Formel-1-Rückblick 2016: Haas

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Formel-1-Rückblick 2016: Haas
15.12.2016, 12:31

Motorsport.com bewertet die Leistungen der Formel-1-Teams in der Saison 2016. Heute: Wie Haas in seiner ersten Saison für Erstaunen gesorgt hat.

Technische Höhepunkte

von Giorgio Piola and Matt Somerfield

Der Haas VF-16 war ein solides Einsteigerauto, das es Haas zu Saisonbeginn ermöglich hat, gegen die Teams im Mittelfeld anzutreten.

Die Weiterentwicklung des Autos war spärlich, wobei der Heckflügel in Wellenform, der den Luftwiderstand reduzieren sollte, den Höhepunkt darstellte.

Der Flügel wurde speziell für Monza produziert und sollte, ähnlich wie die "Spoon"-Flügel von Mercedes, für genügend Abtrieb in den langsamen Kurven sorgen, gleichzeitig aber auch den Luftwiderstand auf langen Geraden reduzieren.

Haas VF-16 rear wing, Italian GP
Haas VF-16: Heckflügel, GP Italien

Foto: Giorgio Piola

Bewertungen der Saison

Jonathan Noble: 6
Ein erstaunlicher Start in die Saison, der einige Konkurrenten durch die enge Verbindung zu Ferrari etwas verärgert hat. Am Ende verstummte die Politik aber, als Haas auch einige ziemlich schreckliche Wochenenden erlitt. Aufgrund mangelnder Erfahrung mit den Pirelli-Reifen, in Kombination mit immer wiederkehrenden Problemen mit den Bremsen, wusste Haas nie, ob das Wochenende wieder in einem Alptraum enden würde. Das waren aber alles Erfahrungswerte und Haas hat zumindest bewiesen, dass es ein würdiger Teilnehmer an der Formel 1 ist.

Oleg Karpov: 7
Gene Haas und Günther Steiner haben gezeigt, dass es immer noch möglich ist, ein Formel-1-Team von Null aufzubauen und sofort gute Ergebnisse zu haben. Das Debüt von Haas war eines der Highlights des Jahres und es wird interessant zu sehen, was als nächstes passiert.

Glenn Freeman: 7
Es war erfrischend, ein neues Team in der Formel 1 zu sehen, das seine Debüt-Saison nicht am Ende der Startaufstellung verbrachte. Haas hat gezeigt, wie schwierig es ist, ohne Erfahrung an jedem Wochenende der Saison alles hinzukriegen, aber die Highlights überwogen definitiv gegenüber den Tiefpunkten. Mit Romain Grosjean hat das Team ein Juwel an Talent, der das Team mit guten Resultaten belohnte, wenn sie möglich waren. Bravo an alle.

Kate Walker: 6
Für das amerikanische Team war die Saison eine Achterbahnfahrt (außer der internationalen Besetzung und Crew), mit starken ersten Rennen, die Punkte brachten, bevor Änderungen beim Personal gegen Saisonmitte einen kleinen Absturz zur Folge hatten. Während die Leistung im Qualifying später wieder besser wurde, wurde jegliche Verbesserung durch die ständigen Probleme mit den Bremsen zunichte gemacht. Das einzige Highlight nach Österreich war Platz 10 beim Heimrennen in Austin.

Pablo Elizalde: 7
In die Formel 1 einzusteigen und so viele Punkte zu holen, wie Haas das geschafft hat, verdient Anerkennung, auch wenn das Auto zum großen Teil ein Ferrari mit einer anderen Lackierung war. Das Team zeigte vielversprechende Ansätze und hatte viele Gelegenheiten, aus seinen Fehlern zu lernen und als Team zu wachsen. 2017 wird aber eine ganz neue Herausforderung.

Guillaume Navarro: 7
Gene Haas hat zugegeben, dass er unterschätzt hatte, wie hart die Formel 1 ist, das war aber trotzdem ein großartiges Debüt für ein tapferes Privatteam. Haas hat seine neuen Fans etwas enttäuscht, als es nach dem ersten Viertel der Saison nicht mehr viele Punkte geholt hat. Das sagt viel über seine Leistung im ersten Jahr aus und wie schnell das Projekt diese Leistung erreicht hat. 

Erwin Jaeggi: 8
Als ob es nicht schon beeindruckend genug wäre, in seinem allerersten Rennen Punkte zu holen. Das amerikanische Team hat das noch bei 4 weiteren Gelegenheiten seiner Debütsaison geschafft und hat 29 Punkte gesammelt.

Sicher, einen großen Teil seines starken Starts in die Formel 1 verdankt das Team seiner technischen Partnerschaft mit Ferrari, aber der sachkundige, professionelle und realistische Ansatz der etwa hundert Leute dieses Teams spielte eine noch größere Rolle. Sie haben alles miteinander verbunden und es hat funktioniert. Aufgrund der langsameren Entwicklungsrate in der zweiten Saisonhälfte fiel das Team etwas zurück, aber es musste sich auch Gedanken um die neuen Regeln für 2017 machen.

Jacobo Vega: 8
Ich muss sagen, dass Haas mich überrascht hat. Das Team hatte zu Beginn der Saison einige gute Ergebnisse, die auf eine clevere Strategie, oder sagen wir glückliche Entscheidungen, zurückzuführen waren. Aber es war bei einigen Grands Prix auch schnell und daher denke ich, dass sich sein Ansatz ausgezahlt hat. Ich finde es daher besonders für Esteban Gutierrez etwas schade, da er sehr viel Pech hatte und ein besserer Fahrer ist als es die Ergebnisse widerspiegeln.

Endergebnis: 7/10

Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-16
Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-16

Foto: Haas F1 Team

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