"Bedeutende Fortschritte": Audi mit positivem Testfazit
Audi zieht ein positives Fazit der drei Testwochen vor der ersten Formel-1-Saison des Rennstalls - Mattia Binotto hat vor dem Saisonstart ein gutes Gefühl
Audi konnte ein ordentliches Winterprogramm hinlegen
Foto: LAT Images
Für Audi gingen am Freitag in Bahrain die Wintertestfahrten vor ihrer ersten Formel-1-Saison zu Ende. Sowohl Nico Hülkenberg als auch Gabriel Bortoleto waren dabei im Einsatz, die unterschiedliche Programme fuhren.
Zunächst war Hülkenberg an der Reihe, der am Vormittag 64 Runden schaffte, dabei allerdings mit 2,3 Sekunden Rückstand auf Leclerc nur auf Rang neun gelandet war - lediglich vor Cadillac und Aston Martin, die keine konkurrenzfähige Zeit in den Wüstensand gesetzt hatten.
Der Deutsche spricht von einem "ziemlich soliden Tag, um unsere Arbeit hier in Sachir und damit die Saisonvorbereitung abzuschließen. Unser Programm in Barcelona und die zwei Sessions hier in Bahrain sind beendet, und der Fokus verschiebt sich nun auf Melbourne - etwas, das sich im Januar noch so weit weg angefühlt hat."
"Wir haben im Laufe der Tests erhebliche Fortschritte gemacht, Tag für Tag gelernt und wichtige Schritte nach vorn gemacht. Das Team war sehr zupackend, hat schnell auf Herausforderungen reagiert und Lösungen effektiv umgesetzt", lobt Hülkenberg.
"Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um all unsere Erkenntnisse zu festigen, unsere Hausaufgaben zu machen und uns gründlich auf Melbourne vorzubereiten. Dann ist es endlich Zeit für echte Rennen."
Bortoleto: "Zwei produktive Wochen"
Am Nachmittag hatte Teamkollege Gabriel Bortoleto das Auto übernommen und dabei sogar Platz sieben belegt, nur 1,763 Sekunden hinter dem deutlich führenden Charles Leclerc. Allerdings durfte der Brasilianer dabei auch eine Qualifying-Simulation mit dem weichen C4-Reifen fahren.
"Wir schließen zwei produktive Wochen hier in Bahrain ab und blicken insgesamt auf eine sehr geschäftige Saisonvorbereitung zurück", sagt Bortoleto. "Ich denke, das Team hat einen wirklich guten Job gemacht: Wir haben mit unserem Auto solide Fortschritte gemacht, verglichen damit, wo wir angefangen haben, und das zu sehen, ist wirklich ermutigend."
"Es gibt noch Bereiche, an denen wir arbeiten müssen, und viel über das Auto zu lernen, aber insgesamt kann man sagen, dass es ein positiver Test war", so der Brasilianer, der am Freitag 71 Runden fahren konnte. "Jetzt verschiebt sich der Fokus auf Melbourne: Ich freue mich darauf, die Saison endlich zu starten."
Generell kann Audi mit den Testfahrten in Bahrain ziemlich zufrieden sein. 357 Runden konnte man in der zweiten Bahrain-Woche fahren - und damit mehr als etwa Red Bull oder Ferrari. "Wenn wir auf diese Testwochen zurückblicken, ist die beträchtliche Anzahl an Runden, die wir absolviert haben, ermutigend", sagt Hülkenberg.
"Es ist ein Beweis für die enorme Arbeit, die vor allem in den Fabriken in Hinwil, Bicester und Neuburg geleistet wurde. Eine neue Power-Unit auf die Strecke zu bringen und anzufangen, sie richtig zu verstehen, ist ein gewaltiges Unterfangen, daher ein aufrichtiges Dankeschön an alle Beteiligten."
Mattia Binotto hat "gutes Gefühl" vor der Saison
Bei den Verantwortlichen ist man stolz auf alles, was Audi im Winter gelungen ist: Denn obwohl man im Gegensatz zu Cadillac kein brandneues Team ist, gab es nach der Übernahme von Sauber eine Menge zu tun, was nicht mit dem Auto selbst zu tun hat.
"Über den Winter haben wir nach der Renovierung unseres Fabrikgebäudes mehrere hundert Personen umgesiedelt, eine Reihe neuer Partner unter Vertrag genommen und jedes Element unserer Infrastruktur an der Strecke erneuert - von der Boxenausrüstung und den Verkleidungen bis hin zu den Kommandoständen und der Hospitality - und alles wurde pünktlich geliefert", erklärt Teamchef Jonathan Wheatley.
Trotz allem sei man das erste Team gewesen, das mit dem brandneuen Auto auf der Strecke war, was für ihn eine "außergewöhnliche Leistung" darstellt.
Generell ist er mit dem, was er gesehen hat, mehr als zufrieden: "Die Laufleistung, die wir erreicht haben, und die Art und Weise, wie die Organisation auf jede Herausforderung der letzten zwei Monate reagiert hat, geben mir großen Mut", sagt er. Und auch Projektleiter Mattia Binotto hat für den Saisonstart "ein positives Gefühl".
Doch bei Audi weiß man auch, dass noch eine "beachtliche Aufgabenliste für den Saisonstart" vor dem Team liegt. "Wir haben in den letzten zwei Wochen starke Fortschritte gemacht, aber wir machen uns keine Illusionen über die vor uns liegende Aufgabe oder das Wettbewerbsniveau, dem wir in Melbourne gegenüberstehen werden. Dennoch sind wir motiviert, fokussiert und vereint", sagt Wheatley.
Key: Stehen dort, wo wir es erhofft hatten
Technikchef James Key würde sich den Ausführungen anschließen und betont: "Es ist schwer zu glauben, dass wir erst vor sechs Wochen, Anfang Januar, zaghaft das Auto für unseren Filmtag in Barcelona aus der Garage gerollt haben."
Seitdem habe Audi aber "bedeutende Fortschritte" gemacht. "In den vergangenen Wochen haben wir unser Aero-Paket in Rennspezifikation eingeführt, Simulationen über eine komplette Renndistanz absolviert und eine enorme Menge an Set-up-Arbeit an Fahrwerk und Power-Unit durchgeführt", so Key, der von einer "intensiven Zeit" spricht.
"Die Fahrer fühlen sich im Auto wohl, und es ist eine gute Plattform, mit der man arbeiten kann. Es gibt Bereiche, die wir in Bezug auf Zuverlässigkeit und Leistung verbessern müssen, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist nichts davon unerwartet", meint er weiter.
Fazit: "Insgesamt stehen wir weitgehend dort, wo wir zu diesem Zeitpunkt der Saison und in unserer Entwicklung als Team zu sein gehofft hatten. Während wir als Audi-Team weiter reifen, können wir mehr Positives als Negatives mitnehmen und mit einer gewissen Portion Optimismus in die Saison gehen - auch wenn keiner von uns wirklich weiß, wo wir im Wettbewerb stehen."
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