Motorengipfel: "Letzte Chance" für Volkswagen-Einstieg in die Formel 1

Am Samstag könnte sich in Österreich bei einem Gipfeltreffen der großen CEOs entscheiden, ob Volkswagen in die Formel 1 einsteigt oder nicht

Motorengipfel: "Letzte Chance" für Volkswagen-Einstieg in die Formel 1

Am Rande des Grand Prix von Österreich könnte eine Vorentscheidung darüber fallen, ob der Volkswagen-Konzern mit Audi und/oder Porsche in die Formel 1 einsteigt oder nicht. Denn am Samstagnachmittag findet ein Gipfeltreffen auf allerhöchster Ebene statt, bei dem die Motorenzukunft der Formel 1 diskutiert werden soll.

Zentrale Gäste bei dem Treffen werden die Chefs von Audi (Markus Duesmann) und Porsche (Oliver Blume) sein. Der Volkswagen-Konzern, dem sowohl Audi als auch Porsche angehören, hat einen Formel-1-Einstieg zuletzt intensiv evaluiert - laut Informationen von 'Motorsport.com' mit der Unterstützung von Konzernchef Herbert Diess.

Doch Volkswagen braucht eine rasche Entscheidung der Formel 1, mit welchem Antriebsformat ab 2025 Grand-Prix-Sport gemacht werden soll - und idealerweise das Aufsetzen einer zumindest teilweise neuen Technologie, um gegenüber den derzeit engagierten Herstellern keinen allzu großen Erfahrungsnachteil zu haben.

Nach anfangs positiven Signalen verliefen die Gespräche darüber, wie sich die verschiedenen Hersteller die Zukunft der Formel 1 vorstellen, aus Wolfsburger Sicht nicht mehr zufriedenstellend. Kein Wunder, schließlich haben etwa Toto Wolff und Christian Horner vermutlich kein allzu großes Interesse an einer technologischen Revolution, die ihren derzeitigen Vorsprung kosten könnte.

Also wurde nun ein Treffen auf allerhöchster Ebene initiiert, bei dem ohne die unmittelbaren Formel-1-Verantwortlichen die Weichen für die Zukunft gestellt werden sollen. Als Gäste angesagt sind Luca de Meo (Renault), John Elkann (Ferrari), Ola Källenius (Daimler), die Formel-1-Chefs Stefano Domenicali und Ross Brawn sowie FIA-Präsident Jean Todt.

Duesmann wird vor Ort die Volkswagen-Position vertreten, Blume wird über Videokonferenz zugeschaltet sein. Fritz Enzinger, im Volkswagen-Konzern für die gesamthafte Leitung des Themas Motorsport verantwortlich, war bereits vergangene Woche als Gast von seinem alten Freund Franz Tost bei AlphaTauri in Spielberg - mutmaßlich für Vorsondierungen.

Aus VW-Kreisen ist zu vernehmen, dass es sich bei dem Treffen um die "letzte Chance" handelt. Sollten sich die in der Formel 1 vertretenen Player nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen können, dann wird das Thema in Wolfsburg vermutlich auf Eis gelegt. Schließlich braucht es ausreichend Vorlauf, um ein Formel-1-Programm auf Schiene zu bringen.

Honda (steigt Ende 2021 aus der Formel 1 aus) ist in die Gespräche nicht eingebunden. Stattdessen soll Dietrich Mateschitz, so zumindest die Planung, die Agenden von Red Bull (neuerdings auch Motorenhersteller) vertreten. Der Österreicher soll zumindest eine Einladung zu dem Gipfeltreffen erhalten haben.

FIA-Präsident Jean Todt hat zuletzt bereits darüber geklagt, dass Zukunftsentscheidungen in der Formel 1 immer eine komplexe Angelegenheit sind: "Es ist eines der großen Probleme der Formel 1, sich auf etwas zu einigen." Für ihn stehen die sogenannten E-Fuels im Zentrum der Evolution der Formel 1 hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Mit Bildmaterial von Mercedes.

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