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Mercedes-Kopie: Racing-Point-Gegner könnten offiziell Protest einlegen

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Mercedes-Kopie: Racing-Point-Gegner könnten offiziell Protest einlegen
Autor:
Co-Autor: Oleg Karpow
29.02.2020, 13:54

Exklusiv: Mindestens drei Teams bereiten offenbar einen offiziellen Protest gegen Racing Point vor, Andrew Green blickt diesem aber gelassen entgegen

Der "rosarote Mercedes", wie der neue Racing Point RP20 während der Tests in Barcelona oft genannt wurde, ist eines der heißesten Themen des Formel-1-Winters 2020. Und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Denn laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' muss das Team von Geschäftsmann Lawrence Stroll in einem der ersten Rennen mit einem offiziellen Protest rechnen.

Dass ein Team ein anderes so plump kopiert, wie das zwischen Racing Point und Mercedes der Fall ist, sorgt bei einigen in der Formel 1 für Stirnrunzeln. Renault-Geschäftsführer Marcin Budkowski zum Beispiel spricht von einer "besorgniserregenden Entwicklung für den Sport. Es ist Aufgabe der FIA, darüber zu entscheiden, ob das den Regeln entspricht oder nicht."

Die FIA schaltet sich aber nur ein, wenn ein Auto a) bei der technischen Abnahme vor einem Grand Prix beanstandet wird oder b) ein anderes Team Protest einlegt. Und genau das könnte Racing Point drohen. Renault steht an vorderster Front jener Teams, die ernsthaft darüber nachdenken, den RP20 hochoffiziell prüfen zu lassen. Williams wäre auch dabei, hört man. McLaren vielleicht.

Renault und Co. haben vor, die ersten Saisonrennen abzuwarten. Sollte Racing Point dann tatsächlich an der Spitze des Mittelfeldes liegen, wäre ein Protest wahrscheinlich. Die Teams, die komplett ihr eigenes Auto entwickeln, haben daran ein Interesse. AlphaTauri und Haas, die an der Nabelschnur von Red Bull beziehungsweise Ferrari hängen, naturgemäß nicht.

Haas, AlphaTauri stehen Racing Point zur Seite

"Ich habe kein Problem damit, dass sie kopieren. Es ist nicht illegal, also gibt es keinen Grund, sich darüber zu beschweren", sagt Günther Steiner. Und Franz Tost ergänzt: "Wenn es nach mir geht, sollte die Zusammenarbeit zwischen Teams so eng wie möglich sein. Weil ich keine Notwendigkeit dafür sehe, dass jedes Team seinen eigenen Windkanal betreibt."

Bei Racing Point blickt man einem möglichen Protest gelassen entgegen. Zumal es Renault & Co. auch gar nicht in erster Linie darum geht, eine Disqualifikation des rosaroten Teams zu erwirken. Sondern darum, die Frage nach dem, was erlaubt ist und was nicht, ein für alle Mal klären zu lassen. Im Hinblick auf die Zeit nach 2021, wenn in der Formel 1 ein neues Regel-Zeitalter beginnt.

"Ich weiß nicht, worüber die sich beschweren. Was wir getan haben, ist völlig legal", betont Andrew Green, Racing Points Technischer Direktor. "Wir bewegen uns innerhalb der Regeln, wie sie derzeit geschrieben sind. Das ist die Idee dieses Spielchens, nicht wahr? Dass man Regeln aufstellt und dann alle versuchen, innerhalb dieser Regeln so schnell wie möglich zu fahren. Genau das tun wir."

"Die Leute reden über uns, sie beschweren sich über uns. Das werte ich als starkes Zeichen, dass wir etwas richtig gut machen. Wenn wir ganz hinten wären, würde sich keiner für uns interessieren. Wenn andere Teams [...] den von uns eingeschlagenen Weg nicht eingeschlagen haben, dann ist das ihre Entscheidung. Sie haben die Möglichkeit, genau das zu tun, was wir getan haben."

"Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ein paar andere Teams nicht so gut gearbeitet haben, wie sie sich vorgenommen hatten. Und das realisieren sie langsam", schaltet Green auf Gegenangriff. "Wahrscheinlich ist ihr Frust im Grunde genommen gegen sich selbst gerichtet, weil sie ihre Arbeit nicht gut genug gemacht haben. So sieht es zumindest für mich aus, von außen betrachtet."

Für ihn ist das Kopieren des Weltmeister-Mercedes eine logische Folge der finanziellen und personellen Aufrüstung von Racing Point seit dem Einstieg neuer Investoren: "Wir sind ein Team, das zwei Jahre hintereinander nahezu ohne Geld Vierter in der Konstrukteurs-WM war. Anzunehmen, dass sich so ein Team nicht verbessern würde, wenn man Geld reinsteckt, war einfach naiv."

Racing Point: Konkurrenten haben uns einfach unterschätzt

"Ich glaube, das haben einige unserer Gegner unterschätzt", sagt Green - und verrät, dass die Idee, eines der Topautos einfach nachzubauen, nicht ganz neu ist: "Wir hatten das schon seit sehr, sehr langer Zeit vor. Aber bisher hat uns immer das Budget dafür gefehlt." Konkret fiel die Entscheidung dazu, 2020 mit einem "rosaroten Mercedes" zu fahren, bereits im Sommer 2018.

Die Formel 1 steht vor einer Richtungsentscheidung in dieser Frage. Cyril Abiteboul, Claire Williams und Andreas Seidl sind Vertreter des Standpunkts, dass ein Formel-1-Team - abgesehen vom Antriebsstrang - sein eigenes Auto bauen sollte. Es ist schließlich eine Konstrukteurs- und nicht eine Einsatzteam-WM von der FIA ausgeschrieben.

Die andere Seite, zu der neben Racing Point auch AlphaTauri und Haas gehören, bewertet das Thema ganz anders: "Vielleicht müssen wir den nächsten Schritt machen und noch weiter gehen", findet Günther Steiner, der sich in der Vergangenheit oft den Vorwurf anhören musste, sein Team fahre mit einem halben Vorjahres-Ferrari.

Steiner macht gar keinen Hehl daraus, dass er am liebsten das ganze Chassis kaufen würde: "Verkaufen sie aber nicht! Habe ich Mattia [Binotto] schon gefragt. Das war ganz am Anfang, 2014, 2015, unser eigentlicher Plan: das ganze Auto zu kaufen, wenn wir dürfen. Aber das hat man uns nicht erlaubt", sagt der Südtiroler.

Franz Tost findet es nur logisch, dass Teams Synergien nutzen, wie das zwischen Red Bull und AlphaTauri praktiziert wird: "Wir bauen Autos für Rennen am Sonntagnachmittag. Wir verkaufen unsere Produkte nicht am freien Markt. Wir bauen sie nur für Unterhaltung - nicht für technische Weiterentwicklung, die man später in Serie verkaufen könnte."

"Das würde so eine Infrastruktur noch irgendwie rechtfertigen. Daher: Je mehr Synergien die Teams nutzen können, desto besser. Das ist meine Meinung", unterstreicht der Österreicher seinen Standpunkt - und führt ein Beispiel an: "In der Automobilindustrie arbeiten auch alle zusammen. BMW und Mercedes, alle arbeiten zusammen."

"Warum? Weil die Kosten für Forschung und Entwicklung so hoch sind, besonders im Bereich der Elektromobilität und neuen Technologien, dass es keinen Sinn ergibt, wenn jede Firma die ganzen Kosten für Forschung und Entwicklung selbst trägt", so Tost. Da könne sich, findet er, die Formel 1 bei den Automobilkonzernen durchaus etwas abschauen.

Weiterer Co-Autor: Jonathan Noble, Stuart Codling. Mit Bildmaterial von Motorsport Network.

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