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Auf diese Klimakatastrophen macht die Extreme-E-Serie aufmerksam

Am kommenden Wochenende startet die Extreme-E-Serie in Saudi-Arabien in ihre erste Saison - Neben dem Racing stehen die Umwelt und das Klima im Mittelpunkt

Auf diese Klimakatastrophen macht die Extreme-E-Serie aufmerksam

Man nehme einen Elektro-SUV, einen Rennfahrer sowie eine Rennfahrerin, um auf der ganzen Welt auf losem Untergrund um die Wette zu fahren. Das ist das einfache Konzept der neuen Extreme-E-Serie, die am kommenden Wochenende in Saudi-Arabien in ihre erste Saison startet. Doch die Meisterschaft möchte mehr bieten als nur Rennsport.

Im Fokus stehen Klima- und Umweltkatastrophen, die Menschen sowie Natur bedrohen. An allen fünf Austragungsorten möchte die Extreme-E-Serie auf Missstände aufmerksam machen. Dabei geht es nicht nur darum, die Schäden zu zeigen, sondern auch Lösungen für die Probleme zu unterstützen. Mit dem sogenannten "Legacy-Programm" wird die Serie von Alejandro Agag, der auch die Formel E ins Leben gerufen hat, lokale Projekte fördern, um die Schäden einzudämmen und zu reparieren.

In der Saison 2021 werden die verschiedensten Klima- und Umwelteinflüsse thematisiert: Wüstenbildung, Erhöhung des Meeresspiegels, Erderwärmung, Rodung des Regenwaldes und Schmelzen der Gletscher. Diese fünf Katastrophen stehen in der ersten Extreme-E-Meisterschaft im Fokus.

Wüstenbildung: al-'Ula, Saudi-Arabien

Am kommenden Wochenende startet die Extreme-E-Serie in al-'Ula, Saudi-Arabien, in die erste Saison. Das Thema dort ist Desertifikation, auch Wüstenbildung genannt, die das Leben von Tier und Mensch bedroht. Im Zuge des Klimawandels trocknet der Boden aus und verliert so seine Fruchtbarkeit. Pro Jahr verliert die Erde rund 12 Millionen Hektar fruchtbaren Boden.

Ein weiteres Problem ist die Wasserknappheit, die durch die Wüstenbildung entsteht. Da die Böden nicht mehr zur landwirtschaftlichen Nutzung taugen, kann Desertifikation Menschen dazu zwingen, die Region zu verlassen und sich umzusiedeln. Experten warnen in Zukunft von zahlreichen Klimaflüchtlingen auf der Welt. Auch Tiere und Pflanzen verlieren wichtigen Lebensraum. Mit dem Rennen in al-'Ula möchte die Extreme-E-Serie auf diese Problematik aufmerksam machen.

Im Rahmen des Legacy-Programmes wird die Extreme-E-Serie die Schildkröten im Roten Meer schützen. Das Projekt schützt nicht nur die Tiere, sondern auch ihren natürlichen Lebensraum, der von der durch den Klimawandel bedingten Erosion bedroht ist. Agag erklärt: "Das Rote Meer beherbergt einige der vielfältigsten Ökosysteme der Welt und wir haben eng mit der Ba'a-Foundation zusammengearbeitet, um dieses wichtige Projekt zum Schutz der bedrohten Meeresschildkröten zu identifizieren."

Steigender Meeresspiegel: Retba-See, Senegal

Am 29. und 30. Mai startet die Serie am Retba-See, auch Lac Rose genannt, in Senegal. Der Salzsee, das ehemalige Ziel der Rallye Dakar, liegt in der Nähe der berühmten Stadt Dakar und an der Küste des Atlantiks. Der Klimawandel sorgt dafür, dass der Meeresspiegel steigt und Inseln sowie Küstenregionen in Gefahr geraten, überschwemmt zu werden. Außerdem haben in diesen Regionen auch immer extremere Wetterphänomene einen Einfluss auf das Leben der Menschen sowie Tiere und die Natur.

Eine weitere Katastrophe ist die Erosion durch beispielsweise Starkregen. Ackerflächen können so einfach weggeschwemmt werden, weshalb die landwirtschaftliche Nutzung der Böden in den betroffenen Regionen eingeschränkt wird. Wie bei der Wüstenbildung kann das dazu führen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln ins Wanken kommt und Menschen die betroffenen Gebiete verlassen müssen.

Die Extreme-E-Meisterschaft wird Ende Mai am See Lac Rose auf die Problematik aufmerksam machen. Ein Projekt für das Legacy-Programm wurde bisher nicht kommuniziert. Die Serie wird aber auch in der Region der senegalesischen Hauptstadt Dakar einen Partner bei der Verbesserung der Zustände unterstützen.

Erderwärmung: Kangerlussuaq, Grönland

Am 28. und 29. August wird das schwimmende Fahrerlager, die RMS St. Helena, Grönland ansteuern, um die Elektro-SUVs für ein Rennen nach Kangerlussuaq zu bringen. Die Erderwärmung lässt in der arktischen Region die riesigen Eisflächen schmelzen. Das Ergebnis ist der Anstieg des Meeresspiegels, der zahlreiche Regionen auf der Welt bedroht.

Durch das Schmelzen der Eisflächen werden außerdem seltene Tiere wie Eisbären und auch Arten der Ringelrobben bedroht. Die Polarregion ist Heimat zahlreicher weiterer Tierarten, die durch die Erderwärmung ihren Lebensraum verlieren. Außerdem halten die Polarkappen mit ihren Lichtreflektionseigenschaften das Klima auf der Erde im Gleichgewicht. Nach Informationen der NASA sind die Eisflächen in den vergangenen 40 Jahren pro Jahrzehnt um 12,8 Prozent geschrumpft.

Wie in Senegal ist noch nicht bekannt, welches Projekt die Extreme-E-Serie unterstützen wird, um dem Schmelzen der Eisflächen entgegenzuwirken. Mit dem Rennen in Grönland hat die Meisterschaft das Ziel, den Zuschauern die Problematik vor Augen zu führen.

Rodung des Regenwaldes: Santarem, Brasilien

Das Rennen am 23. und 24. Oktober findet in Santarem, Brasilien, statt. Der Amazonas gilt als Lunge der Erde und bindet wichtige Mengen an CO2. Jedoch wird der Regenwald in einem immensen Tempo gerodet, abgeholzt und damit unwiederbringlich zerstört. Pro Minute, so heißt es, werden Flächen von der Größe von drei Fußballfeldern vernichtet. Seit Amtsantritt der Regierung von Jair Bolsonaro wurde das Tempo der Rodung noch deutlich angezogen.

Die Folgen der Zerstörung des Regenwaldes sind immens. Es gehen damit nicht nur wichtige Ökosysteme verloren, sondern auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verschwinden für immer von der Bildfläche. Die Rodung könnte sogar Trockenheit in den Nachbarländern verursachen. Außerdem verliert die Erde einen seiner wichtigsten CO2-Speicher überhaupt, weshalb mit der Zerstörung des Dschungels die Erderwärmung vorangetrieben wird.

Die Extreme-E-Serie wird in einem Rodungsgebiet starten und zeigen, wie massiv die Schäden sind. Eine Aufforstung und damit Speicherung von Kohlenstoffdioxid soll mehr als 100 Jahre dauern. Doch davon kann aktuell keine Rede sein, weil die Zerstörung des Waldes sogar noch mehr Tempo aufnimmt. Die Serie unterstützt ein Programm, um den Regenwald in Brasilien wieder aufzuforsten.

Schmelzende Gletscher: Ushuaia, Argentinien

Das Saisonfinale der ersten Extreme-E-Saison findet am 11. und 12. Dezember in Ushuaia, Argentinien, statt. Thema des letzten Laufes der Debütmeisterschaft ist das Schmelzen der Gletscher. Der Klimawandel und die damit einhergehende Erderwärmung bedroht die Gletscher und den Permafrostboden in der argentinischen Region Tierra del Fuego.

Das Schmelzen der Gletscher führt ebenfalls zum Anstieg des Meeresspiegels, der für Mensch, Tier und Natur zur Bedrohung wird. Außerdem ist der Rückgang der Eisflächen ein Indikator für die Erderwärmung. Die Extreme-E-Serie wird auch in Argentinien ein Projekt unterstützen, um die Auswirkungen der Klimakatastrophe zu bekämpfen.

Die fünf Austragungsorte der elektrischen Off-Road-Serie, deren Format an den Rallycross-Sport erinnert, stehen sinnbildlich für die vielen Einflüsse des Klimawandels. Die Bilder aus der ganzen Welt sollen Zuschauer sensibilisieren und ihnen ins Gedächtnis rufen, dass die aktuelle Lage großen Einfluss auf die Umwelt, Tiere und Menschen in den betroffenen Regionen hat.

Mit Bildmaterial von Extreme E.

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Rennserie Extreme E
Urheber André Wiegold