89 Prozent weniger CO2-Emissionen: Mercedes testet Biokraftstoff für LKWs

Das Mercedes-Team geht beim Thema Nachhaltigkeit in der Formel 1 weiter voran und hat jetzt erstmals erfolgreich Biokraftstoff in den Team-LKWs getestet

89 Prozent weniger CO2-Emissionen: Mercedes testet Biokraftstoff für LKWs
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Das Mercedes-Team hat im Rahmen der letzten drei Rennen der Europasaison 2022 einen Versuch zur Verwendung von Biokraftstoffen in seinen 16 Renntrucks abgeschlossen. Der Test war Teil des Bestrebens, die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren und bis 2030 einen verifizierten Netto-Null-Wert zu erreichen, und diente dazu, das Ausmaß der Kohlenstoffeinsparung und die positiven Auswirkungen zu verstehen, die durch die Verwendung von Biokraftstoffen erreicht werden können.

Gleichzeitig zeigte er die Herausforderungen bei der Beschaffung von Biokraftstoffen in ganz Europa auf und half dabei, die Entwicklung der Strategie zur bestmöglichen Verwendung nachhaltiger Kraftstoffe bei den Europarennen im Jahr 2023 zu unterstützen.

Der Versuch fand bei den Grands Prix von Belgien in Spa, der Niederlande in Zandvoort und von Italien in Monza statt, eine Strecke von etwa 1.400 Kilometern. Eine nach Abschluss des Versuchs durchgeführte Analyse ergab, dass durch die Verwendung des Biokraftstoffs HVO100 44.091 Kilogramm CO2 eingespart und die Frachtemissionen um 89 Prozent verringert wurden.

Zunächst absolvierte einer der Teamtrucks auf dem Weg von Ungarn zurück in die Teamzentrale in Brackley (Großbritannien) einen erfolgreichen Test mit HVO100-Biokraftstoff. Anschließend fuhren 13 Renntrucks, die den Sommer in Belgien verbracht hatten, und drei Trucks aus Großbritannien mit lokalem Biokraftstoff 300 Kilometer von Spa nach Zandvoort und dann 1.100 Kilometer von Zandvoort nach Monza, wobei nur die letzten 20 Kilometer aufgrund von Versorgungsproblemen mit Dieselkraftstoff zurückgelegt werden mussten.

Was ist HVO100?

Der Kraftstoff HVO100 (Hydrotreated Vegetable Oil; hydrierte Pflanzenöle) ist ein zu 100 Prozent erneuerbares, fossilfreies Produkt, das aus Pflanzenölen, Altölen und Fetten gewonnen wird. Durch die Verwendung von HVO100 können die CO2-Emissionen erheblich gesenkt und die Auswirkungen des Güterverkehrs auf die lokale Luftqualität durch die Verringerung der NOx- und Partikelemissionen reduziert werden.

Bioenergie macht derzeit etwa ein Zehntel des gesamten Primärenergieangebots der Welt aus, wobei die Nachfrage nach Biokraftstoffen bis 2026 voraussichtlich um 28 Prozent steigen wird.

Biokraftstoffe werden bereits im Motorsport eingesetzt. Die Formel 1 hat in diesem Jahr die Verwendung von E10-Biokraftstoff eingeführt, um ab der Saison 2026 auf 100 Prozent nachhaltige Kraftstoffe in den Formel-1-Autos zu wechseln.

In den vergangenen Jahren hat Mercedes unermüdlich daran gearbeitet, die Auswirkungen seiner Aktivitäten zu verändern und besser zu verstehen. In diesem Zuge wurde die Mission weiterentwickelt, während versucht wird, Nachhaltigkeit auf der Rennstrecke und im Geschäftsleben zu erzielen.

Mercedes investiert auch in Flugkraftstoff

Diese Ankündigung folgt auf eine Reihe von Engagements des Teams, nachhaltiger zu agieren, einschließlich der Tatsache, dass Mercedes das erste weltweite Sportteam ist, das in nachhaltigen Flugkraftstoff investiert. Zudem untermauert die Bekanntgabe das fortwährende Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und das Bestreben, den Wandel innerhalb der Formel 1 voranzutreiben.

"Nachhaltigkeit ist das Herzstück unserer Aktivitäten", sagt Teamchef Toto Wolff. "Die Erprobung des Einsatzes von Biokraftstoffen für unsere Landfracht ist ein weiteres Beispiel für unser Engagement, Nachhaltigkeit in jede unserer Entscheidungen und Maßnahmen zu integrieren."

"Wir sind bestrebt, an der Spitze des Wandels zu stehen, und hoffen, dass wir die Einführung nachhaltiger Technologien ermöglichen können, da wir uns alle im Rennen um eine nachhaltige Zukunft befinden."

Mit Bildmaterial von Mercedes.

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