Formel 1 Suzuka
"Software-Bug": Darum verlor Russell die Positionen gegen Ferrari
George Russell hadert mit einem unglücklichen Safety-Car und verpasst gegen Ferrari auch das Podest - Toto Wolff: "Haben uns da nicht mit Ruhm bekleckert"
Norman Fischer Filip Cleeren
Veröffentlicht: 29.03.2026, 09:42
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Lewis Hamilton ging nach dem Safety-Car-Restart an George Russell vorbei
Foto: LAT Images
"Das Rennen lief einfach gegen ihn", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über den Sonntag von George Russell. Der bisherige WM-Spitzenreiter musste am Rennwochenende in Suzuka einige Rückschläge einstecken und nach seinem vierten Platz auch die WM-Führung an Teamkollege Andrea Kimi Antonelli abgeben.
"Es kam einfach einiges zusammen", hadert der Brite, der unter normalen Umständen - so seine Sicht der Dinge - das Rennen hätte gewinnen können. Dabei war Russell schon gehandicapt ins Rennen gegangen, denn nach einem Set-up-Fehler seines Teams im Qualifying musste er mit einem nicht optimal ausbalancierten Auto auskommen.
"Das hat George heute sicher Performance gekostet", räumt Wolff bei Sky ein.
Patzer am Start
Antonelli schien also schon vor dem Start die Oberhand zu haben, zumal er durch die Poleposition auch auf der besseren Seite stand. Doch der Italiener patzte erneut am Start und fiel bis auf Rang sechs zurück.
Doch auch Russell ließ am Start Federn und musste die beiden McLaren von Oscar Piastri und Lando Norris sowie den Ferrari von Charles Leclerc ziehen lassen. "Sicherlich geben wir den beiden Fahrern nicht die besten Werkzeuge für die Starts mit, aber heute gab es am Start auch Fahrerfehler", nimmt Wolff seine Fahrer dabei in die Pflicht.
Doch Russell korrigierte seinen Fehler und schnappte sich Norris und Leclerc schnell wieder, an Piastri fand er aber keinen Weg vorbei. Als dieser in Runde 18 zum Reifenwechsel an die Box kam, schien Russells Chance mit freier Fahrt gekommen zu sein, doch nur drei Runden später holte ihn Mercedes ebenfalls rein - zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Russell hadert mit Safety-Car: "Eine Runde ..."
Denn nur wenige Augenblicke später kam das Safety-Car nach dem Unfall von Oliver Bearman raus und verschaffte Antonelli, der noch draußen geblieben war, einen so großen Vorteil, dass er nach seinem Boxenstopp als Führender wieder auf die Strecke kam - vor Piastri und Russell, der hinter dem McLaren geblieben war.
"Eine Runde Unterschied und wir hätten das Rennen gewonnen", hadert Russell nach dem Rennen. "Ich weiß nicht wirklich, warum ich zu diesem Zeitpunkt gestoppt habe. Ich glaube, es war, weil Charles herankam, aber was willst du machen - das ist pures Glück."
"Wäre das eine Runde später passiert, hätten wir das Rennen gewonnen. Wenn es keinen Crash gegeben hätte, hätten wir es vielleicht bereut, zu diesem Zeitpunkt nicht gestoppt zu haben."
Immerhin war Russell zu dieser Zeit noch Dritter und auf Podestkurs, doch statt sich nach vorne zu orientieren, ging es für den Briten schon beim Re-Start schief, als er stattdessen Rang drei an Lewis Hamiltons Ferrari verlor.
"Ich bin in eine sogenannte Ladegrenze gelaufen, konnte also meine Batterie nicht wieder aufladen", erklärt der Mercedes-Pilot. "Ich glaube, eine Reihe von Teams hatte dieses Problem bei den Rennstarts. Lewis ist dann einfach an mir vorbeigeflogen."
Unerwarteter Positionsverlust gegen Leclerc
Zwar konnte er Hamilton später wieder überholen, trotzdem reichte es nicht für das Podium, da er stattdessen wieder eine Position gegen Leclerc verlor, von dem er vor der Spoon-Kurve relativ einfach kassiert wurde. Laut Wolff soll dafür ebenfalls ein "Bug in der Software" verantwortlich gewesen sein.
"Wir dachten, wir verschaffen ihm einen Vorteil, indem wir Energie freigeben. Aber was es ihm stattdessen bescherte, war ein Super-Clip' - das bedeutet, dass das Auto massiv eingebremst wird", erklärt der Österreicher. "Und genau da haben wir unerwartet die Position an Leclerc verloren."
Kurz vor Schluss wagte Russell in der Schikane noch einmal ein Überholmanöver gegen den Ferrari, doch auf der folgenden Geraden wurde er einfach wieder von diesem aufgefressen, sodass er sich am Ende mit Rang vier begnügen musste. Er hadert: "Eine Runde Unterschied, und wir würden hier ein ganz anderes Gespräch führen."
Da hat auch Wolff Mitleid mit seinem Schützling: "Das ist buchstäblich alles, was in den letzten 24 Stunden für ihn schiefgehen konnte", sagt er und nimmt das auch auf seine eigene Kappe: "Wir haben uns bei Georges Rennen nicht gerade mit Ruhm bekleckert."
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