James Hinchcliffe: Trotz Nicht-Quali beim Indy 500 dabei?

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James Hinchcliffe: Trotz Nicht-Quali beim Indy 500 dabei?
Autor: Mario Fritzsche
19.05.2018, 23:53

Die große Überraschung des "Bump Day": James Hinchcliffe erklärt, wie es zum dritten Teil seines persönlichen Indy-Dramas kam und wie er im Rennen doch noch mitfahren könnte.

James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
Robert Wickens, Schmidt Peterson Motorsports Honda
Jack Harvey, Meyer Shank Racing with SPM Honda
Jay Howard, Schmidt Peterson Motorsports / AFS Racing Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda

Erstmals seit 2011 gab es beim Qualifying für die 500 Meilen von Indianapolis wieder einen echten "Bump Day", an dem vorläufig qualifizierte Piloten noch von anderen aus dem Starterfeld verdrängt wurden. Grund für die Rückkehr zu dieser jahrzehntealten Indy-500-Tradition ist die Tatsache, dass für die 2018er Auflage des Rennens - die insgesamt 102. in der Geschichte - 35 Piloten gemeldet waren. Da traditionell nur 33 am Rennen teilnehmen dürfen, beißen diesmal zwei in den sauren Apfel. Der zweimal unterbrochene und am Schluss nervenaufreibende "Bump Day" 2018 hat hervorgebracht, dass die unfreiwilligen Zuschauer James Hinchcliffe (Schmidt-Honda) und Pippa Mann (Coyne-Honda) sind.

Nachdem am Samstag alle 35 Piloten ihren ersten Quali-Versuch unternommen hatten, stand Hinchcliffe virtuell im Starterfeld. Dann aber verdrängte Conor Daly (Coyne-Honda) mit seinem zweiten Versuch seine Teamkollegin Pippa Mann aus den Top 33. Direkt im Anschluss wurde Daly von Oriol Servia (Corsa/Rahal-Honda) auf dessen drittem Quali-Versuch wieder verdrängt. Mit seinem eigenen dritten Quali-Versuch aber verdrängte Daly schließlich Hinchcliffe.

Fotos: Trainings und Qualifying zum Indy 500

Ergebnisse: Trainings und Qualifying zum Indy 500

Hinchcliffe hatte zwar noch probiert, sich mit einem zweiten Versuch seinerseits doch wieder ins Starterfeld zu fahren. Diesen zweiten Anlauf aber brach der Kanadier schon in der Aufwärmrunde für die vier fliegenden Runden ab, weil es "starke Vibrationen" gab, wie er direkt über Funk meldete. Aus dem Cockpit ausgestiegen, ging Hinchcliffe ins Detail: "Wir hatten Vibrationen von einem der Reifen. Es lag an einem fehlerhaften Sensor für den Reifendruck."

Indy-Drama in drei Akten: 2015, 2016, 2018

Ein möglicher dritter Versuch für Hinchcliffe scheiterte daran, dass ihm am Schluss der Quali-Session schlicht und ergreifend die Zeit davonlief. Im Gegensatz zu den Trainingstagen, die stets bis 18:00 Uhr liefen, wurde der "Bump Day" gemäß Zeitplan bereits um 17:50 Uhr für beendet erklärt. "Ehrlich gesagt, dachte ich, dass wir bis um Sechs Zeit hätten, aber vor ein paar Jahren wurde das Ende offenbar auf zehn Minuten vor Fünf vorgezogen, um für das Fernsehen mehr Drama zu schaffen. Das wurde wohl erreicht", so Hinchcliffe auf der Pressekonferenz am Samstagabend, die aufgrund der Enttäuschung beim Kanadier selbst und seiner Crew von Schmidt/Peterson Motorsports mehr als eineinhalb Stunden auf sich warten ließ.

Für Hinchcliffe bedeutet die Nicht-Qualifikation 2018 den dritten Akt in seinem persönlichen Indy-Drama. Der erste Akt wurde 2015 geschrieben, als der Kanadier im Freien Training so schwer verunfallte, dass er vorübergehend in Lebensgefahr schwebte. Hinchcliffe fiel aufgrund langer Genesung von seinen schweren Beinverletzungen für den Rest der Saison 2015 aus, kam 2016 aber gestärkt zurück. Exakt ein Jahr nach dem beinahe fatalen Crash folgte der zweite Teil seines Indy-Dramas - in diesem Fall in positiver Hinsicht: Hinchcliffe eroberte für das Indy 500 des Jahres 2016 die Pole-Position. Wer hätte gedacht, dass der dritte Teil darin bestehen würde, dass er nur zwei Jahre später die Qualifikation für das Rennen verpassen würde?

Fährt Hinchcliffe das Rennen trotzdem?

Einen Weg, es trotz verpasster Qualifikation doch noch ins 33-köpfige Starterfeld für den 27. Mai zu schaffen, gibt es für Hinchcliffe aber doch noch. Da beim Indy 500 nicht die Fahrer, sondern die Autos qualifiziert werden, könnte Schmidt/Peterson Motorsports rein theoretisch einen der anderen Fahrer des Teams aus dem Cockpit hieven und den in der aktuellen IndyCar-Gesamtwertung an fünfter Stelle liegenden Hinchcliffe fahren lassen.

In Frage kommen würde für einen solchen kurzfristigen Fahrerwechsel sicher nicht Robert Wickens, der als Rookie und Vollzeit-Teamkollege von Hinchcliffe seit Saisonbeginn brilliert. Jack Harvey, der bei einigen Rennen in dieser Saison den in Kooperation mit Michael Shank Racing eingesetzten Shank/Schmidt-Honda mit der Startnummer 60 fährt, gilt aufgrund der Verbindung zu Shank auch als unwahrscheinlich für das Räumen seines Cockpits.

Jay Howard aber fährt den nur für das Indy 500 gemeldeten dritten echten Schmidt-Honda. Dieses Auto trägt die Startnummer 7 und dieses wurde von Howard am Samstag für den vorläufigen 18. Startplatz qualifiziert. Auf die Frage, ob er einen solchen Fahrerwechsel trotz verpasster eigener Qualifikation wollen würde, antwortet Hinchcliffe am Samstag nur so viel: "Unterm Strich arbeite ich für Sam und Ric (die Teambesitzer Sam Schmidt und Ric Peterson; Anm. d. Red.). Was immer Sam und Ric mir sagen, was ich zu tun habe, werde ich tun. Ich glaube, dass man sich Optionen anschaut, aber zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich auch nicht mehr."

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