Oliver Bearman: Haas braucht "den vier- oder fünffachen Schritt"
Oliver Bearman reichen die aktuellen Upgrades bei Haas nicht aus - Er weiß: Wenn das Team nicht deutlich zulegt, wird es nichts mehr mit Punkten aus eigener Kraft
Oliver Bearman musste auch Spa enttäuscht und ohne Punkt verlassen
Foto: LAT Images
Dass Oliver Bearman nach einem starken Saisonstart aktuell nicht mehr um Punkte mitfahren kann, wurmt den Briten sehr. 17 seiner 18 eingefahrenen Saisonpunkte stammen aus den ersten beiden Rennen, seitdem kam in acht Rennen nur einer hinzu. In den letzten fünf Grands Prix blieb er sogar ganz ohne Punkte.
"Wir sind weit hinter dem zurück, wo wir eigentlich sein müssen", ärgert er sich. "Wir sind meilenweit von VCARB entfernt, wir sind meilenweit von Alpine entfernt."
Tatsächlich kämpfte Haas in den vergangenen Wochen eher gegen Williams darum, nicht der Q1-Verlierer neben den Stamm-Rausfliegern Cadillac und Aston Martin zu sein. Das gelang allerdings nur mäßig: In fünf der letzten sechs Qualifyings schied immer ein Haas (immer Esteban Ocon) im ersten Abschnitt aus - in Monaco traf es sogar beide Haas.
Teamchef Ayao Komatsu hatte in Belgien zugeben müssen, dass sein Team von der Konkurrenz schlicht ausentwickelt wurde. In Spa hatte der Rennstall einen überarbeiteten Frontflügel mitgebracht, der die Fahreigenschaften des VF-26 laut Bearman "leicht verbessert" und das Auto in ein besseres Arbeitsfenster gebracht habe.
Das mag den Fahrern auf der Strecke helfen, löst aber nicht die grundlegenden Probleme, denn mehr Abtrieb bringt er dem Auto nicht wirklich, auch wenn Haas im veröffentlichten FIA-Dokument erklärte, dass er lokal etwas aerodynamische Last bringen soll.
"Wir haben einen kleinen Schritt gemacht", meint Bearman, dem das aber nicht genügt: "Wir brauchen den vier- oder fünffachen Schritt, um aus eigener Kraft um Punkte zu kämpfen und nicht nur durch Ausfälle anderer."
Haas' bestes Ergebnis der vergangenen vier Rennen war ein zwölfter Platz von Bearman in Silverstone - ein Rennen, bei dem WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli durch eine gelöste Bremsbelüftung Probleme bekam und Max Verstappen fünf Runden vor Schluss ins Kiesbett flog.
Punkte dürften für die Amerikaner auch beim anstehenden Rennen in Ungarn schwierig werden. In der WM muss sich Haas mittlerweile stark nach hinten orientieren, denn die 61 Punkte, die Alpine und Racing Bulls jeweils haben, sind für Haas mit ihren 21 Zählern im Grunde unerreichbar, sodass Platz sieben das Höchste der Gefühle wäre.
Der ist aber stark in Gefahr, denn Audi hat in Silverstone und Spa zusammen acht Punkte geholt und pirscht sich ran. Noch fehlen den Deutschen elf Zähler auf Haas, doch bei der Rate würde Audi schon in Monza vorbeiziehen - und dann stehen immer noch neun Rennen auf dem Programm.
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