Jenson Button: So war Hamilton als Teamkollege anders als Alonso

Jenson Button hatte sowohl Lewis Hamilton als auch Fernando Alonso als Teamkollegen, nun erklärt er, worin sich die beiden unterschieden

Jenson Button: So war Hamilton als Teamkollege anders als Alonso

Lewis Hamilton und Fernando Alonso haben in der Geschichte der Formel 1 ihre Spuren hinterlassen. Hamilton greift nach in diesem Jahr nach seinem achten WM-Titel und dem alleinigen Rekord, Alonso wurde immerhin zweimal Champion und scheitere einige Male danach knapp. Gemeinsam fuhren sie 2007 für McLaren und bekriegten sich am Ende dermaßen, dass Kimi Räikkönen im Ferrari ihnen den WM-Titel vor der Nase wegschnappte.

Einer, der Alonso und Hamilton als Teamkollegen erlebt hat, ist Jenson Button. Von 2010 bis 2012 fuhr der Brite an der Seite Hamiltons, nach dessen Wechsel zu Mercedes kam zwei Jahre später Alonso zurück. Beide fuhren 2015 und 2016 im unterlegenen McLaren-Honda am Ende des Feldes.

Button kennt die Unterschiede zwischen Alonso und Hamilton ganz genau. "Es waren andere Zeiten, aber Lewis war schon Weltmeister, als wir Teamkollegen waren. Er war viel jünger und unerfahrener als Fernando Alonso", erinnert sich Button bei 'Sky UK'.

Button: Alonso war ein gerissener Hund

Alonso sei mit allen Wassern gewaschen gewesen, als er 2015 zu McLaren zurückkehrte. "Alonso war ein gerissener Hund. Fernando wusste genau, was er tun musste, um zu gewinnen. Er hatte den Speed, aber er verstand auch die Strategie und wusste, was er mit den Ingenieuren machen musste", blickt Button zurück.

In den Ergebnislisten machte sich dies aber zumindest 2015 nicht bemerkbar, Punkteresultate hatten bei beiden Seltenheitswert. Am Saisonende hatte Button mit 16:11 Zählern knapp die Nase vorne. Ein Jahr später dann schlug Alonso zurück und verwies Button in dessen letztem Jahr als Formel-1-Stammfahrer mit 54:21 Punkten in die Schranken.

Schon einige Jahre zuvor hatte Button Bekanntschaft mit Hamilton gemacht. Als frischgebackener Weltmeister war Button zur Saison 2010 zu McLaren gekommen und traf dort auf seinen arrivierten, aber dennoch immer noch jungen Landsmann, der ein Jahr vor Button den Titel gewonnen hatte.

Button schlug Hamilton 2011 im teaminternen Duell

In der Rückschau seien die Unterschiede zwischen dem jungen Hamilton und dem später schon deutlich erfahreneren Alonso unübersehbar gewesen. "Lewis war viel gradliniger und super schnell. Aber heute, denke ich, ist Lewis ganz anders als damals. Er hat die Erfahrung. Damals hat er jede Runde Vollgas gegeben. Heute versteht er, was man braucht, um von A nach B zu kommen und das Beste aus dem Auto herauszuholen", erklärt Button.

Das teaminterne Duell gestaltete Button ziemlich offen. Im ersten Jahr bei McLaren musste er sich zwar deutlich geschlagen geben, doch als er sich erst einmal an das Auto gewöhnt hatte, setzte er sich 2011 gegen Hamilton durch und wurde Vizeweltmeister hinter Sebastian Vettel. Hamilton blieb nur Rang fünf. Ein Jahr später lagen sie fast gleichauf, Hamilton war zwei Punkte vorne.

Button ist damit neben Nico Rosberg 2016 der bislang einzige Fahrer, der Hamilton in der Endabrechnung einer Saison hinter sich lassen konnte. Button erinnert sich genau an die damalige Zeit und daran, wie er es schaffte, Hamilton zu besiegen.

Button: Das hat Hamilton mental verletzt

"Für mich war es das Wichtigste, ein Team hinter mir zu haben. Wenn ich mich in ein Auto setze und es passt nicht zu meinem Fahrstil, dann funktioniert es nicht. Ich bin keiner dieser Fahrer", blickt Button auf sein schwieriges erstes Jahr bei McLaren.

Doch seine Arbeit zahlte sich aus. "Ich muss ein Auto um mich herum entwickeln und ich brauche das Team um mich herum, dass in meine Richtung entwickelt. Und das hat funktioniert. Ich glaube, das hat Lewis mental verletzt", meint Button.

Doch so, wie es Hamilton mit der Zeit verstanden habe, auf das Material zu achten und sich ein Rennen einzuteilen, so gehe er heute auch ganz anders mit Rückschlägen um. "Wenn heute etwas nicht nach Wunsch läuft oder Lewis kein gutes Rennwochenende hat, dann geht er weg, denkt lange darüber nach, kommt zurück und fährt noch stärker", sagt Button.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Masepin lässt Spott kalt: Bessere Ergebnisse lassen Hater verstummen

Vorheriger Artikel

Masepin lässt Spott kalt: Bessere Ergebnisse lassen Hater verstummen

Nächster Artikel

Toto Wolff: Mercedes gegen Red Bull "in der Jäger-Rolle"

Toto Wolff: Mercedes gegen Red Bull "in der Jäger-Rolle"
Kommentare laden