Michael Masi: FIA will mit Gurtregel kein Spielverderber sein

Die FIA möchte mit ihrer Gurtregel kein Spielverderber sein und Jubel unterbinden, pocht aber auf das Thema Sicherheit und die Vorbildwirkung

Michael Masi: FIA will mit Gurtregel kein Spielverderber sein

Rennleiter Michael Masi betont, dass die FIA mit ihren Vorschriften zum Sicherheitsgurt kein Spielverderber sein will und auch Jubel nach einem Grand Prix nicht unterbinden möchte. Allerdings hat alles gewisse Grenzen - und die wurde in Brasilien überschritten, als Lewis Hamilton seine Gurte komplett gelöst hatte.

Der Mercedes-Pilot musste sich nach seinem Sieg in Sao Paulo ein weiteres Mal vor den Rennkommissaren verantworten. Diese brummten ihm für das Lösen seines Sicherheitsgurtes in der Auslaufrunde eine Strafe von 25.000 Euro auf. 5.000 musste der Brite sofort bezahlen, 20.000 sind bis Ende 2022 zur Bewährung ausgesetzt, sollte sich der Vorfall bis dahin wiederholen.

Die Rennkommissare zeigten in ihrer Begründung zwar Verständnis für den Jubel, merkten aber an, dass ein Lösen der Gurte selbst bei vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten sehr gefährlich sei. Außerdem sei Hamilton damit ein schlechtes Vorbild für jüngere Piloten in Nachwuchsserien.

"Jeder kennt natürlich diese Regel", sagt Rennleiter Michael Masi. Zum einen wurde sie bei Charles Leclerc in Barcelona 2020 zum Thema, zum anderen sei sie auch unter Vorgänger Charlie Whiting besprochen worden. Damals hieß es: Gurte lockern ist kein Problem, solange der Fahrer aber generell angeschnallt bleibt.

"Es ist ein Sicherheitssystem. Die Kommissare haben aber in ihrer Entscheidung klargestellt, dass es nicht darum geht, den Jubel ganz zu unterbinden", so Masi. "Aber es ist die Spitze des Motorsports, es ist ein Sicherheitsproblem, und es geht auch darum, die Botschaft auszusenden, dass so ein Verhalten nicht akzeptabel ist."

Unüblich war allerdings, dass ein Großteil der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde und es auch nicht bei einer Verwarnung blieb. Doch laut Masi hätte es zuvor für die Kommissare keinen Präzedenzfall gegeben: "Nicht in der Formel 1", sagt er. "Ich glaube, die Kommissare haben versucht, etwas Ähnliches zu finden, aber sie konnten in jüngerer Zeit nichts finden."

"Und darum ist ein Großteil bis Ende 2022 zur Bewährung ausgesetzt. Denn wenn man jetzt anfangen würde, das regelmäßig zu tun, dann wäre das ein anderer Sachverhalt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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