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Wechsel zu Renault: Ricciardos Angst vor der "zweiten Geige"?

Es ging nicht um Geld, Status oder Vertragslaufzeit - Red-Bull-Teamchef Horner über den Abschied von Daniel Ricciardo: "Er sieht, wie Max immer stärker wird"

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing

Daniel Ricciardo wird sein bisheriges Team Red Bull am Ende des Jahres verlassen und in der Formel-1-Saison 2019 neuer Teamkollege von Nico Hülkenberg bei Renault. Die Entscheidung des Australiers hat viele Beobachter überrascht. Auch im Lager von Red Bull fiel man aus allen Wolken. Wochenlang hatte Motorsportchef Helmut Marko gesagt, dass man "nur noch Details klären" müsse.

"Daniel hat uns gesagt, dass er sich auf einem langen Flug in die USA entschieden hat, dass er sich verändern möchte. Wenn man sich das rational anschaut, dann ist es schwierig zu verstehen", meint Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Podcast von 'Formula1.com'. "Er wird schon seine Gründe haben. Er sagt, er brauche eine neue Herausforderung." Horner mag dieser Ausführung wenig Glauben schenken.

Christian Horner, Red Bull Racing Team Principal

Christian Horner, Red Bull Racing Team Principal

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

"Ich habe das Gefühl, er hat erkannt, dass Max immer stärker wird. Er will wohl nicht die zweite Geige spielen, könnte ich mir vorstellen. Es ist nicht so, dass die beiden Fahrer bei uns irgendwie unterschiedlich behandelt würden. Sie haben beide absolut gleichen Status. Das war immer so. Aber ich kann mir nicht helfen: Ich denke, dass so etwas eine große Rolle bei Daniels Entscheidung gespielt hat", sagt Horner.

Der teaminterne Wettbewerb sei "intensiv", so der Brite. Er habe das Gefühl, dass sich Ricciardo aus dieser Gemengelage habe befreien wollen. Red Bull habe in den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung nach Aussage von Horner alle Forderungen von Ricciardo erfüllt. "Wir alles versucht, aber es war so, als wollte man ein schüchternes Mädchen zum Ausgehen überreden", so der Teamchef.

"Wir haben Daniel alles gegeben was er gefordert hat. Aber es war nicht genug, um ihn von einem Verbleib bei Red Bull zu überzeugen. Es ging nicht ums Geld, es ging nicht um Status, Einsatz oder Vertragslaufzeit", sagt Horner. "Als er zu mir kam und meinte, er würde zu Renault wechseln, da dachte ich zuerst, er wolle mich veräppeln. Ich sagte: 'Willst du mich mit einem Spaß in die Sommerpause schicken?' Aber es wurde schnell klar, dass er es tatsächlich ernst meint."

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