Timo Glock: Gerne zehnmal pro Jahr im "Wohnzimmer Hockenheim" fahren

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Timo Glock: Gerne zehnmal pro Jahr im
Autor: Julia Spacek
25.10.2018, 07:35

Der Hockenheimring ist für Timo Glock ein erfolgreiches Pflaster, aber der BMW-Pilot rätselt, warum das so ist: "Ich kann hier machen was ich will und es funktioniert!"

Hockenheim und Timo Glock: Eine erfolgsversprechende Kombination. Sechs Mal stand der BMW-Fahrer in seinem ​"Wohnzimmer​" Hockenheimring in der DTM schon auf dem Podium. Davon zwei Mal als Sieger. Auch in der Nachwuchsserie GP2 durfte der Deutsche 2006 als Erster und Dritter auf das Treppchen klettern. Nur während seiner Zeit in der Formel 1 blieb ihm ein Besuch auf dem Podium vor heimischem Publikum verwehrt.

"Das ist mein Wohnzimmer. Ich habe mit meinem Sohn darüber nachgedacht, wie viele Pokale wir in Hockenheim schon gesammelt haben. Das sind schon ein paar. Ich weiß auch nicht ... Jedes Mal, wenn ich hier herkomme - ob es am Ende oder am Anfang des Jahres ist - sobald ich hier donnerstags reinfahre, dann weiß ich: Hier geht was​", hat Glock keine Erklärung dafür, warum er am Hockenheimring besser ist, als auf anderen Strecken.

Der Odenwälder ist im rund 50 Kilometer entfernten Lindenfels geboren und möglicherweise ist die Nähe zur Heimat ein Grund dafür, warum Glock sich im badischen Motodrom so wohl fühlt. ​"Ich weiß nicht, was in Hockenheim anders ist. Die Nähe zur Heimat, der Streckenchef Jochen Nerpel, bei dem ich jeden Morgen Kaffee im Sachs-Haus trinke. Es ist alles so wie vor zehn Jahren. Ich kann es nicht sagen."

"Strecke liegt mir einfach"

Die Strecke passe einfach zu seinem BMW, aber warum das so ist, ist für den 36-Jährigen ein Rätsel. ​"Das Set-up ist nicht groß anders. Die Strecke liegt mir einfach. Ich kann hier machen was ich will und es funktioniert​", sagt er. Mit einer Ausnahme: Im letzten Rennen der Saison 2018 wurde Glock ​"nur​" Zehnter. Eine kleine Enttäuschung, wenn man bedenkt, dass er 2017 und 2018 in fünf von acht Rennen auf dem Podium stand, einmal davon als Sieger.

Nicht nur wegen seiner Erfolgsgeschichte hat der Deutsche einen ganz spezielle Bitte an DTM-Chef Gerhard Berger. ​"Wir sollten Gerhard nochmal vorschlagen, im Rennkalender vielleicht zehnmal Hockenheim reinzuschrieben. Jedes Rennen ist hier ein Kracher​", schwärmt Glock über die spektakulären Rennen, die immer wieder in Hockenheim stattfinden. ​"Leute sind hier von hinten losgefahren und aufs Podium gekommen und andersherum. Kämpfe bis zum Abwiegen. Die Charakteristik passt einfach zu den Autos."

"Das Racing war in diesem Jahr herausragend. Es gab einen engen Wettbewerb zwischen allen Herstellern. Das Duell mit Rene hatte Ähnlichkeit mit meinem Duell mit Timo am ersten Wochenende. Die Stecke erlaubt einfach diese tollen Zweikämpfe​", stimmt DTM-Champion Gary Paffett zu.

Auch wenn er im nächsten Jahr nicht mehr in der DTM antritt, einen Rennkalender, in dem ausschließlich in Hockenheim gefahren wird, würde er nicht gerne sehen wollen. "Das könnte vielleicht etwas langweilig werden. Aber es ist eine großartige Strecke für unsere Autos, das macht wirklich Spaß​", so der Brite, der mit HWA in der Formel E wechselte.

Auf die Frage, was BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt von Glocks - nicht ganz ernst gemeintem - Vorschlag hält, antwortet er amüsiert: ​"Den Glock-Hockenheim-Cup." Zwar ist der Sportchef der Münchner begeistert von den spektakulären Rennen in Hockenheim, aber mehr als zwei Rennwochenenden dort pro Saison wären zu eintönig.

​"Uns alle begeistert diese Rennstrecke und die Rennen, die drauf stattfinden. Das haben wir drei Mal in diesem Jahr gesehen. Die Konfiguration, so wie die Strecke ist: Die lange Gerade, die Haarnadel-Kurve und danach die Ecken, wo du als Überholter wieder gegenhalten kannst - das ist eine Strecke, auf der die Tourenwagen zum Gelten kommen. Man kann sich auch etwas anlehnen. Das ist toller und packender Rennsport. So soll die DTM sein und so macht sie den Leuten Spaß."

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Artikel-Info

Rennserie DTM
Fahrer Timo Glock
Urheber Julia Spacek
Artikelsorte News