Alles für den Erfolg: Mercedes arbeitet mit Militärstrategen und Co. zusammen

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Alles für den Erfolg: Mercedes arbeitet mit Militärstrategen und Co. zusammen
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24.03.2019, 06:02

Die Aufgaben von Toto Wolff sind komplexer, als man vielleicht vermuten würde - Unter anderem muss sich der Mercedes-Teamchef mit Psychologie befassen

Mit der Formel 1 verhält es sie wie mit jeder anderen Sportart auch: Ein nicht zu unterschätzender Anteil ist reine Kopfsache. Teams und Fahrer müssen nicht nur ein schnelles Auto bauen beziehungsweise fahren können. Es geht auch darum, immer motiviert und mit der richtigen Einstellung an die Arbeit zu gehen. Teamchef Toto Wolff verrät, was Mercedes unter anderem unternimmt, um erfolgreich zu bleiben.

"Der Fall des Römischen Reichs ist ein Beispiel, das wir intensiv diskutiert haben", berichtet Wolff im Gespräch mit der 'Süddeutschen Zeitung' und verrät: "Wir arbeiten regelmäßig mit einem Militärstrategen zusammen, der uns diesen Fall dargestellt hat. Es gibt einen Grund, warum kein Sportteam auf internationaler Ebene jede Meisterschaft gewonnen hat, an der es teilgenommen hat."

"Den Römern sind vor allem die ebenbürtigen Gegner ausgegangen. Dann wurden sie nachlässig. Dekadenz und Arroganz können Folgen davon sein. Die Römer haben nicht mehr priorisiert. Es gab nichts mehr zu erobern. Und wenn es nichts mehr zu erobern gibt, du in Selbstzufriedenheit verfällst, dann zerfallen Reiche. Auch weil sich die Menschen mit sich selbst beschäftigen, es intern zu Grabenkämpfen kommt", erklärt Wolff.

Bei Mercedes möchte man auf einen ähnlichen Fall vorbereitet sein. Schließlich gewannen die Silberpfeile seit 2014 bereits fünfmal in Folge Fahrer- und Konstrukteurs-WM. Da kann man durchaus Gefahr laufen, dass einem irgendwann die Ziele ausgehen. "Diese zehn Titel sind extrem ehrenvoll und nichts, was man als selbstverständlich ansehen sollte. In der Tat müssen wir uns jetzt die richtigen Ziele setzen", bestätigt Wolff.

"Wir müssen ausreichend Energie durch das ganze Team schicken", erklärt er und verrät: "Wir setzen uns intensiv mit der Psychologie und der Konditionierung unserer Mitarbeiter auseinander. Was motiviert den Einzelnen? Was motiviert Abteilungen? Was motiviert eine Mannschaft? Jeder Mensch ist anders. Einer ist vielleicht ausschließlich durch Geld motiviert. Ein anderer strebt nach mehr Entscheidungsfreiheit."

"Dann gibt es welche, die wollen intern anerkannt werden, andere wiederum extern gelobt werden. Und wieder einem geht es um die Work-Life-Balance, er will mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen", berichtet Wolff und verrät weiter: "Zum Beispiel kriegt bei uns jeder Mitarbeiter die allgemeinen Unternehmensziele und seine persönlichen Ziele ausgedruckt und laminiert. Auf einem Blatt, damit er sie immer bei sich tragen kann."

Die Idee, die Führung eines Formel-1-Teams durch militärstrategische Lektionen leiten zu lassen, ist übrigens nicht ganz neu. Adam Parr hat darüber mit Ross Brawn ein ganzes Buch geschrieben. Parr war Teamchef bei Williams, bevor Wolff dort als Investor aufschlug, und Brawn bei Mercedes, bevor er dort durch Wolff ersetzt wurde. Das Buch heißt "Total Competition: Lessons in Strategy from Formula One" (und kann über diesen sponsored Link bequem online bestellt werden).

Mit Bildmaterial von LAT.

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Urheber Ruben Zimmermann
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