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Formel 1 Baku

Windschatten-Qualifying bei AlphaTauri endet mit Tsunoda-Crash

Warum bei Yuki Tsunoda trotz erster Q3-Teilnahme in der Formel 1 "gemischte Gefühle" bleiben und was Pierre Gasly im AlphaTauri so stark macht

Stefan Ehlen

Stefan Ehlen

Bearbeitet: 05.06.2021, 17:43

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"Unterm Strich bleiben gemischte Gefühle", sagt Yuki Tsunoda. Dabei hätte der Formel-1-Neuling von AlphaTauri auch Grund zur Freude. Denn im Qualifying zum Aserbaidschan-Grand-Prix 2021 in Baku (das Rennen hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) erreichte er erstmals einen Top-10-Startplatz. Was ihm aber die Laune verdirbt, ist ein Crash kurz vor Schluss in Q3.

Der Unfallhergang ist schnell erklärt: "Ich habe zu spät gebremst, verbremste mich und dann ging es in die Mauer", sagt Tsunoda selbst. "Da gab es keine Chance mehr, die Kurve noch zu kriegen. Schade."

Aufgrund dieses Zwischenfalls wurde das Formel-1-Qualifying vorzeitig abgebrochen, viele Konkurrenten verloren dadurch ihre Chance auf eine letzte schnelle Runde - auch Tsunoda, der zuvor im Gespann mit seinem Teamkollegen Pierre Gasly das Windschatten-Spiel gespielt hatte, und das mit Erfolg: Beide AlphaTauri-Autos stehen in den Top 10.

Tsunoda nach Qualifying-Unfall kleinlaut

"Bis Q2 war ich wirklich zufrieden", meint Tsunoda, der Achter wurde. "Im Vergleich zu den vorherigen Rennen waren die Abläufe in dieser Woche sehr gut. Ich bin ja zum ersten Mal in Aserbaidschan und hatte meine Pace gut aufgebaut." Ausgehend davon könne er "definitiv zufrieden sein" mit seinem achten Startplatz in Baku.

Nach der jüngsten Red-Bull-internen Kritik an seinem bisherigen Auftreten in der Formel 1 dürfte es Tsunoda aber ob des neuerlichen Unfalls wieder mulmig geworden sein. Er gibt sich kleinlaut: "Ich denke jetzt an die Mechaniker, es tut mir leid für sie. Auf sie wartet wohl eine lange Nacht mit meinem Auto."

Im Gegensatz zu Imola, wo Tsunoda gleich zu Beginn des Qualifyings schwer verunfallt war, halte sich der Schaden am AT02 dieses Mal aber wohl in Grenzen, so meint er. "Ich bin frontal eingeschlagen, also ist es wohl nicht so schlimm wie in Imola. Und um das Getriebe mache ich mir keine Sorgen. Das ist aber auch das einzige Positive daran!"

Chefingenieur Eddolls spricht keine Rüge aus

Doch AlphaTauri-Chefingenieur Jonathan Eddolls misst dem Crash gar nicht so viel Bedeutung bei: "Leider hat es Yuki auf seiner zweiten Runde etwas übertrieben, aber das gehört zur Lernerfahrung dazu." Bis zu diesem Moment habe Tsunoda konzentriert gearbeitet und sich an das Limit herangetastet, und das mit "sehr guter Leistung", so Eddolls.

Deshalb, so Tsunoda selbst, überwiege die Freude über das gute Ergebnis auf der Strecke: "Ich fahre ja aus den Punkterängen los und im Vergleich zu Monaco ist Überholen hier auch einfacher. Hoffentlich kriege ich es morgen alles auf die Reihe."

Gasly: Mehr geht nicht mit AlphaTauri, oder?

Das Maximale für AlphaTauri herausgeholt hat am Samstag indes wohl Gasly mit P4 hinter Charles Leclerc, Lewis Hamilton und Max Verstappen. Er spricht deshalb von einem "fantastischen Tag" und meint bei 'Sky': "Wir hätten uns nicht mehr erhoffen können."

Pierre Gasly

Pierre Gasly stellte den AT02 auf P4, den bisher besten AlphaTauri-Startplatz

Foto: Motorsport Images

Schon im dritten Freien Training hatte Gasly mit der Bestzeit geglänzt. "Jetzt Vierter im Qualifying", sagt der Franzose und schwärmt: "Wir haben mit Ferrari, Mercedes und Red Bull um die Poleposition gekämpft. Das ist uns vorher noch nie passiert! Wir sind das ganze Wochenende schon überraschend stark."

Er habe sich "supergut" gefühlt im Auto, erklärt Gasly weiter. "Ich konnte das Auto ans Limit bringen. Und es hat nicht viel gefehlt, und ich hätte Max noch geschnappt. Dann wäre es ein Top-3-Ergebnis gewesen."

Harte Reifen gespart: Gasly im Rennen im Vorteil

Und "nicht viel" ist noch untertrieben: Gerade einmal 0,002 Sekunden trennen Verstappen auf P3 und Gasly auf P4. "Und man denkt ja immer: Das Bisschen wäre noch drin gewesen", sagt Gasly. "Unterm Strich aber war es ein sehr starkes Qualifying. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir uns eher auf das Rennen konzentriert hatten."

Über die Distanz von 300 Kilometern will Gasly eine ähnlich gute Figur abgeben wie schon im Qualifying. Er spricht von einer "guten Ausgangslage", weil er im Gegensatz zu seinen Gegnern noch über zwei frische Hard-Sätze verfügt. Dafür hatte er im Qualifying mit nur vier Sätzen Soft auskommen müssen, und das ist ihm mit P4 gut gelungen.

Warum es bei Gasly so gut läuft

Was die Frage aufwirft, warum Gasly so hervorragend mit dem AT02-Honda harmoniert. Denn bei den bisherigen Rennwochenenden 2021 erzielte er nur einmal keinen Top-10-Startplatz und in bisher fünf Rennen vier Mal WM-Punkte.

Er selbst äußert sich so dazu: "Manchmal macht es einfach 'klick' beim Fahren und du weißt genau, wie sich das Auto verhalten wird, was du tun musst, damit es funktioniert und so reagiert, wie du es willst. Das ist einfach schön, denn du kannst rausfahren und dein Ding machen. Und dieses Wochenende kommen immer gute Rundenzeiten dabei heraus."

Das überrasche selbst ihn und das Team, sagt Gasly weiter. "Wir müssen das alles noch analysieren. Denn schon in Monaco waren wir stark gewesen. Jetzt sind wir auf einem weiteren Stadtkurs erneut ziemlich stark. Und das Auto ist anders abgestimmt als auf einer normalen Rundstrecke. Vielleicht können wir also etwas daraus lernen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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