Test für neues MotoGP-Warnsystem: Rücklichter auch bei Sonnenschein

In Portimao wurde die Sichtbarkeit der Regenlichter bei Sonnenschein getestet - Blinkende Rücklichter könnten zusätzliche Warnung vor einer Gefahrenstelle sein

Test für neues MotoGP-Warnsystem: Rücklichter auch bei Sonnenschein
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Der Motorradweltverband FIM verfolgt das Ziel, nachfolgende Fahrer mit einem automatischen System vor einem gestürzten Fahrer oder einer Unfallstelle zu warnen. Derzeit werden Flaggensignale auf drei Arten signalisiert. Das sind die klassischen Flaggen der Sportwarte, digitale Lichtpanele rund um eine Strecke sowie Lichter im Dashboard.

Dafür ist eine menschliche Steuerung notwendig. Auch die Sportwarte müssen auf einen Knopf drücken, damit die digitalen Lichtpanele das gewünschte Flaggensignal zeigen. Erst ab 2022 sind auf allen Strecken im Kalender diese Lichtpanele vorgeschrieben.

In Zukunft soll es ein automatisches Warnsystem geben, das in Bruchteilen von Sekunden reagieren und Fahrer warnen kann. Wie das im Detail aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Im Hintergrund wird an so einem System gearbeitet.

Die Rücklichter könnten hierbei eine Rolle spielen. Vorgeschrieben sind Rücklichter bei Regen, damit man den Vordermann in der Gischt besser erkennen kann. Im Trockenen sind diese LED-Lichter in der Regel nicht montiert.

Beim Grand Prix der Algarve in Portimao gab es im ersten Freien Training einen Sichttest mit diesen Regenlichtern. Alle Motorräder hatten sie im Trockenen montiert und eingeschaltet. Die Fahrer sollten Feedback geben, ob man sie bei Sonnenschein gut erkennen kann.

Steuerung für digitale Lichtpanele

Mit dieser Kontrolleinheit werden die digitalen Lichtpanele gesteuert

Foto: Motorsport Images

"Bei Sonnenschein hätte ich mir gedacht, dass die Lichter schwierig zu sehen sein könnten, aber das war nicht der Fall", berichtet Takaaki Nakagami. "Aber bei jedem Hersteller ist die Position des Lichtes anders. Yamaha kann man gut erkennen, Ducati und Honda sind schwieriger."

Dieses Feedback bestätigt auch Stefan Bradl: "Das Licht stört überhaupt nicht und ist auch bei Sonnenschein gut zu erkennen." Aber: "Ich bin einer Suzuki nachgefahren und ihr Licht ist etwas dunkler. Bei Ducati ist es wiederum sehr hell."

"Unser Licht bei Honda ist vielleicht auch nicht das hellste. Vielleicht müsste man eine Standard-LED bei allen Motorrädern verwenden. Außerdem ist das Licht bei jeder Marke an einer anderen Position. Das könnte man auch noch verändern."

Rücklichter

Jede Marke positioniert das Regenlicht an einer anderen Stelle

Foto: Motorsport Images

Die Idee könnte sein, dass bei einem Sturz ein automatisches System ausgelöst wird und die Rücklichter blinken, damit nachfolgende Fahrer sofort gewarnt werden. Nach Portimao gab es in Valencia keinen weiteren Test mit diesen Regenlichtern.

Ein anderes Warnsystem ist bereits im Einsatz, wie Pol Espargaro festhält: "Meine Lederkombi von Dainese hat Lichter verbaut. Wenn man stürzt, leuchten sie rot. Das ist eine sehr gute Idee." Warnlichter in der Lederkombi sind vom Reglement derzeit nicht vorgeschrieben.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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