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Vettel: Hype ist nicht so groß wie zu Schumi-Zeiten

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Vettel: Hype ist nicht so groß wie zu Schumi-Zeiten
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28.07.2019, 07:52

Ist Mick Schumacher der Schlüssel zu mehr Formel-1-Begeisterung in Deutschland? Nico Hülkenberg und Sebastian Vettel schildern ihre Eindrücke zum Heimrennen

Das waren noch Zeiten. So mag mancher Beobachter über die Ära Schumacher denken. In der Tat hat die Begeisterung für die Formel 1 in Deutschland spätestens nach dem Karriereende des siebenmaligen Weltmeisters deutlich nachgelassen. Auch und gerade in Hockenheim ist das spürbar: Vor gut 20 Jahren war das Motodrom noch ausverkauft, seither bleibt man hinter diesen Zahlen zurück.

2019 werden es laut Prognose von Streckenchef Georg Seiler "rund 60.000 Fans" sein, die das Rennen vor Ort in Hockenheim verfolgen. Damit bewegt man sich auf dem Niveau der Vorjahre, wenngleich es 2018 mit 71.000 Zuschauern einen positiven "Ausreißer" nach oben gegeben hat.

Und genau dieser Deutschland-Grand-Prix 2018 habe gezeigt, dass man Deutschland als Formel-1-Markt nicht abschreiben dürfe, sagten Nico Hülkenberg und Sebastian Vettel vor dem diesjährigen Rennen. Hülkenberg findet: "Im vergangenen Jahr war das Interesse groß. So groß wie noch nie in meiner Formel-1-Zeit. Das war schon erstaunlich und schön zu sehen."

2018 brachte einen Aufschwung

Tatsächlich kamen 2018 erstmals in den 2010er-Jahren mehr als 70.000 Fans nach Hockenheim, so viele wie seit dem letzten Heimrennen von Schumacher 2006 nicht mehr. Von der Bestleistung aus der Zeit nach dem Umbau mit über 90.000 Zuschauern vor Ort ist das trotzdem weit weg. Was laut Hülkenberg aber als "normal" einzustufen ist.

"Deutschland ist ein Autoland. Wir lieben unsere Autos. Das Interesse ist also da, in manchen Jahren mehr, in anderen Jahren weniger", erklärt er. Dass auch mal einige Ränge auf den Tribünen frei blieben, das sei normal. "Man darf ja nicht vergessen, dass wir eine sehr stolze Motorsporthistorie haben." Die deutschen Formel-1-Fans - alle erfolgsverwöhnt?

Das scheint Vettel mit seinen folgenden Äußerungen anzudeuten: "Den größten Hype gab es, als Michael zu siegen begann und erstmals Weltmeister wurde. Er war der erste deutsche Formel-1-Weltmeister. Und beim ersten Mal gibt es immer besonders viel Interesse."

Gründe für das nachlassende Interesse

Ob diese Aussage auch für das vermeintlich "letzte Mal" zutrifft? 2018 erfuhr Hockenheim viel Zuschauerzuspruch. Vielleicht auch, weil im Raum stand, der Deutschland-Grand-Prix könnte danach nicht mehr zurück ins Motodrom kommen. Das ist jedoch spätestens mit dem erneuten Formel-1-Auftritt in Hockenheim 2019 widerlegt.

Vettel meint: "Die Leidenschaft für Racing ist noch immer vorhanden. Das hat der Grand Prix im vergangenen Jahr gezeigt. Die deutschen Fans sind sehr fair und direkt, ein ehrliches Publikum. Vielleicht aber haben gewisse Entwicklungen in der Formel 1 nicht dazu beigetragen, dass die Popularität gestiegen ist."

Damit spielt Vettel natürlich auf die anhaltende Mercedes-Siegesserie seit 2014 an. Sämtliche Titel gingen seither an die Sternmarke, auch über die Hälfte aller Rennsiege. Neben Mercedes erzielten mit Ferrari und Red Bull nur zwei weitere Teams überhaupt Grand-Prix-Erfolge. Und die deutsche Präsenz im Feld ging sukzessive zurück.

Mick Schumacher als Hoffnungsträger

"Es gab mal eine Zeit, da fuhren sechs, sieben Deutsche in der Formel 1", sagt Vettel. "Jeder fragte sich damals, warum das so war. Jetzt sind es zwei Deutsche und wir stellen uns diese Frage nicht mehr. Und es gab mal keine Franzosen in der Formel 1, jetzt ist das anders. Es schwankt eben." Auch, weil Motorsport besonders im Einstiegsbereich "unerschwinglich für die meisten" geworden sei, wie Vettel betont.

Doch der nächste Aufschwung in Sachen Formel-1-Interesse werde kommen, meint er. Mit Mick Schumacher stehe schließlich ein neuer Hoffnungsträger - noch dazu mit sehr prominentem Namen - bereits an der Schwelle zur "Königsklasse". "Er erhält hoffentlich eines Tages seine Chance", sagt Vettel.

Der viermalige Weltmeister mahnt Schumacher und die Fans jedoch zur Geduld: "Entscheidend ist, dass Mick die Zeit bekommt, die er braucht. Und er soll ganz normal bewertet werden, wie jeder von uns auch. Man sollte ihn nicht zu sehr mit anderen Leuten oder mit seinem Vater vergleichen. Das wäre nicht fair. Es ist eine andere Zeit, anderes Racing."

"Aber natürlich verleiht es der ganzen Sache viel Schwung, Mick an der Schwelle zur Formel 1 zu haben. Er ist auch ein guter Kerl. Ich drücke ihm die Daumen", meint Vettel.

Hülkenberg denkt ähnlich und will dem Formel-3-Europameister von 2018 und jetzigen Formel-2-Piloten ebenfalls noch Zeit einräumen, um Formel-1-Reife zu erlangen: "Ich bin mir aber sicher, er kriegt seine Chance. Für Deutschland könnte das die Initialzündung werden, wieder Formel 1 zu schauen. Mick könnte dabei eine große Rolle spielen. Und das wäre schön."

Mit Bildmaterial von LAT.

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