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Eingefrorene MotoGP-Entwicklung auch nach Corona? Ducati legt Veto ein

Ducati erklärt, warum die MotoGP durch eine eingefrorene Entwicklung unattraktiver wird und hinterfragt die Entscheidung, die für 2021 getroffen wurde

Eingefrorene MotoGP-Entwicklung auch nach Corona? Ducati legt Veto ein

Die MotoGP-Hersteller einigten sich während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 darauf, die Motoren-Entwicklung von 2020 zu 2021 einzufrieren. Dadurch wollten die Hersteller und MotoGP-Verantwortlichen die Kosten niedrig halten. Zudem sollte bei der Entwicklung kein Hersteller Vorteile haben, da einige Regionen vom Coronavirus stärker getroffen wurden als andere. Doch knapp ein Jahr nach der Entscheidung sind nicht alle Beteiligten überzeugt, dass das die richtige Entscheidung war.

Ducati zählt nicht zu den größten Befürwortern einer eingefrorenen Entwicklung. Obwohl Ducati mit etwa 50.000 verkauften Motorrädern pro Jahr im Vergleich zu den japanischen Herstellern ein Zwerg ist, wünscht man sich mehr Freiheiten bei der Entwicklung der MotoGP-Maschine.

"Einer der Gründe für Ducatis Beteiligung an der MotoGP ist die Entwicklung von Technologien, die dann in der Serie zum Einsatz kommen", stellt Ducati-Rennleiter Luigi Dall'Igna klar. "Natürlich entstehen sehr große Kosten in der MotoGP. Ich stimme zu, dass es vor allem für die europäischen Hersteller wichtig ist, die Kosten unter Kontrolle zu behalten."

Entwicklung ein wichtiger Grund für Ducatis MotoGP-Beteiligung

"Das heißt aber nicht, dass man die technische Entwicklung der Motorräder verhindern muss. Es heißt nicht, dass wir die Technologien nicht weiter entwickeln können", betont der Ducati-Stratege. "Die Reduzierung der Kosten in der MotoGP ist ein Problem, das es nicht erst seit 2020 gibt. Zu einem Zeitpunkt war im Gespräch, das Training am Freitagmorgen zu streichen."

Die Idee, die Entwicklung für mehrere Jahre einzufrieren, um die Kosten deutlich zu senken, lehnt Luigi Dall'Igna ab: "Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass das eine wirkliche Möglichkeit ist. Wir wissen aber nicht, was passieren wird. Ich bin immer optimistisch, was die Zukunft angeht. Die eingefrorene Entwicklung für ein Jahr ist etwas, das von den Herstellern akzeptiert werden kann."

"Doch einer der Hauptgründe für die Teilnahme an der MotoGP ist die Entwicklung von Technologien und das Entwickeln von Know-how. Es ist meiner Meinung nach wichtig, wieder Technologien zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, die Motoren nicht für ein weiteres Jahr einzufrieren", kommentiert Dall'Igna.

Ungewisse Situation zum Zeitpunkt der Einigung

Als sich die Hersteller einigten, die Motoren-Entwicklung einzufrieren, kursierten viele Fragen. Damals war unklar, ob es überhaupt eine MotoGP-Saison 2020 geben wird. Die Bänder im Ducati-Werk standen still. Mittlerweile gibt es deutlich mehr Gewissheit. Deshalb ist unwahrscheinlich, dass Ducati erneut zustimmen würde, die Entwicklung einzufrieren.

Paolo Ciabatti

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti weiß, wie viele Fragen es im Frühjahr 2020 gab

Foto: Motorsport Images

"Die Entscheidung, die Entwicklung einzufrieren, wurde im vergangenen Jahr in einem Moment getroffen, als viele Dinge unklar waren. Es war unklar, ob wir Rennen fahren können, ob wir 2020 eine Meisterschaft haben und wenn ja mit wie vielen Rennen", erinnert sich Sportdirektor Paolo Ciabatti.

"Zu dieser Zeit kamen wir aus einem sehr harten Lockdown. Es war eine Entscheidung, die in einem speziellen Moment getroffen wurde, weil wir nicht wussten, wie wir die Entwicklung der Maschine fortführen können", begründet er die Entscheidung für die MotoGP-Saison 2021.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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Urheber Sebastian Fränzschky