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Trotz Renault-Kontakten: Warum Haas bei Ferrari geblieben ist

Cyril Abiteboul wollte Haas als Partnerteam für Renault gewinnen, Günther Steiner erklärt jetzt aber erstmals, warum daraus nichts geworden ist

Trotz Renault-Kontakten: Warum Haas bei Ferrari geblieben ist

Günther Steiner hat erstmals öffentlich zugegeben, dass im Sommer 2020 Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit des Haas-Teams mit Renault stattgefunden haben. Er habe mit dem damaligen Renault-Teamchef Cyril Abiteboul "ein paar Mal gesprochen, was deren Pläne sind", verrät Steiner in einem Video-Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.

Aber er relativiert: "Wir sind nie zu einem Punkt gekommen, wo wir verhandelt hätten. Wir haben nur geschaut, wer was macht, und das war's dann. Dann haben wir gesagt, da ist nichts drin, und fertig. Ich muss mich immer umsehen, was möglich ist und was nicht möglich ist."

Aufgekommen waren die Gerüchte, dass Haas sich mit Renault zusammentun könnte, im Sommer 2020. Abiteboul hatte damals öffentlich erklärt, "dass wir zwar nicht verzweifelt nach einem Kundenteam suchen. Aber es wäre natürlich besser, Partnerteams im Paddock zu haben. Für die Weiterentwicklung des Motors - und auch politisch, um den anderen Blöcken, die schon bestehen, etwas entgegenhalten zu können."

Doch dann zeichnete sich irgendwann ab, dass trotz des unterlegenen Ferrari-Motors rund um die Ferrari-Partnerschaft ein attraktives Paket geschnürt werden könnte. Mit Ferrari-Junior Mick Schumacher im Cockpit, dem deutschen Sponsor 1&1, Nikita Masepin und dessen Papa als Geldgeber. Zumindest der Schumacher-Teil davon wäre ohne Ferrari nicht möglich gewesen.

Auf immer und ewig sei zwar "sehr wenig im Leben", so auch die Partnerschaft mit Ferrari, hält Steiner fest. Doch "für die nähere Zukunft" werde man Ferrari treu bleiben: "Das kann ich zuversichtlich sagen, dass sich in den nächsten Jahren, kurz- und mittelfristig, nichts ändert in dieser Beziehung."

Bereits im Herbst 2020 hatte Steiner erklärt: "Wir alle wissen, dass der Ferrari-Motor nicht der beste ist. Aber in jeder Beziehung hat man Höhen und Tiefen. Das ist jetzt halt ein Tief. Andererseits haben sie uns Mick Schumacher gegeben, damit wir uns ein paar Jahre um ihn kümmern. Daraus ergibt sich, dass wir ein paar Jahre bei Ferrari bleiben."

Zumal ein Wechsel des Motorenherstellers auch die ganze Dreiländerstruktur des Haas-Teams auf den Kopf gestellt hätte: "Wir haben unsere Designbüros ja in Italien. Das alles zu ändern, das wäre es nicht wert gewesen", sagt Steiner.

Daneben spiele noch ein ganz anderer Faktor eine Rolle: "Ich glaube an Loyalität, und Gene (Haas, Teameigentümer; Anm. d. Red.) auch. Ohne Ferrari würde es uns nicht geben. Jetzt stecken sie ein bisschen in Schwierigkeiten, aber ich hoffe, dass das nur kurzfristig ist. Ferrari ist noch jedes Mal zurückgekommen. Gleich die erste Gelegenheit zum Absprung zu nutzen, das wäre nicht sehr ethisch."

Letzteres sieht er heute genau wie damals: "Wir haben mit Ferrari eine Beziehung, die jetzt ins sechste Jahr geht. Die Beziehung ist gut. In jeder Beziehung gibt es Problemchen und Probleme, die man dann löst irgendwie", unterstreicht Steiner im Video-Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de (Kanal jetzt abonnieren und kein neues Video mehr verpassen!).

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Teams Ferrari , Renault F1 Team , Haas
Tags gunther steiner
Urheber Christian Nimmervoll