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"Habe nichts Verrücktes getan": Zarco rechnet nicht mit Strafe

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"Habe nichts Verrücktes getan": Zarco rechnet nicht mit Strafe
Autor:
Co-Autor: Lena Hemery

Johann Zarco hat Anhörung der Kommissare zum Crash mit Franco Morbidelli hinter sich - Trotz teils heftiger Kritik der Kollegen rechnet er nicht mit Konsequenzen

Am Donnerstag wurden am Red-Bull-Ring in Spielberg im Nachgang zum Grand Prix von Österreich und in Vorbereitung auf den anstehenden Grand Prix der Steiermark sowohl Franco Morbidelli als auch Johann Zarco von den MotoGP-Rennkommissaren rund um Freddie Spencer gehört. Grund für die Anhörung ist natürlich der dramatische Unfall der beiden vom vergangenen Sonntag, der um ein Haar in einer Katastrophe um Valentino Rossi und Maverick Vinales geendet hätte.

Nach seinem Termin mit den Kommissaren spricht sich Morbidelli für eine Strafe gegen Zarco aus. Zarco hingegen, der unmittelbar vor Morbidelli zur Anhörung dran war, sagt: "Ich konnte alles erklären und die Daten haben das gut bestätigt. Meiner Meinung nach sollte es keine Strafen geben. Ich habe nichts Verrücktes getan."

"Ich habe ihnen alles korrekt erklärt und habe ihnen erklärt, dass nichts verrückt war. Ich hoffe, sie verstehen das", so Zarco mit Verweis auf Spencer und Co. Allerdings wundert sich der Franzose ein wenig, dass "sie mir mir nicht wirklich geantwortet haben" und hat bislang noch keine Information über ein mögliches Strafmaß: "Wir müssen jetzt halt die die Entscheidung abwarten."

Freitag: Stichtag für mögliche Strafe gegen Zarco

Eben diese Entscheidung der Kommissare über eine mögliche Strafe gegen den Avintia-Ducati-Piloten wird erst am Freitag verkündet. Das geht aus einer kurzen Mitteilung vom Donnerstagabend kurz nach 21:00 Uhr hervor. In Reihen der anderen MotoGP-Piloten gibt es unterschiedliche Ansichten zu besagtem Vorfall vom Sonntag, der um ein Haar fatal ausgegangen wäre.

"Es hätte schlimme Konsequenzen geben können. Aber selbst wenn man das ausblendet, war seine Aktion komplett verantwortungslos", meint Aleix Espargaro und schildert seine Sichtweise anhand der TV-Bilder: "Als Zarco Morbidelli überholte, hat er sich nach außen tragen lassen. Er hat das gemacht, um zu verhindern, dass ihn der andere Fahrer wieder überholt. Das sind Sachen, die man bei über 300 km/h nicht machen kann."

Danilo Petrucci sieht es anders: "Zarco war dabei, Franco zu überholen und hat sicherlich nicht damit gerechnet, dass Franco so nah ist. Gleichzeitig hat Franco sicherlich nicht damit gerechnet, dass Zarco direkt vor ihm bremst. Fakt ist, dass MotoGP die einzige Klasse ist, egal ob Vierrad oder Zweirad, in der diese Kurve 3 mitten in Kurve 2 angebremst wird. Wir sind an der Stelle sehr schnell. Aber dieses Manöver hat bestimmt nicht einmal Johann mit Absicht so gemacht."

Stefan Bradl: Zarco hat an der falschen Stelle überholt

Stefan Bradl meint über Zarco: "Er fuhr neben der Linie, keine Frage. Das ist klar erkennbar. Er überholte in Kurve 2 und fuhr deshalb weiter innen [als normal]. So konnte er sich nicht richtig [auf Kurve 3] vorbereiten. Denn so schnell wie er dort war, kam er natürlich ein wenig von der Linie ab. Es ist offensichtlich, dass es nicht die normale Linie war, auf der man Kurve 3 anbremst."

Stefan Bradl

Stefan Bradl unterstellt Zarco keine Absicht, hinterfragt aber den Ort für das Manöver

Foto: GP-Fever.de

Genau wie Petrucci glaubt aber auch Bradl, dass es seitens Zarco kein Vorsatz war: "Er hat das sicherlich nicht mit Absicht gemacht. Es war einfach ein ganz unglücklicher Crash der beiden und die Konsequenz davon war ein Drama. Was ich aber sagen kann: Wenn man dieses Manöver in einer anderen Kurve macht, wird es wahrscheinlich ohne Konsequenzen bleiben. In dieser Kurve hätte er vorsichtiger sein sollen."

"Letzten Endes war es ein Rennunfall, wobei die Konsequenz einfach ein bisschen zu groß war", so Bradl und weiter: "Ich würde sagen, er hätte einfach ein bisschen länger warten sollen. Mit der Ducati-Power hätte er Morbidelli aus der nächsten Kurve heraus überholen können. Das wäre kein Problem gewesen. Meiner Meinung nach hat er seine Entscheidung an der falschen Stelle getroffen."

Kann man von MotoGP-Piloten Besonnenheit erwarten?

Auf das Layout des Red-Bull-Rings zurückführen will Pol Espargaro den Unfall nicht. Genau wie allen voran sein Bruder Aleix kritisiert er Zarco für das Manöver als solches: "Diese Strecke ist ganz bestimmt nicht eine der sichersten, weil die Auslaufzonen nicht gerade groß sind. Was im Rennen passiert ist, sollte aber generell nicht passieren."

"Das hat nichts mit der Strecke zu tun, denn so etwas sollte auf keiner Strecke im MotoGP-Kalender passieren. Man stelle sich vor, so etwas passiert vor Kurve 1 in Le Mans. Auch das wäre extrem gefährlich. Deshalb ist es für mich keine Frage der Strecke, sondern eine Frage des Manövers", so Pol Espargaro, der für sein eigenes Manöver vom vergangenen Sonntag selber heftig Kritik erfahren hat.

Danilo Petrucci

Danilo Petrucci glaubt nicht, dass ab jetzt anders gefahren wird

Foto: Motorsport Images

Petrucci allerdings tut sich schwer zu glauben, dass die Fahrweise an diesem Wochenende beim Grand Prix der Steiermark eine grundlegend andere sein wird: "Es ist schwierig zu sagen, dass wir vorsichtiger oder geduldiger sein sollen. Man kann nicht zu einem Fahrer oder zu allen hingegen zu sagen, du oder ihr müsst ruhiger sein. Wir sind nun mal Rennfahrer."

Zarco jedenfalls wird zumindest am Freitag in Spielberg nicht fahren. Das hat aber nichts mit einer (möglichen) Strafe zu tun, sondern ist auf die Operation am rechten Handgelenk zurückzuführen, der sich der Franzose am Mittwoch in Italien unterzogen hat.

Zarco rechnet nicht mit "Spießrutenlauf" auf der Strecke

Stand Donnerstagabend ist sowohl bezogen auf die medizinische Freigabe als auch bezogen ein mögliches Strafmaß noch offen, ob Zarco dann am Samstag und Sonntag fahren darf. Mit einem "Spießrutenlauf" auf der Rennstrecke rechnet der Franzose jedenfalls nicht.

"Ich weiß natürlich, dass mich in dieser Woche viele Leute kritisiert haben. Auf Social-Media habe ich aber keine Zeit verbracht, weil ich meine Operation organisieren musste. Abgesehen davon hätte ich den Kritikern ohnehin nichts entgegnen können, weil ich erst das heutige Meeting mit den Kommissaren abwarten wollte."

"Die ersten, die sagten, dass ich etwas falsch gemacht hätte, waren Franco [Morbidelli] und Valentino [Rossi]. Und mit diesen beiden habe ich sofort gesprochen", verweist Zarco auf den Sonntag unmittelbar nach dem Rennen. "Das war mir wichtig. Vielleicht bin ich naiv und hätte das gar nicht tun sollen. Für mich war das aber klar", so der Franzose, für den das Thema damit erledigt ist.

"Auf der Strecke sind wir ohnehin alle so sehr mit unseren Bikes beschäftigt, dass ich nicht davon ausgehe, dass sich etwas ändern wird. Ehrlich gesagt habe ich darüber aber gar nicht nachgedacht", gesteht Zarco.

Und so betont der Franzose, dass er sich keine Sorgen um etwaige "Lektionen" auf der Strecke macht: "Ich fühle mich nicht als Ziel. Selbst, wenn einige der Meinung sein sollten, mich irgendwie bestrafen zu müssen, können sie das nicht tun, weil es verrückt wäre. Wenn man irgendetwas in dieser Richtung versucht, stürzt man selber."

Johann Zarco

Zarco erklärt, warum er sich keine "Revanche"-Manöver vorstellen kann

Foto: Motorsport Images

Weiterer Co-Autor: Matteo Nugnes, Gerald Dirnbeck. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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