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Kurioser Wechsel: DTM und ADAC GT Masters tauschen Rennleiter

Die DTM erhält nach Sven Stoppes Wechsel zum ADAC GT Masters einen neuen Rennleiter: Es handelt sich um einen alten Bekannten - von der Konkurrenz

Kurioser Wechsel: DTM und ADAC GT Masters tauschen Rennleiter

Rennleiter-Wechsel zwischen den beiden rivalisierenden GT3-Sprintserien in Deutschland: Da der langjährige DTM-Rennleiter Sven Stoppe zum ADAC GT Masters wechselt, musste die DTM einen Ersatz finden.

Der AvD, der ab 2021 den DMSB als sportlicher Ausrichter bei der DTM ersetzt, entschied sich ausgerechnet für Niels Wittich, der in den vergangenen sieben Jahren beim ADAC GT Masters als Rennleiter fungierte.

"Ich freue mich darauf, diese Umstrukturierung mitaufzubauen", verweist der 49-Jährige im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf den Wechsel der DTM auf das GT3-Reglement. "Die Fahrzeuge ändern sich ja, deswegen ist auch das Gesamtkonstrukt neu. Das ist mit Sicherheit die schönste Herausforderung, abgesehen vom tollen Produkt."

Wer ist der neue DTM-Rennleiter?

Wittich ist in DTM-Kreisen kein Unbekannter: Der gebürtige Frankfurter ist seit rund 20 Jahren im DTM-Umfeld tätig und kennt daher alle Abläufe. In den vergangenen Jahren fungierte er in der DTM neben seiner Tätigkeit im ADAC GT Masters immer wieder als Stellvertreter von Rennleiter Stoppe. Er hatte aber auch die Rolle des Starters inne und war als Sicherheitsdelegierter für Streckensicherung und die DMSB-Staffel zuständig.

Und er verfügt auch über internationale Erfahrung: Bei der Formel E ist er aktuell Stellvertreter des US-amerikanischen Rennleiters Scot Elkins - und sorgt bei der Elektrorennserie außerdem für die Abnahme der Rennstrecken. In Saison 3, die 2016 und 2017 über die Bühne ging, hatte er die Rolle des Rennleiters inne.

Und auch im Formel-1-Umfeld ist Wittich, der gute Kontakte zur FIA hat, immer wieder anzutreffen: Aktuell reist er nach Bahrain, wo er bei der Formel 2 stellvertretender Rennleiter ist. Im Vorjahr agierte er im Zuge des Formel-1-Grand-Prix auf dem Nürburgring als Rennleiter für die Rahmenrennen.

Wittichs Motorsport-Anfänge liegen in der DTM

Mit seiner neuen DTM-Aufgabe schließt sich für ihn der Kreis, denn seine Anfänge im Motorsport erlebte Wittich, der Bauingenieurswesen studierte, in der Traditionsserie. "Ich habe bei einer Eventagentur in Frankfurt gearbeitet, die im Jahr 2000 Opel in der DTM als Kunden hatte", erzählt er. "Dort bin ich auch zum ersten Mal mit dem DMSB in Kontakt gekommen. Ich durfte damals Teile der Technischen Abnahme aufbauen."

Danach wurde Wittich technischer Kommissar und unterstützte in dieser Rolle die Techniker, ehe er 2009 erstmals als Rennleiter beim Volkswagen-Scirocco-Cup aktiv war. 2015 leitete er mit der Formel 2 in Monza erstmals ein internationales Rennen. 2020 konzentrierte sich Wittich komplett auf das ADAC GT Masters und war nicht mehr in der DTM aktiv, was an den Überschneidungen der beiden Serien lag.

Ob er glaubt, dass sich durch den Wechsel auf GT3-Boliden der Charakter der DTM-Rennen ändern könnte? "Es wird ein anderer Sport werden", antwortet er. "Es gibt ja nicht mehr die Konkurrenz zwischen zwei Herstellern, sondern zwischen Fahrern und Teams. Daher werden sich nicht zum Beispiel alle Mercedes-Teams zusammenschließen, um den Audi-Teams Punkte abzunehmen. Dieser Kampf Fahrer gegen Fahrer wird auch die Rennen verändern."

Race-Control-Team der DTM für 2021 steht bereits

Auch der Großteil des rund zehnköpfigen, vom AvD zusammengestellten Teams für die DTM-Wochenenden steht bereits. Es besteht aus einem Rennleiter, einem Stellvertreter und zwei Sportkommissaren - allerdings in doppelter Ausführung, da ein Team für die Hauptserie und das andere für die Rahmenrennen zuständig ist.

Das ist notwendig, falls nach dem Rennen eine Anhörung stattfindet und ein Vergehen verhandelt werden muss, während die Veranstaltung weiterläuft. Im Gegensatz zum Rest des Teams wird nur ein Rennarzt benötigt.

Mit Bildmaterial von privat.

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