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Christian Horner: Hamilton hat Albon den Sieg gekostet

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Christian Horner: Hamilton hat Albon den Sieg gekostet
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper

Während Sebastian Vettel findet, dass Lewis Hamilton in Österreich glimpflich davongekommen ist, gibt es auch Stimmen, die den Fall anders bewerten

Die vielleicht rennentscheidende Kollision zwischen Lewis Hamilton und Alexander Albon beim Grand Prix von Österreich sorgt auch zwei Tage nach dem Rennen in Spielberg für hitzige Diskussionen unter den Formel-1-Fans. Selbst unter den Fachleuten gehen die Meinungen über die Schuldfrage und das angemessene Strafmaß weit auseinander.

Während zum Beispiel Sebastian Vettel findet, dass die Fünf-Sekunden-Strafe gegen Hamilton (warf ihn vom zweiten auf den vierten Platz zurück) "viel zu weich" war, meint Formel-1-Experte Marc Surer: "Die Strafe wäre nicht wirklich nötig gewesen. Aber wenn man sich's genau anschaut, wäre Lewis der gewesen, der es hätte verhindern können."

Surer analysiert die Kollision kurz nach der letzten Safety-Car-Phase im YouTube-Video zum Grand Prix von Österreich auf den Kanälen von Motorsport-Total.com und Formel1.de. Der Zusammenstoß "wäre vermeidbar gewesen", findet der Schweizer. Gleichzeitig steht für ihn fest: "Sie wurde nicht wirklich mit Absicht ausgelöst von Lewis."

"Die Strafe war schon hart, fand ich. Für mich war's auch ein Rennunfall", so Surer. "Mein erster Eindruck war: 'Lass sie Rennen fahren. Ist jetzt halt passiert.' Das war schon mutig [von Albon], da außen vorbeizufahren, und ist halt schiefgegangen."

Surer sicher: Albon hätte gewinnen können

Hätte das Manöver geklappt, dann, da ist sich Surer sicher, hätte Albon den Grand Prix auch gewinnen können: "So locker, wie er an Hamilton außen vorbeigefahren ist, noch ohne DRS, hätte er auch Bottas gekriegt." Denn der Red-Bull-Pilot hatte beim Re-Start nicht nur die weicheren Reifen drauf als das Mercedes-Duo, sondern auch die um 25 Runden (!) frischeren.

"Mit dem weichen Reifen war er 1,2 Sekunden pro Runde schneller als die Mercedes", rechnet Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Interview mit 'ServusTV' vor. "Die waren auf 30 Runden alten, harten Reifen, während er komplett neue, weiche Reifen hatte. Die sind natürlich viel, viel schneller. Er hätte sicherlich die Möglichkeit gehabt, das Rennen zu gewinnen."

Red Bull hatte Albon während der Safety-Car-Phase ein zweites Mal an die Box geholt, um für das Finish frische Reifen aufziehen zu lassen. Eine Rechnung, die beinahe aufgegangen wäre. Mit Sergio Perez machte der Thailänder kurzen Prozess, und nach dem letzten Re-Start des Rennens war er der klar schnellste Mann am Red-Bull-Ring.

"Wir haben als Team die sehr smarte Entscheidung getroffen, ihn reinzuholen und auf die weichen Reifen zu wechseln. Aus irgendeinem Grund blieb Mercedes auf dem weißen Reifen draußen", wundert sich Horner.

Die Kritik, Albon hätte geduldiger sein müssen, um seinen Grip-Vorteil zu nutzen, zumindest bis zur Freigabe des klappbaren Heckflügels DRS, relativiert Horner: "Alex wusste, dass er beim Re-Start die beste Chance hat, weil die Mercedes auf den Geraden sehr schnell sind, wenn sie einmal laufen. Aber die Reifen auf Temperatur zu bekommen, das war für sie schwieriger als für ihn. Deswegen musste er die Chance schnell nutzen."

Vettel: Keine Absicht, aber Schuld bei Hamilton

Und die Schuldfrage? Dass Hamilton Albon mit Absicht umgedreht hat, glaubt kaum jemand. Auch Vettel nicht. Aber: "Es ist natürlich Lewis' Schuld. Alex hat das super gemacht, hat den Vorteil der weichen Reifen genutzt. Dort außen rum zu überholen, ist gar nicht so ohne. Deswegen hat er sich da wirklich ein Herz gefasst und das toll gemacht. Er hat alles richtig gemacht."

"Lewis", analysiert der viermalige Weltmeister, "hätte antizipieren müssen, dass er da mehr vom Gas runter muss, weil er natürlich in dem Moment als inneres Auto Grip verliert, da er ein bisschen die 'dirty Air' vom Auto außen abbekommt. Ich finde die Strafe schon gerechtfertigt. Irgendwie sogar viel zu weich, denn Alex' Rennen war danach futsch."

Ein Argument, dem Surer etwas abgewinnen kann. Zumal die "Schiedsrichter" von der FIA so wenigstens bewiesen haben, dass sie keine Angst davor haben, auch einen Superstar wie Hamilton zu bestrafen: "Es ist schön, dass auch ein Weltmeister mal bestraft wird. Nicht wie das sonst so oft ist, dass man die Kleinen aufhängt und die Großen laufen lässt. Diesmal hat's einen Großen erwischt."

Überlegungen, die für FIA-Rennleiter Michael Masi keine Rolle spielen. Masi entscheidet nicht selbst über Schuld und Unschuld - versucht aber nach den Formel-1-Rennen stets, den Medien deren Entscheidungen zu erklären.

Im konkreten Fall klingt das so: "Lewis' Vorderrad hat Alex' Hinterrad berührt. Daher haben sie die Situation nicht als Rennunfall eingestuft." Und: "Die Kommissare hatten das Gefühl, dass Alex effektiv komplett am Streckenrand war, mehr oder weniger, und dass er das Überholmanöver bereits abgeschlossen hatte."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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