ADAC GT Masters Sachsenring
DMSB-Gericht bestraft Zakspeed: 50.000 Euro plus Sperre
Mehr als ein Jahr nach der Zakspeed-Disqualifikation beim GT Masters auf dem Sachsenring ist das Team verurteilt worden - Suspendierung bis Ende 2019

Heiko Stritzke
Bearbeitet: 05.11.2018, 13:05
Link kopieren
Auf Viber teilen
Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Peter Zakowski ist vom DMSB-Sportgericht in Frankfurt zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt worden und wird darüber hinaus bis Ende 2019 von allen nationalen und internationalen Motorsport-Wettbewerben suspendiert. Nach mehreren Beweisterminen bei der Firma Bosch, drei Verhandlungstagen und mehreren Verschiebungen des Verfahrens erging nun das Urteil.
Was sich wie eine harte Bestrafung anhört, ist ein Vergleich. Denn die Materie in der Causa Sachsenring-Disqualifikation 2017 ist so komplex, dass selbst für das DMSB-Gericht nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten zu klären gewesen wäre, ob die Schuld bei Mercedes-AMG oder Zakspeed zu suchen ist. Wer letztlich das Steuergerät manipuliert hat, bleibt unklar. Auf eine Bestrafungs Zakspeeds hat das aber keine Auswirkung.
Die Causa Zakspeed:
Kuriose Situation: Gemeinsame Saison trotz Kündigung
Zakspeed wollte zunächst gegen die Disqualifikation in Berufung gehen, zog diese aber wieder zurück. Mercedes-AMG und Zakspeed lösten den bestehenden Vertrag daraufhin gegenseitig auf. Das galt allerdings nur für den Vertrag mit Werksunterstützung, Zakspeed trat nicht mehr unter Bewerbung als "Mercedes AMG Team Zakspeed" auf.
Somit trat das Zakspeed-Team in der Saison 2018 erneut mit zwei Mercedes-AMG GT3 im GT Masters an, diesmal jedoch nicht mehr als AMG-Performanceteam, sondern als reines Kundenteam. Luca Stolz und Sebastian Asch kamen in der Gesamtwertung auf Platz 15, Kim Luis Schramm und Nikolai Sylvest kamen auf Position 21, Zakspeed in der Teamwertung auf Position acht.
#21 Mercedes-AMG Team Zakspeed, Mercedes-AMG GT3: Luca Stolz, Luca Ludwig
Foto: Alexander Trienitz
Zwei Gutachten, drei abgesetzte Verhandlungstage
Wie üblich zog die Disqualifikation auch ein Sportgerichtsverfahren nach sich, in dem Peter Zakowski nun angeklagt war. Es galt zu klären, ob Zakspeed für die Manipulation des Bosch-Steuergeräts verantwortlich war. Zakspeed sah die Schuld bei Mercedes-AMG Customer Racing, während Letztere sich kurz nach der Disqualifikation in einem öffentlichen Statement öffentlich von allen Umständen, die zur Disqualifikation geführt haben, distanzierten.
Das Sportgerichtsverfahren zog sich beinahe ein Jahr hin. Bereits Ende November 2017 wurde bei Bosch ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei wurden Daten aus den verplombten Steuergeräten der Zakspeed-AMGs mit denen verglichen, die Mercedes-AMG Bosch zur Verfügung gestellt hat. Dabei wurden Abweichungen festgestellt.
Zakowski und seine Rechtsanwälte konnten dieses Gutachten jedoch erfolgreich anfechten: Die einzig maßgeblichen Daten seien die, die bei der FIA hinterlegt worden waren und nicht solche, die Mercedes-AMG der Firma Bosch übermittelt hat. Diesem Einspruch wurde stattgegeben, sodass Ende Mai 2018 ein erneuter Beweistermin bei Bosch auf dem Programm stand und ein Gutachten angefertigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei Verhandlungstage gelaufen.
Sieger #21 Mercedes-AMG Team Zakspeed, Mercedes-AMG GT3: Luca Stolz, Luca Ludwig
Foto: Alexander Trienitz
Auch der Vergleich der Kennzahlen aus dem Steuergerät mit den bei der FIA hinterlegten Homologationsdaten ergab eine Abweichung. Von nun an war klar: Es gab eine Manipulation. Aber noch immer war unklar, ob die Steuergeräte bereits von Mercedes-AMG Customer Racing manipuliert übergeben worden waren oder ob Zakspeed selbst Hand angelegt hat.
Das jedoch hätte einen riesigen Aufwand für das Sportgericht bedeutet: Mercedes-AMG hätte für ein erneutes Gutachten den Quellcode des Steuergeräts herausgeben müssen, was auch eine Reihe rechtlicher Fragen nach sich gezogen hätte. Um das Verfahren, das nun schon ohnehin immer teurer wurde (drei Verhandlungstage waren zwischenzeitlich abgesetzt worden), einigten sich alle Parteien auf den Deal, der letztlich im Schuldspruch gegen Zakowski mündete.
Wir wollen Deine Meinung!
Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?
An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen
- Das Motorsport.com-Team
Weiterlesen :
Diese Story teilen oder speichern
Link kopieren
Auf Viber teilen
Vorheriger Artikel Ford GT bald auch in GT3-Version?
Nächster Artikel Zakspeed verspricht: Werden 2019 am GT Masters teilnehmen

Mehr von
Heiko Stritzke

WEC Barcelona 2026: Toyota wirft mit Doppelsieg BMW aus Titelkampf
WEC
WEC
6h Barcelona
6 h
WEC Barcelona 2026: Toyota wirft mit Doppelsieg BMW aus Titelkampf

Max Verstappen im GT3: 15 Positionen in 45 Minuten gutgemacht
Formel 1
Formel 1 8 h
Max Verstappen im GT3: 15 Positionen in 45 Minuten gutgemacht

GTWC Portimao 2026: Riesenshow von Verstappen nach Strafe gegen Lulham!
GTWC Endurance
GTWC Endurance 1 T.
GTWC Portimao 2026: Riesenshow von Verstappen nach Strafe gegen Lulham!

Mehr von
Team Zakspeed

1.400 PS im Qualifying - dieser legendäre Zakspeed ist jetzt käuflich
Formel 1
Formel 1 17.08.2025
1.400 PS im Qualifying - dieser legendäre Zakspeed ist jetzt käuflich

Zakspeed-Neugründung durch Philipp Zakowski, Eingliederung von JP!
GT
GT 26.10.2023
Zakspeed-Neugründung durch Philipp Zakowski, Eingliederung von JP!

"Sind bloß umgezogen": Peter Zakowski denkt nicht an Zakspeed-Ende
ADAC GT Masters
ADAC GT Masters 27.02.2022
"Sind bloß umgezogen": Peter Zakowski denkt nicht an Zakspeed-Ende
Aktuelle News

WEC Barcelona 2026: Toyota wirft mit Doppelsieg BMW aus Titelkampf
WEC
WEC WEC
6h Barcelona
6 h
WEC Barcelona 2026: Toyota wirft mit Doppelsieg BMW aus Titelkampf

Formel-1-Strafpunkte 2026: Die aktuelle Übersicht der Strafen
Formel 1
F1 Formel 1 7 h
Formel-1-Strafpunkte 2026: Die aktuelle Übersicht der Strafen

Max Verstappen im GT3: 15 Positionen in 45 Minuten gutgemacht
Formel 1
F1 Formel 1 8 h
Max Verstappen im GT3: 15 Positionen in 45 Minuten gutgemacht

Formel-2-Boss gibt zu: Colton Herta "tut sich schwerer als wir dachten"
Formel 2
F2 Formel 2 8 h
Formel-2-Boss gibt zu: Colton Herta "tut sich schwerer als wir dachten"
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.
Du hast 2 Optionen:
- Registrieren
- Deaktiviere bitte Deinen Adblocker.
Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!
Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden
Benachrichtigungs-Einstellungen
Registrieren