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Mehr Einfluss: Formel-1-Piloten ab jetzt regelmäßig bei Meetings dabei

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Mehr Einfluss: Formel-1-Piloten ab jetzt regelmäßig bei Meetings dabei
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
27.06.2019, 19:02

Vor zwei Wochen waren erstmals auch Fahrer zu einem wichtigen Treffen im Hinblick auf die Zukunft der Formel 1 eingeladen - Das soll ab jetzt regelmäßig der Fall sein

Als am Donnerstag vor zwei Wochen in Paris über die Zukunft der Formel 1 gesprochen wurde, waren zum ersten Mal auch drei Fahrervertreter anwesend. Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg und GPDA-Präsident Alexander Wurz diskutierten gemeinsam mit FIA, Liberty Media und den Teams über die Regeln ab der Saison 2021. Die Piloten sind sich einig, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist.

"Ich denke wirklich, dass wir einen Einfluss hatten", freut sich Hamilton und verrät: "Ich habe [in den letzten Jahren] erst gemerkt, welche Verantwortung ich als Fahrer mit den meisten Titeln habe." Außerdem sei er bereits seit vielen Saisons mit dabei und habe bereits mehrere große Regeländerungen in der Formel 1 mitgemacht. Daher könne er den verantwortlichen Personen wichtiges Feedback liefern.

"Ich erkenne den Schlamassel, in dem wir uns befinden", sagt Hamilton und zeigt Verständnis für die Fans, die sich in Zukunft wieder eine spannendere Formel 1 wünschen. In der Saison 2019 gingen bislang alle Siege an Hamiltons Mercedes-Team. Das Treffen in Paris sei "sehr konstruktiv" gelaufen, und Hamilton glaubt, dass man die anwesenden Fahrer wirklich ernst genommen hat.

Treffen in Paris nur ein Anfang

Die Verantwortlichen der Formel 1 hätten gemerkt, dass sie die Fahrer auch bei Prozessen wie der Regelfindung brauchen. "Es ist nicht so toll, dass sie so lange gebraucht haben, um das zu realisieren. Aber auf der positiven Seite steht, dass sie zugehört haben", zeigt sich Hamilton zufrieden und erinnert: "Wir wissen, wie sich das Auto anfühlt. Und man kann keine Regeländerung vornehmen, ohne alle Fakten zu haben."

Klar ist aber auch, dass das Treffen in Paris nur ein erster Schritt war. "Wir müssen auch beim nächsten Treffen wieder dabei sein", weiß Hamilton. Der Plan ist es, ab jetzt bei allen Meetings Vertreter der Fahrer dabei zu haben. Das müssen dann nicht zwingend die drei Piloten sein, die jetzt in Paris teilgenommen haben. Unklar ist daher, ob Hamilton beim nächsten Mal wieder dabei sein wird.

"Das weiß ich nicht, weil ich den ganzen Tag verloren habe", erklärt er und ergänzt: "Es war ein sehr langes Meeting. Ich weiß nicht, ob ich dabei sein werde, oder ob vielleicht Seb das nächste Mal hingeht." Ohnehin seien in den wichtigsten Punkten alle Fahrer der gleichen Meinung. Daher spiele es keine Rolle, wer der Piloten teilnimmt. Beim nächsten Mal hofft Hamilton auch, etwas mehr Input liefern zu können.

2021: Hamilton hofft noch auf "massive Änderungen"

Denn dieses Mal erfolgte die Einladung sehr kurzfristig. "Ich glaube, wir haben erst vier Tage vorher erfahren, dass wir zu diesem Treffen gehen können. Daher hatten wir keine Zeit, uns vorzubereiten", erklärt Hamilton. Das könnte sich beim nächsten Mal ändern. Noch bleibt Zeit, auf die Regeln für 2021 Einfluss zu nehmen. Denn die Deadline wurde bei dem besagten Meeting verschoben.

Hamilton selbst findet das gut, denn er erklärt, dass das vorgeschlagene Reglement noch einige "massive Änderungen" benötigt. "Es ist nicht toll, dass die Autos schwerer werden", sagt er zum Beispiel und erklärt: "Man macht die Autos schwerer, mehr Abtrieb, damit sie schneller wird. Aber [...] dadurch ist mehr Druck auf den Reifen, und sie bauen schneller ab. Diese Entscheidungen führen zu einem Domino-Effekt."

Er wolle über eine ganze Renndistanz pushen können. Weil bei einem schwereren Auto aber auch die Bremsen schneller ans Limit kommen, ist er der Meinung, dass schwerere Boliden insgesamt "der schlechteste Weg" für die Formel 1 seien. "Wir halten die Dinge sehr einfach. Wir haben keine anderen Interessen als Racing und den Sport so rein wie möglich zu halten", erklärt Sebastian Vettel währenddessen.

Vettel: Verbrennt die Regeln!

Er findet es ebenfalls "gut", dass die Fahrer ab jetzt zu den wichtigen Treffen eingeladen werden. Zumal er glaubt, dass die Ansicht der Piloten häufig mit denen der Zuschauer übereinstimmt. "So wie die Formel 1 heute funktioniert, geht es [aber] nicht nur um Puristen", weiß der viermalige Weltmeister jedoch und erinnert: "Es sind viele andere Dinge und Politik involviert."

Besonders an den engen sportlichen Regeln stört sich der Ferrari-Pilot. "Verbrennt sie und fangt von vorne an", antwortet er mit einem Schmunzeln auf die Frage, wie man diese verbessern könne. Es gebe mittlerweile zu viele Regeln für Dinge, "die man eigentlich nicht aufschreiben kann." Denn in der Formel 1 sei kein Zwischenfall wie der andere. "Es ist ein kleines Durcheinander", seufzt Vettel.

Seiner Meinung nach muss es daher das Ziel sein, die Regeln zu "vereinfachen" und wieder mehr Freiheiten beim Racing zu erlauben. Auch Daniel Ricciardo hält es für einen Fortschritt, die Fahrer mit ins Boot zu holen. "Wir wollen nicht nur uns selbst helfen sondern dem Sport. [...] Wir wissen, dass die Leute abschalten, wenn zwischen allen einzelnen Autos jeweils zehn Sekunden liegen. Das wollen wir nicht", erklärt er.

Hülkenberg will "gutes, enges, sauberes Racing"

Der Renault-Pilot erhofft sich durch den direkten Austausch, dass es keine Missverständnisse mehr geben wird. Denn die seien in der Vergangenheit häufig vorgenommen, als neue Regeln eingeführt wurden. Ricciardo berichtet: "Man fragt dann, warum [diese Regel] gemacht wurde. Sie sagen dann: 'Weil ihr Fahrer das mögt.' Und wir sagen: 'Nein, tun wir nicht! Für uns ist das eigentlich das Schlimmste ...'"

Für die Zukunft erhofft sich Ricciardo ebenfalls wieder mehr Spannung an der Spitze. Er glaubt, dass das auch im Sinne von Hamilton und Mercedes sei. "Selbst für sie ist es ganz sicher nicht so befriedigend, nur gegen einen oder zwei andere Fahrer zu gewinnen - anstatt gegen sieben oder acht. Ich denke, die echten Racer wollen auf jeden Fall mehr Wettbewerb an der Spitze", so Ricciardo.

Ähnlich sieht es Nico Hülkenberg, der in Paris ebenfalls dabei war. Das Wichtigste für das Reglement 2021 sei es, "gutes, enges, sauberes Racing" zu ermöglichen. Er verrät: "Es ist nicht gesagt worden, wir machen jetzt A, B oder C. Das war auch nicht der Sinn des Treffens, aber es war schon sinnvoll und in gewisser Weise auch produktiv." Er teilt Hamiltons Ansicht, dass man willkommen gewesen sei und auch ernst genommen wurde.

Weiterer Co-Autor: Maria Reyer, Jonathan Noble, Edd Straw, Christian Nimmervoll. Mit Bildmaterial von LAT.

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Urheber Ruben Zimmermann