Hülkenberg über Sainz-Duell: "Schwierig, mich zu schlagen"

Renault-Pilot Nico Hülkenberg kommt mit viel Selbstbewusstsein nach China - Von schwachem Sainz-Saisonstart verwundert - Balanceprobleme in China gelöst?

Mit 14 Punkten liegt Nico Hülkenberg auf WM-Rang sechs nur einen Punkt hinter Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. Nach Fernando Alonso ist der Deutsche der zweiterfolgreichste Renault-Fahrer zu Saisonbeginn 2018. Carlos Sainz muss sich hingegen mit einem Punkt zufriedengeben, der Spanier hat auch beide Qualifyings an Hülkenberg verloren. Der Deutsche erklärt, warum er seinen Teamkollegen derzeit so deutlich im Griff hat und wo Renault im Vergleich zu Red Bull und den Topteams am meisten verliert.

Mit Platz sieben in Melbourne und Platz sechs in Bahrain ist Hülkenberg solide in das Jahr 2018 gestartet. Im Renault-Team fühlt er sich mittlerweile sehr wohl, obwohl er seit Herbst einen neuen, ebenbürtigen Teamkollegen an seiner Seite hat. Red-Bull-Leihfahrer Sainz ließ er zweimal hinter sich: "Es ist ein netter Bonus, aber wir sind erst zwei Rennen gefahren, 19 stehen noch aus. Es war cool, ihn vergangene Woche geschlagen zu haben, das bringt mir diese Woche aber nichts", weiß der Deutsche.

Mit den Plätzen elf und zehn konnte sich Sainz noch nicht in Szene setzen. Hat Hülkenberg mehr von seinem Garagennachbar erwartet? "Ja, manchmal hat man eben einen schwierigen Start in die Saison. Ich weiß nicht genau, wie er sich gefühlt hat oder warum er Probleme hatte." In Australien wurde Sainz Opfer eines defekten Trinksystems und einer verdorbenen Banane. Dennoch hält der Emmericher fest: "Aber ich bin in guter Form und es ist auch schwierig, mich zu schlagen."

Schwachstelle Balance: Hülkenberg & Sainz einig

Obgleich er auch hinzufügt: "Natürlich möchte ich meinen Teamkollegen schlagen, es ist aber nicht meine oberste Priorität. Wichtig ist, dass das Auto schneller wird über die Saison gesehen." Denn vor allem die Konkurrenz von Toro Rosso und Haas fürchtet er. Bei der Entwicklung ziehen beide Renault-Piloten am selben Strang. "Es scheint, als verlangen wir dieselben Dinge vom Auto, das ist also gut." Beide berichten, dass sie mit der Balance des Renaults in Bahrain unglücklich waren.

"In Bahrain hatte ich mit der Balance des Autos zu kämpfen", berichtet Sainz am Mediendonnerstag in Schanghai. "Sollte ich die Balance wieder auf Melbourne-Niveau zurückbringen, dann wartet das erste gute Ergebnis auf mich." Hülkenberg bestätigt diese Aussagen: "Wir hatten Schwierigkeiten mit der Balance, daher war ich nicht glücklich mit dem Auto." Die Erwartungen sind dennoch hoch vor dem dritten Saisonrennen. Renault beansprucht weiterhin Platz vier im Kräfteverhältnis.

In China möchte Sainz endlich ein starkes Top-10-Ergebnis einfahren. Er weiß: "Das war nicht gerade der einfachste Start in die Saison, aber ich mache mir keine Sorgen. Ich war in Australien das gesamte Wochenende sehr schnell." Kann er den internen Renault-Kampf gegen Hülkenberg im Reich der Mitte aufnehmen? "Daran zweifle ich nie", kontert der Spanier knapp.

Wo Renault auf Kundenteam Red Bull verliert

Nach dem Saisonauftakt war Hülkenberg etwas enttäuscht und überrascht, dass der Abstand zu den Topteams doch so groß ausfällt. Dem Deutschen fehlten im Qualifying in Australien noch 1,6 Sekunden auf die schnellste Red-Bull-Zeit, in Bahrain verlor er rund 1,2 Sekunden. Er fordert eine aggressivere Entwicklung und scherzt: "Wir werden alle bei der Entwicklung überholen und klar vorne sein." Nachsatz: "Das war zwar eine ernsthafte Antwort, aber nicht ganz so ernst gemeint. Wir müssen aggressiver entwickeln. Idealerweise sollten wir das viertbeste Team sein."

Wo fehlt noch am meisten auf das Renault-betriebene Topteam Red Bull? "In der Kurve kannst du so viel Rundenzeit gutmachen, vom Bremsen bis zum Kurvenausgang. Dort haben sie mehr Grip und eine bessere Balance, so simpel ist das." Sainz ergänzt, dass Renault derzeit noch nicht dort stünde, wo man sich gerne sehen würde. Er hofft auf Motor-Upgrades, die in dieser Saison noch kommen sollen.

"Der Luftwiderstand unseres Autos ist nicht so schlecht. Es geht eher darum, mehr PS zu bekommen. Das wird geschehen, wir sind nicht mehr weit entfernt." Zwar wird in China die längste Gerade im Rennkalender gefahren, dennoch ist der Spanier optimistisch: "Der Motor sollte hier weniger wichtig sein als in Bahrain. Daher bin ich positiv gestimmt, das könnte eine gute Strecke für uns sein."

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung Schanghai
Rennstrecke Shanghai International Circuit
Fahrer Carlos Sainz , Nico Hülkenberg
Teams Renault
Artikelsorte News
Tags carlos sainz, china, formel 1 2018, nico hulkenberg, renault, schanghai