Aston Martin im ADAC GT Masters: Der Weg ist noch lang

Der Prosport-Aston-Martin liegt nach den ersten Trainingssitzungen noch im hinteren Feld - Tim Heinemann und Salman Owega bleiben vor dem Debüt realistisch

Aston Martin im ADAC GT Masters: Der Weg ist noch lang

Die Aufgabe ist nicht leicht: Prosport Racing steigt mitten in der laufenden Saison mit einem neuen Fabrikat ins ADAC GT Masters ein. Für die Zuschauer erfreulich, weil mit dem Aston Martin für mehr Markenvielfalt im Feld gesorgt ist. Für das Team und die Fahrer Tim Heinemann und Salman Owega ist das eine riesige Herausforderung ohne Erfahrungswerte.

Zwar war das Vorgängerteam Prosport Performance im Jahr 2019 auch auf dem Hockenheimring mit Aston Martin vertreten. Doch 2020 wurden neue Reifen im ADAC GT Masters eingeführt, sodass die alten Daten nicht mehr viel wert sind. Die kühlen Temperaturen am Hockenheimring sind auch nicht unbedingt von Vorteil.

Heinemann, der genau wie Owega sein erstes Rennen im ADAC GT Masters an diesem Wochenende absolviert, bleibt daher realistisch. "Sich die Illusion zu machen, hierher zu kommen und auf das Podest zu fahren, das geht einfach nicht. Ich glaube, wenn man auf eine Sekunde rankommt und irgendwo in den Top-20 platziert ist, dann könnten wir schon sehr zufrieden sein", sagt er gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'.

Heinemann konnte bislang nur vereinzelte Testrunden absolvieren. Salman Owega, der jüngere Bruder von Jusuf, fuhr gar erst beim Kollektivtest am Donnerstag seine ersten Runden im Trockenen auf dem Aston Martin Vantage GT3. Zu allem Überfluss wurden wegen Sturm Ignatz zwei von drei geplanten Sessions am Donnerstag abgesagt.

Noch ist das Team in der Phase, in der die Schritte groß ausfallen. "Von gestern zu heute war das schon ein großer Step. Aber wir müssen noch weitere davon machen", sagt Owega gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'. Am ersten Trainingstag fehlte noch etwa eine halbe bis eine Sekunde auf den Vorletzten.

Heinemann fügt hinzu: "Bei den Schritten, über die wir sprechen, sprechen wir halt von 2,5 Sekunden zu langsam [gegenüber der Bestzeit] auf 1,8 Sekunden. Das ist für uns schon ein Riesenschritt, sieht aber von außen vielleicht seltsam aus, weil wir ja immer noch hinten sind."

Große Schritte, großer Testrückstand

In solchen Schritten müsse man aber denken, wenn man sich so eine große Aufgabe stelle, so der 23-Jährige weiter. "Man darf aber auch nicht erwarten, über Nacht zwei Sekunden zu finden und auf einmal vorne mitzufahren. Das ist unrealistisch. Es ist nicht umsonst die Internationale Deutsche GT-Meisterschaft."

"Das Level ist extrem hoch, und daher auch die Arbeit, die man da reinstecken muss. In der GT4 geht man grundsätzlich weniger testen. Im GTC Race hat man vor dem Wochenende einen Testtag für alle. Da geht kein Team vorher nochmal extra testen. Aber hier hat man Teams, die vorher schon gefühlt zehnmal testen waren."

Und so ist die Ausgangslage schwierig: Ein Auto, das im ADAC GT Masters mit den aktuellen Reifen noch nie gefahren ist mit zwei Fahrern, die noch nie im ADAC GT Masters angetreten sind, und das mit nur einem halben Testtag Vorbereitung. Doch genau darin liegen auch Chancen, denn es werden kaum Erwartungen an die Neuankömmlinge gestellt.

Dass sie es können, haben Owega und Heinemann im GTC Race gezeigt. Sie wurden dort Meister und Vizemeister. Dennoch pflegten sie während der Saison ein gutes Verhältnis, was ihnen nun hilft.

Owega ist mit 16 Jahren zudem der jüngste Fahrer im Feld. Er nimmt es aber ganz lässig: "Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, 'jung' zu sein. Das ist für mich nichts Besonderes mehr. Unsere Aufgabe ist, dieses Auto zum Arbeiten zu bringen."

Die wichtigste Aufgabe wird sein, Kilometer zu sammeln und das Auto heile zu lassen. Dann wäre auch ein Start am Nürburgring denkbar, der weitere Kilometer bringt.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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