Mehr als 121 Testrunden für Juncadella: Das verletzte Schlüsselbein hält

Daniel Juncadella absolviert ersten DTM-Test nach Verletzung am Schlüsselbein und fährt am Dienstag die drittbeste Zeit: "Das war eine große Überraschung!"

Fährt er beim Test oder fährt er nicht? Diese Frage beschäftigte die Motorsportszene als bekannt wurde, dass sich Daniel Juncadella beim Mountainbike fahren das Schlüsselbein angebrochen - und das nur eine Woche vor dem DTM-Test in Hockenheim. Doch der Mercedes-Pilot wagte den Härtetest: Er absolvierte trotz seiner Verletzung 121 Runden und setzte sogar die drittbeste Rundenzeit am Dienstag. Am Mittwoch kehrte er erneut ins Cockpit zurück und spulte weitere Testkilometer ab.

Als er zum ersten Mal in sein Auto stieg, "da habe ich erst einmal gemerkt, wie eng es im Cockpit wirklich ist", schildert er. "Danach war ich mir nicht ganz sicher, ob ich so am Dienstag würde fahren können. Aber nach dem ersten Run habe ich bemerkt, dass wir nur ein paar Anpassungen am Lenkrad und dem Sitz benötigen. Auf dem zweiten Run fühlte ich mich bereits okay."

 

Als er dann auf den Zeitenmonitor schaute und sah, dass er nur drei Zehntel langsamer als sein Teamkollege Gary Paffett war, war selbst Juncadella überrascht: "Das war eine große Überraschung für mich! Denn ich fühlte mich zwar gut im Auto, rechnete aber damit, dass ich bei den Rundenzeiten wegen der Verletzung vielleicht weiter weg sein würde. Schließlich muss ich den Rechtskurven meinen rechten Arm etwas mehr verwenden und hier in Hockenheim gibt es relativ viele Rechtskurven."

Im Team hat der Mann aus Barcelona ab sofort einen neuen Spitznamen: Mann aus Titan. "Na klar, ich bestehe jetzt aus einem ganz schönen Stück Titan", sagt er. "Aber im Ernst: Das war ein ganz besonderer Tag für mich. Das Gefühl kommt fast an die größten Erfolge in meiner Karriere heran. Zu Beginn des Nachmittags war es für mich etwas härter, aber insgesamt lief alles super und ich konnte 121 Runden absolvieren."

Am Nachmittag führte Juncadella eine Rennsimulation durch, ein Test für Fahrzeug und Schlüsselbein. Doch auch diese meisterte der Mercedes-Mann. "Das war für mich die erste Rennsimulation mit der neuen Reifenmischung, die ich vor zwei Jahren schon einmal getestet habe. Das lief ebenfalls sehr positiv und ich glaube, dass ich dabei konkurrenzfähig gewesen bin. Insgesamt war es ein perfekter Tag für mich. Ich hätte mir keinen besseren Tag wünschen können", freut er sich. Wenn das Schlüsselbein weiter hält, dürfte der Teilnahme am Saisonauftakt in Hockenheim (4. bis 6. Mai) nichts im Wege stehen.

 

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