Ende nach acht Jahren: ADAC schreibt 2023 keine Formel 4 aus

Die deutsche Formel-4-Meisterschaft wird vom ADAC nach acht Saisons nicht mehr fortgeführt: Stattdessen wird es ein Juinorteam in Frankreich geben

Ende nach acht Jahren: ADAC schreibt 2023 keine Formel 4 aus
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2023 wird es in Deutschland keine Formel-4-Meisterschaft mehr geben. Wie der Veranstalter ADAC am Samstag mitteilt, wird die Serie im kommenden Jahr nach acht Saisons nicht mehr ausgeschrieben. Stattdessen wird der ADAC ein Juniorteam ins Leben rufen, das mit zwei Talenten in der französischen Formel 4 an den Start gehen wird.

"Wir haben viele Motorsporttalente in Deutschland, doch in den vergangenen Jahren ist einer großen Anzahl der Aufstieg in den Formelsport aufgrund von sehr hohen Kosten verwehrt geblieben. Daher gehen wir nun einen neuen Weg und schaffen für den Nachwuchs mit dem neuen Juniorteam die Möglichkeit für einen unkomplizierten Einstieg in den Formelsport", sagt ADAC-Sportpräsident Gerd Ennser.

Der Start der ADAC-Junioren in der Französischen Meisterschaft erfolgt in Zusammenarbeit mit dem französischen Verband FFSA. Das garantiere laut Ennser "im ersten Schritt zwei Talenten aus Deutschland Chancengleichheit und Kostentransparenz. Für die Zukunft streben wir den Ausbau der Kooperation mit der FFSA an", so der ADAC-Sportpräsident.

Nicht die erste Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich

Eine Zusammenarbeit zwischen dem deutschen und französischen Verband ist dabei nichts neues, wie FFSA-Präsident Nicolas Deschaux festhält: "Unsere erste Kooperation als Teil der Formel-3-Euroserie Mitte der 2000er-Jahre war bereits ein Erfolg. Unser know how in der Formel-4-Academy, die Kostentransparenz und die sportlichen Werte der Serie bieten für die Talente des ADAC optimale Voraussetzungen für den Start in eine Formelkarriere."

In der französischen Formel 4 werden 2023 an sieben Veranstaltungen je drei Rennen gefahren. Gefahren wird mit zentral eingesetzten, einheitlichen Chassis von Mygale, die von 1,4-Liter-Turbomotoren von Renault angetrieben werden. Formel-1-Ausrüster Pirelli ist Reifenpartner der französischen Formel-4-Serie.

Interessierte Fahrer der Jahrgänge 2006 bis 2008 können sich ab sofort bis zum 13. Januar 2023 unter adac.de/motorsport um einen der Startplätze bewerben. Die Fahrer dürfen über maximal ein Jahr Erfahrung im Formelsport verfügen.

Deutsche Formel 4 zuletzt mit nur wenigen Teilnehmern

Die deutsche Formel 4 wurde vom ADAC seit 2015 ausgetragen. Unter anderem Mick Schumacher machte hier seine ersten Schritte im Automobilrennsport. In den Anfangsjahren war die Serie sehr erfolgreich und bot Starterfelder von mehr als 30 Autos auf.

Später brachen die Teilnehmerzahlen aber zusammen und verharrten zuletzt auf niedrigem Niveau. Beim letzten Rennen der Saison 2022 gingen Mitte Oktober auf dem Nürburgring gerade noch elf Autos an den Start.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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