DTM-Rennen Hockenheim 1: Kelvin van der Linde siegt, Lawson verliert P3

Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde übernimmt punktegleich mit Liam Lawson die DTM-Führung und erhält Hilfe von seinem Teamkollegen, Pech für Marco Wittmann

DTM-Rennen Hockenheim 1: Kelvin van der Linde siegt, Lawson verliert P3

Der DTM-Titelkampf spitzt sich weiter zu: Kelvin van der Linde hat im ersten Lauf auf dem Hockenheimring einen dominanten Sieg eingefahren und damit die Lücke auf Liam Lawson geschlossen. Die beiden liegen jetzt mit 188 Zählern punktgleich an der Spitze, jedoch hat van der Linde einen Sieg mehr auf dem Konto als Lawson, weshalb der Südafrikaner die Gesamtwertung anführt. Während Marco Wittmann den Lauf vorzeitig aufgab, fuhr Maximilian Götz auf Platz fünf.

Die erste Runde hatte großen Einfluss auf den Ausgang des Rennens: An der Spitze übernahm van der Linde vor Lucas Auer die Führung, während sich dahinter Götz und Lawson bekriegten und sogar berührten. In der Spitzkehre fiel dann aber Arjun Maini negativ auf. Der Inder verpasste den Bremspunkt und krachte in den Mercedes seines Markenkollegens Auer. Wittmann wurde ebenfalls in den Unfall verwickelt, weshalb sein BMW Schaden nahm.

Perfekte Show von van der Linde

Van der Linde blieb auf Position eins unbeeindruckt: Nach dem Neustart übernahm der Abt-Pilot in seinem Audi die Führung und baute ein kleines Polster auf die Verfolger auf. Vor dem Rennen hatte der Südafrikaner davon gesprochen, in den ersten fünf Runden einen Vorsprung von bis zu 2,5 Sekunden herausfahren zu wollen, um einen Vorteil bei der Strategie zu haben. Der Plan ging auf!

Während Götz, Lawson und Philip Ellis in Runde 6 den Reigen der Boxenstopps eröffneten, kam van der Linde eine Runde später zum Service. Die Abt-Truppe machte einen guten Job und sorgte dafür, dass der Südafrikaner die Führung boxenstoppbereinigt behalten durfte. Anschließend fuhr der Audi-Pilot der Konkurrenz davon, um sich Platz eins und damit Saisonsieg Nummer vier zu sichern.

 

Auf die Frage, ob es für van der Linde der schönste Tag seines Lebens gewesen sei, antwortet der Rennsieger gegenüber 'Ran.de': "Ja fast. Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns in der Meisterschaft. Aber es ist fast einer der besten. Schön, dass Mama und Papa da sind. Wir werden es heute auf jeden Fall genießen."

Auf Platz zwei landete Alexander Albon im AF-Corse-Ferrari. Der Thailänder mit britischem Pass stritt sich in der ersten Rennhälfte mit Esteban Muth und überholte den Belgier dank eines schnellen Boxenstopps in Runde 13. Anschließend drückte der neue Williams-Formel-1-Fahrer mächtig auf die Tube: Albon pumpte sowohl an Lawson als auch Götz vorbei und fuhr letztlich auf Platz zwei.

Rockenfeller hilft van der Linde

Mike Rockenfeller komplettierte hinter dem Topduo das Podium in Hockenheim. Der DTM-Veteran war von Platz 17 aus gestartet und kam erst sehr spät im Rennen zum Service an die Box. Der Geniestreich katapultierte den 37-Jährigen direkt in den Kampf um die Toppositionen. Auf seinen frischen Reifen überholte er erst Götz und dann sogar Lawson, um sich Platz drei zu sichern. Das war die perfekte Schützenhilfe für seinen Audi-Markenkollegen an der Spitze.

Lawson verlor im AF-Corse-Ferrari mit Platz vier die Oberhand im Titelkampf. Immerhin schaffte es der 19-Jährige, trotz seiner 18 Kilogramm Zusatzgewicht Götz hinter sich zu halten. Lawson war nach dem Crash in der ersten Runde auf Platz drei unterwegs und musste diese Position mit seinen Ellenbogen verteidigen. Nach dem Kontakt mit Götz in Runde 1 folgte in Runde 4 eine weitere Berührung mit Ellis. Der Ferrari blieb intakt geblieben und ging in Runde 31 an Götz vorbei. Dann kam aber Rockenfeller, der Lawson in der letzten Runde überholte.

Götz mit Bremsproblemen, Wittmann im Pech

Götz hatte dahinter auf Platz fünf massiv mit Bremsproblemen an seinem Mercedes-AMG GT3 aus dem Hause HRT zu kämpfen. In der Schlussphase kämpfte der 35-jährige Ochsenfurter mit stumpfen Waffen, weshalb er sowohl von Rockenfeller als auch Lawson kassiert wurde. Muth, der letztlich Sechster wurde, kam nicht mehr an Götz vorbei.

Maximilian Götz, Haupt Racing Team Mercedes AMG GT3

Maximilian Götz, Haupt Racing Team Mercedes AMG GT3

Foto: DTM

Das Fahrzeug von Götz war im Laufe des Rennens an der Front erheblich beschädigt worden, weshalb womöglich die Bremsbelüftung nicht mehr einwandfrei funktioniert hat. Es gab aber einen Titelkandidaten, den es noch schlimmer erwischt hat: Wittmann. Der BMW-Pilot wurde in den Unfall in der ersten Runde verwickelt und auf Platz 17 zurückgespült.

Anschließend gab es einen weiteren Auffahrunfall beim Re-Start in Runde 4. Daraufhin versuchte Wittmann seinen BMW noch in Richtung der Punkteränge zu treiben, gab aber letztlich in Runde 23 auf. "Wir hatten relativ viel Schaden am Auto", sagt er bei 'Ran.de'. "In erster Linie von dem Unfall in Kurve 6, wo ich sozusagen im Sandwich war und nicht ausweichen konnte."

"Dann gab es beim Restart wieder so eine Art Auffahreffekt, wie schon zuletzt in Assen. Wir hatten natürlich geguckt, ob wir da irgendwie Rennen fahren können. Aber letztlich hatten wir natürlich keine Pace mit dem Schaden. Die ganze Haube und die Frontpartie war schon fast am Wegfallen. Da haben wir gesagt: Das bringt nichts, Auto abstellen. Einerseits zum Reifensparen, andererseits fehlte uns natürlich auch die Pace, um gegen die Konkurrenz anzukämpfen."

Auer stinksauer auf Maini

Der Unfall in der ersten Runde ging ganz klar auf die Kappe des Inders Maini, der den Bremspunkt in der Haarnadelkurve komplett verpasste und in das Auto von Auer krachte. Auer war angefressen, weil er ein vielversprechendes Rennen auf Position zwei liegend nach nur wenigen Metern beenden musste.

Lucas Auer, Mercedes AMG Team Winward

Lucas Auer, Mercedes AMG Team Winward

Foto: DTM

Das relativ junge Alter des Inders von 23 Jahren lässt Auer nicht als Ausrede gelten. Gegenüber 'Ran.de' sagt er: "Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß. Denn heute hat alles gepasst. Das Qualifying war sehr gut, ebenso der Start. Und dann kracht mir Maini ins Auto. Eine total unnötige Aktion, für mich überhaupt nicht nachvollziehbar."

"Sehr, sehr bitter. Denn heute wäre wieder ein Top-Ergebnis möglich gewesen. Mir tut es aber auch sehr leid für mein Team. Denn die Jungs haben toll gearbeitet. Jetzt müssen wir schauen, wie groß die Schäden am Auto sind. Ich hoffe, dass wir das bis morgen hinbekommen.“

Hinter Muth fuhren außerdem Daniel Juncadella, Ellis, Vincent Abril und Timo Glock in die Punkte. Der Gaststarter Lucas di Grassi wurde auf Position 15 gewertet. Sophia Flörsch kam in ihrem Audi vor Esmee Hawkey auf Rang zwölf ins Ziel.

Vor dem zweiten Lauf in Hockenheim führt van der Linde die Gesamtwertung mit 188 Punkten an. Lawson liegt punktgleich, aber mit einem Sieg weniger auf dem Konto auf Rang zwei. Dahinter liegen Götz und Wittmann mit jeweils 165 Zählern auf den Plätzen drei und vier. Der Mercedes-Pilot hat einen Sieg mehr verbucht als der BMW-Fahrer. Das zweite DTM-Rennen in Hockenheim findet am Sonntag um 13:30 Uhr statt.

Mit Bildmaterial von Gruppe C.

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