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Leclerc widerspricht Hamiltons Kritik am Ferrari-Simulator

Bei Ferrari gehen die Meinungen auseinander - Hamilton verzichtet auf den Simulator, Leclerc sieht darin weiter einen großen Nutzen

Leclerc widerspricht Hamiltons Kritik am Ferrari-Simulator

Charles Leclerc und Lewis Hamilton sind nicht einer Meinung

Foto: circuitpics.de circuitpics.de

Lewis Hamilton hat dem Ferrari-Simulator zuletzt eine klare Absage erteilt. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister ist der Ansicht, dass die Ergebnisse aus dem Simulator nicht mit dem Verhalten des SF-26 auf der Strecke übereinstimmen. Teamkollege Charles Leclerc teilt diese Einschätzung jedoch nicht.

Simulatoren haben in der Formel 1 in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, da die Möglichkeiten für Testfahrten mit aktuellen Fahrzeugen stark eingeschränkt wurden. Sie dienen den Teams sowohl zur Vorbereitung auf Rennwochenenden als auch zur Bewertung neuer Fahrzeugteile vor deren Einsatz auf der Strecke.

Keine Notwendigkeit

Hamilton hatte zuletzt mehrfach seine Unzufriedenheit mit dem Ferrari-Simulator geäußert. Seine beiden bislang besten Saisonergebnisse erzielte er an Wochenenden, an denen er sich in der Vorbereitung nicht auf den Simulator stützte. Daher erklärte er, künftig darauf verzichten zu wollen.

"Wenn man sich die beiden besten Rennen anschaut, die ich hatte, dann habe ich keinen Simulator benutzt. So war es tatsächlich", sagt Hamilton nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Kanada. "Bei praktisch allen Meisterschaften davor, außer wahrscheinlich 2008, habe ich keinen Simulator genutzt. Er ist also keine Notwendigkeit."

Leclerc sieht die Situation anders

"Das beeinflusst meine Vorbereitung überhaupt nicht", sagt Charles Leclerc in Monaco über Hamiltons Einschätzung des Simulators. "Am Ende haben wir alle unsere Vorlieben. Für mich hat der Simulator sehr gut funktioniert."

"Das mache ich seit meinem Einstieg in die Formel 1. Ich werde daran nichts ändern, weil es in der Vergangenheit ein sehr leistungsfähiges Werkzeug für mich war", so der Monegasse weiter.

Die unterschiedlichen Ansichten von Leclerc und Hamilton verdeutlichen die Bedeutung von Routinen, Gewohnheiten und Mustererkennung für Formel-1-Fahrer sowie die Rolle des persönlichen Vertrauens in die eigenen Arbeitsmethoden.

Wie Simulatoren an Bedeutung gewannen

Bis in die späten 2000er-Jahre hinein konnten die Teams außerhalb der Grand-Prix-Wochenenden nahezu unbegrenzt Testfahrten durchführen. Einschränkungen ergaben sich im Wesentlichen nur durch die verfügbaren Budgets. Viele Topteams unterhielten damals eigene Testmannschaften.

In den letzten Jahren seiner Amtszeit als FIA-Präsident setzte sich Max Mosley für eine Reduzierung der Testfahrten ein, um die Kosten zu senken. 2007 wurden zunächst Kilometerbeschränkungen eingeführt. Die globale Finanzkrise erleichterte anschließend weitere Maßnahmen, sodass Testfahrten während der Saison ab 2009 verboten wurden.

Die konkreten Regelungen haben sich seither mehrfach verändert, doch Testfahrten bleiben weiterhin stark eingeschränkt. Dadurch verlagerte sich ein großer Teil der Entwicklungsarbeit in die virtuelle Welt der Simulatoren.

Schumacher verzichtete ebenso auf Simulatoren

Michael Schumacher konnte den Simulator bei seinem Formel-1-Comeback mit Mercedes im Jahr 2010 bekanntermaßen nicht nutzen, da ihm dabei übel wurde. Hamiltons Problem liegt jedoch an anderer Stelle. Er ist der Ansicht, dass der Simulator das tatsächliche Verhalten des Fahrzeugs nicht ausreichend realitätsnah abbildet und daher weder seine Zeit noch seine mentale Energie wert ist.

Bemerkenswert ist dabei, dass sein eigener Teamkollege, Leclerc, diese Einschätzung nicht teilt. Ob diese unterschiedliche Herangehensweise der beiden Ferrari-Piloten langfristig Bestand hat, dürfte sich erst im Laufe der Saison zeigen.

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