Gemeinsames Rennen mit Super GT: Unfairer Vorteil für DTM?

geteilte inhalte
kommentare
Gemeinsames Rennen mit Super GT: Unfairer Vorteil für DTM?
Autor:
Co-Autor: Sven Haidinger
02.06.2019, 15:30

Die Super-GT-Piloten befürchten, beim gemeinsamen Fuji-Rennen mit der DTM auf verlorenem Posten zu stehen - Gerhard Berger glaubt das nicht

Ende der Saison 2019 werden DTM und Super GT noch näher zusammenrücken und erste gemeinsame Rennen austragen. Beim DTM-Finale werden mehrere japanische Wildcard-Starter erwartet. Im November steigt dann auf dem Fuji Speedway das erste gemeinsame Rennen als Showevent.

DTM-Reifenlieferant Hankook wurde als Ausrüster ausgewählt. Während in der Super GT freier Reifenwettbewerb mit vier involvierten Herstellern herrscht, werden in der DTM seit dem Neustart im Jahr 2000 Einheitsreifen verwendet.

Die Wahl auf Hankook macht es zwar für alle gleich, doch so mancher in Japan fürchtet, dass es für die DTM-Teams gleicher sein wird. "Die DTM-Teams fahren seit fünf Jahren mit diesem Reifen, plus das gesamte diese Jahr. Bei nur einem Rennen wird es ein wenig unfair für die Super-GT-Teams, weil wir keine Erfahrung mit dem Reifen haben", sagt der amtierende Meister Jenson Button.

Der frühere Formel-1-Pilot fügt aber auch hinzu, dass ein Rennen mit sechs verschiedenen Herstellern spannend sei. "Ein solches Spektakel ist, was beide Rennserien wollen - so viele Autos, die gegeneinander fahren. Ich denke, dass das lustig wird. Und es sollte Spaß machen. Ich hoffe bloß, dass der Vorteil für die europäischen Teams nicht unfair wird."

Super-GT-Teams dank Motoren-Erfahrung sogar im Vorteil?

DTM-Chef Gerhard Berger sieht es etwas anders. Eher seien die Super-GT-Teams beim Aufeinandertreffen im Vorteil: "Mit den Hankook-Reifen haben unsere Fahrer mehr Erfahrung. Es gibt aber auch andere Dinge. Die haben zum Beispiel den Motor schon seit vielen Jahren und sind uns da voraus." Zur Auffrischung: Das jetzige Super-GT-Reglement gilt seit 2014.

"Das wird sicherlich erst einmal ein Abtasten", prognostiziert er. "Da kann man noch nicht sagen: Der hat einen Vorteil oder der hat einen Nachteil. Das ist ja auch schon wieder spannend. Klar, der Jenson sitzt bei den Japanern und sagt: Alle Vorteile liegen da. Ich habe schon gesagt: Er soll einfach später bremsen. Das hat er irgendwann ja mal gelernt."

Jann Mardenborough, der seit 2017 in der GT500-Kategorie für Nissan an den Start geht, sieht im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' eine Möglichkeit, wie man einigermaßen Chancengleichheit beim Thema Reifen herstellen könnte: "Wenn die Teams auf denselben Hankook-Reifen wie in der DTM testen können, dann hätte niemand mehr einen Vorteil."

Es hat bereits Super-GT-Testfahrten mit Hankook-Reifen in Fuji im März gegeben. Diese waren aber beschränkt auf ein Team pro Hersteller. Audi-Motorsportchef Dieter Gass glaubt daher nicht an einen Nachteil für die Japaner: "Sie werden nichts dem Zufall überlassen und bereiten sich bereits vor. Und ich glaube nicht, dass wir einen großen Vorteil haben werden, wenn sie ein paar Tests durchführen."

Weitere Co-Autoren: Tomohiro Yoshita. Mit Bildmaterial von DTM.

Dovizioso gibt nach DTM-Vorbereitung zu: "Hatte am Anfang Angst"

Vorheriger Artikel

Dovizioso gibt nach DTM-Vorbereitung zu: "Hatte am Anfang Angst"

Nächster Artikel

DTM-Leader Philipp Eng: Das Geheimnis seiner Raketenstarts

DTM-Leader Philipp Eng: Das Geheimnis seiner Raketenstarts
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie DTM
Urheber Heiko Stritzke
Hier verpasst Du keine wichtige News