Lagebericht: Wo stehen die MotoGP-Rookies 2019 nach zwei Tests?

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Lagebericht: Wo stehen die MotoGP-Rookies 2019 nach zwei Tests?
Autor: Mario Fritzsche
Co-Autor: Carlos Guil Iglesias
02.12.2018, 14:03

Im Fahrerfeld für die MotoGP-Saison 2019 gibt es vier Neulinge, die sich bei den Testfahrten in Valencia und Jerez intensiv auf ihr neues Umfeld eingestimmt haben.

Im MotoGP-Starterfeld 2019 finden sich vier Rookies: Francesco Bagnaia, Miguel Oliveira, Joan Mir und Fabio Quartararo. Der amtierende Moto2-Weltmeister Bagnaia fährt in der Königsklasse für Pramac-Ducati. Oliveira, als Moto2-Vizeweltmeister 2018 Bagnaias stärkster Gegner, geht für das KTM-Satellitenteam Tech 3 an den Start. Mir, der seine Rookie-Saison 2018 in der Moto2-Klasse auf dem sechsten Gesamtrang abgeschlossen hat, steigt direkt im Suzuki-Werksteam bei den "Großen" ein. Quartararo, der Gesamtzehnte der Moto2-Saison 2018, fährt für das neue Petronas-Yamaha-Team.

Fotos: MotoGP-Test in Jerez

Fotos: MotoGP-Test in Valencia

Bei den Testfahrten im Anschluss an das Saisonfinale 2018 in Valencia machten die vier genannten MotoGP-Grünschnäbel ihre ersten umfangreichen Erfahrungen auf ihrem jeweiligen MotoGP-Bike, wobei Mir sein neues Arbeitsgerät bereits vorab bei einem Suzuki-Privattest in Motegi kurz kennenlernen durfte. Bei den Testfahrten in dieser Woche in Jerez haben sich alle vier weiter eingeschossen.

Bagnaia: "Bin eine Mischung aus Lorenzo und Dovizioso"

Bagnaia wird nach den zwei Tagen des Jerez-Tests auf P9 der Zeitenliste und damit als schnellster der vier Rookies notiert. Gleiches war ihm schon beim Valencia-Test mit P11 in der dortigen gesamthaften Zeitenliste gelungen. Der 21-jährige Italiener beschreibt Jerez als "im Vergleich zu Valencia schwierigere Strecke für ein MotoGP-Bike" und kann den für Anfang Februar auf dem Plan stehenden ersten Test des Jahres 2019 in Sepang kaum erwarten.

Ungeachtet der seiner Ansicht nach nicht perfekt zusammenpassenden Kombination zwischen dem Circuito de Jerez-Angel Nieto und einer leistungsstarken MotoGP-Maschine äußert sich Bagnaia nach den beiden Testtagen in Südspanien sehr zufrieden: "Vor allem die Fortschritte beim Anbremsen machen mich glücklich. Uns ist da dank einer Veränderung der Geometrie ein richtig guter Schritt gelungen. Ich fühle mich auf der Ducati richtig gut und freue mich schon auf Malaysia."

Seinen Fahrstil auf der Ducati beschreibt Bagnaia nach Studium seiner Markenkollegen als "eine Mischung aus Lorenzo und Dovizioso". Und trotz der beschriebenen Fortschritte beim Anbremsen macht "Pecco" genau die Anbremszonen als diejenigen aus, in denen er noch am meisten Verbesserungsbedarf sieht. "In den Kurven und am Kurvenausgang fühle ich mich sehr wohl. Am Kurveneingang muss ich mich aber noch weiter verbessern", so der Italiener, der als Crewchief den erfahrenen Cristian Gabbarini zur Seite hat. Gabbarini arbeitete bereits erfolgreich mit Casey Stoner und in jüngster Vergangenheit mit Jorge Lorenzo zusammen.

Zum Durchblättern: Francesco Bagnaia beim Jerez-Test

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Francesco Bagnaia, Alma Pramac Racing

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Francesco Bagnaia, Alma Pramac Racing

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Francesco Bagnaia, Alma Pramac Racing, mit Cristian Gabbarini

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Quartararo und das Bremsen: "Muss noch härter zugreifen"

Zweitschnellster Rookie beim Jerez-Test war Quartararo, der sich, ähnlich wie es Bagnaia mit der Ducati des Satellitenteams Pramac gelungen ist, zügig auf die Yamaha des Satellitenteams Petronas eingeschossen hat. Auch der 19-jährige Franzose bezeichnet die Strecke in Jerez als nicht wirklich geeignet für ein MotoGP-Bike, aber genau wie Bagnaia, so spricht auch er beim Vergleich des Valencia-Tests mit dem Jerez-Test von einem Fortschritt. Und genau wie der Moto2-Weltmeister, so macht auch der Rookie im Petronas-Yamaha-Team die Anbremszonen als die noch größten Problemzonen aus.

"Ich finde, die Strecke ist eine der schwierigsten für diese großen Bikes, weil sie sehr winklig ist. Mit den Fortschritten bin ich aber zufrieden. Wir sind wieder ein Stück vorangekommen, vor allem, was das Anbremsen und den Kurveneingang betrifft. Jetzt müssen wir analysieren, wo wir noch Zeit verlieren", so Quartararo, dem es wie schon in Valencia noch schwer fiel, die Bremse richtig aggressiv zu betätigen. "Ich muss im mittleren und letzten Teil der Bremsphase noch härter zugreifen, um im Endeffekt später bremsen zu können", sagt er.

Zum Durchblättern: Fabio Quartararo beim Jerez-Test

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Fabio Quartararo, Petronas Yamaha SRT

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Fabio Quartararo, Petronas Yamaha SRT

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Fabio Quartararo, Petronas Yamaha SRT

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Fabio Quartararo, Petronas Yamaha SRT

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Fabio Quartararo, Petronas Yamaha SRT

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Mir fühlt sich "ein bisschen wie RoboCop"

Mir ist in Reihen der vier MotoGP-Rookies 2019 der einzige, der direkt für ein Werksteam fährt. Nach seinem kurzen Vorabtest in Motegi und dem reibungslos verlaufenen Valencia-Test brachte der Jerez-Test für den 21-jährigen Spanier den ersten Sturz seiner MotoGP-Karriere. Diesen spürte er auch am Tag danach noch, wie Mir nach P15 im Testergebnis eindrucksvoll beschreibt.

"Ich fühle mich ein bisschen wie RoboCop. Körperlich bin ich ziemlich zerstört. Vom Sturz habe ich hier und da noch Schmerzen. Das hinderte mich aber nicht daran, alles zu testen, was wir uns vorgenommen hatten. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ich hier alles getestet habe. So ist das nun mal, wenn man für ein Werksteam fährt. Da gibt es jede Menge neue Teile zu testen", so Mir, der im Winter "etwas mehr Zeit im Fitnessstudio" verbringen will, um dem Umstieg von einem Moto2- auf ein MotoGP-Bike langfristig gesehen auch körperlich gewachsen zu sein.

Zum Durchblättern: Joan Mir beim Jerez-Test

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Joan Mir, Team Suzuki Ecstar

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Bike von Joan Mir, Team Suzuki Ecstar, nach Sturz

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Oliveira entwickelt "stetig besseres Gefühl" für die KTM

Oliveira, der sein MotoGP-Abenteuer bei Tech 3 beginnt, war mit der KTM sowohl beim Valencia-Test (Platz 25) als auch beim Jerez-Test (Platz 24) im hinteren Teil der Zeitenliste zu finden. Davon lässt sich der 23-jährige Portugiese, der mit dem erfahrenen Crewchief Guy Coulon zusammenarbeitet, aber nicht beirren.

"Bislang läuft alles gut", fasst Oliveira den Valencia-Test und den Jerez-Test zusammen und stellt mit Blick auf letztgenannten heraus: "Uns sind hier wieder ein paar kleinere Schritte gelungen und wir verstehen inzwischen ein bisschen besser, wie das Bike reagiert - insbesondere, was die Elektronik betrifft. Insgesamt haben wir viel an der Leistungsentfaltung gearbeitet, um das Fahrverhalten des Bikes aus den Kurven heraus zu verbessern."

"Alles in allem war es ungeachtet der Rundenzeiten und der Position in der Zeitenliste ein positiver Test. Ich entwickle gemeinsam mit Hafizh (Syahrin) ein stetig besseres Gefühl für dieses Motorrad, das nicht einfach zu verstehen ist", spricht Oliveira auf sich und seinen Tech-3-Teamkollegen an. Wenngleich der Malaysier Hafizh Syahrin schon 2018 für Tech 3 fuhr, so ist die KTM auch für ihn neu. Der Wechsel von Yamaha auf KTM erfolgte erst vor wenigen Tagen anlässlich des Valencia-Tests.

Zum Durchblättern: Miguel Oliveira beim Jerez-Test

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Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

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Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

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Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3, mit Guy Coulon

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Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

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Miguel Oliveira, Red Bull KTM Tech 3

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Mit zusätzlichen Informationen von Jamie Klein

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