Brawn GP: Das große Problem mit dem Motor von Mercedes
Ross Brawn erklärt, warum der Brawn BGP 001 kein perfektes Formel-1-Auto war - Trotz seiner starken Bilanz hätte der Bolide noch viel erfolgreicher sein können
Jenson Button wurde 2009 zum ersten und einzigen Mal Weltmeister
Foto: Getty Images
Der legendäre Brawn BGP 001 dominierte die Formel 1 zu Beginn der Saison 2009. Der spätere Weltmeister Jenson Button gewann in dem Boliden sechs der ersten sieben Rennen, und am Ende des Jahres stand das Auto bei acht Siegen in 17 Grands Prix.
Der BGP 001 gewann also fast die Hälfte aller Rennen, an denen er teilnahm, doch laut Ross Brawn hätte das Auto sogar noch viel dominanter sein können. Denn gegenüber Formula1.com verrät er, "wie kompromissbehaftet der Einbau des Motors war."
Hintergrund ist, dass der BGP 001 eigentlich noch von Honda gebaut und auch für deren eigenen Motor konzipiert worden war. Doch Ende 2008 stiegen die Japaner aus der Königsklasse aus, und Brawn selbst kaufte das Werksteam schließlich auf.
Der heute 71-Jährige hatte damit zwar das Auto - brauchte aber einen neuen Motor. Letztendlich ging Brawn 2009 mit Mercedes-Antrieben an den Start, was jedoch dazu führte, dass man den Boliden noch einmal an den neuen Motor anpassen musste.
"Das Getriebe hing in der Luft, weil die Ausgangshöhe der Kurbelwelle beim Mercedes höher war, sodass wir das Getriebe anheben mussten, damit es passte", erinnert sich Brawn und erklärt: "Das beeinträchtigt den Schwerpunkt und wirkt sich auf die Fahrwerksgeometrie und alle möglichen anderen Dinge aus."
"Es gab viele Kompromisse bei diesem Auto, um den Mercedes-Motor einzubauen", betont er. Umso überraschender ist da die vor allem zu Saisonbeginn starke Bilanz des Autos. Gleich beim Saisonauftakt in Melbourne feierten Button und Teamkollege Rubens Barrichello einen Doppelsieg.
Brawn ist sich jedoch sicher, "dass [das Auto] noch schneller gewesen wäre, wenn es von Grund auf für einen Mercedes-Motor konstruiert worden wäre". Trotzdem gewann Brawn am Ende des Jahres beide WM-Titel, und das Team wurde anschließend an Mercedes weiterverkauft.
Seit 2010 geht der Rennstall als Mercedes-Werksteam an den Start - und mit dem Einbau des Motors gibt es seither keine Probleme mehr.
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