #92 noch auf das Podest. BMW hatte kaum Chancen.

#56 Team Project 1 Porsche 911 RSR: Jorg Bergmeister, Patrick Lindsey, Egidio Perfetti

#56 Team Project 1 Porsche 911 RSR: Jorg Bergmeister, Patrick Lindsey, Egidio Perfetti

Foto: JEP / LAT Images

Die unbelohnten Helden des Rennens kamen aus dem Lager von Project 1. Das Porsche-Kundenteam aus Lohne hatte die Spitze auch aufgrund einer sensationellen Leistung von Gentleman-Fahrer Egidio Perfetti über weite Strecken bestimmt. Es drohte nur noch der Aston Martin #90 als Gegner. Beide Fahrzeuge stoppten jedoch unter Safety-Car-Bedingungen und kassierten 75-Sekunden-Strafen. Die Le-Mans-Sieger Ried/Campbell/Andlauer (Proton-Porsche #77) staubten ab. Jörg Bergmeister erkämpfte Project 1 in der letzten Runde noch den dritten Klassenrang.

Der WEC-Tross begibt sich nach dem heutigen 6-Stunden-Rennen in Silverstone nun auf die Übersee-Tournee. Das Material wird in den kommenden Tagen vom Hafen Southampton in Richtung Japan verschifft. Mitte Oktober steht der vierte Saisonlauf auf der Rennstrecke von Fuji auf dem Programm.

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