Red-Bull-Honda: Das Jahr nach Stefan Bradl

geteilte inhalte
kommentare
Red-Bull-Honda: Das Jahr nach Stefan Bradl
Autor: Sebastian Fränzschky
18.09.2018, 11:36

Erfolgserlebnisse im Testwinter, ein Top-4-Ergebnis zu Saisonbeginn und dann die Ernüchterung: Honda erlebt auch 2018 ein schwieriges Jahr in der WSBK

Stefan Bradl, Honda World Superbike Team
Stefan Bradl, Honda World Superbike Team
Stefan Bradl, Honda World Superbike Team
Stefan Bradl, Honda World Superbike Team
Stefan Bradl, Honda World Superbike Team
Stefan Bradl, Honda World Superbike Team

Die Superbike-WM-Saison 2017 ging als schwarzes Jahr für die Mannschaft von Ten-Kate-Honda in die Geschichte ein. Vor dem Saisonstart herrschte große Euphorie. Mit Stefan Bradl und Nicky Hayden verfügte das Team über eine extrem starke Fahrerpaarung. Die neue Fireblade sollte ein klarer Fortschritt zum alten Modell sein. Zudem hatte das Team mit Red Bull einen starken Partner an Land gezogen. Doch es kam alles anders.

Im ersten Jahr nach der Horrorsaison rehabilitierte sich die erfolgsverwöhnte Mannschaft von Ronald ten Kate. Neuzugang Leon Camier brachte frischen Wind ins Team und kämpfte sofort um Podestplätze. Doch im Laufe der Saison geriet das Projekt erneut ins Stocken. Zuletzt kämpften die Honda-Piloten um Top-10-Ergebnisse und waren weit vom Podium entfernt.

Jake Gagne fuhr bereits im vergangenen Jahr bei einigen Rennen als Ersatzpilot. "Über den Winter wurde das Motorrad nicht allzu stark umgebaut. Es hat jetzt ein bisschen mehr Leistung. Zudem haben wir die Elektronik geändert und am Chassis Feinheiten verändert", erklärt er im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Es hilft, weil wir jetzt im zweiten Jahr sind. Wir haben auf den verschiedenen Strecken Erfahrungswerte."

Vor einem Jahr arbeitete Gagne auch mit Stefan Bradl zusammen, der eine enttäuschende Saison erlebte. "Ich weiß nicht, ob Leon mehr Motivation hat als Stefan im Vorjahr. Ich kann nur festhalten, dass Leon sehr motiviert ist", vergleicht der US-Amerikaner.

"Es war eine schwierige Saison. Ich möchte niemanden dafür verantwortlich machen", hält Ronald ten Kate fest, der 2018 nur noch im Hintergrund die Fäden zieht. Die Rolle des Teammanagers hat Kervin Bos übernommen.

Als wir uns im April mit ten Kate trafen, schilderte er uns seine Erinnerungen an Bradls missglückte Saison in der Superbike-WM: "Stefan deutete einige Male an, dass er ziemlich schnell ist, doch dann passierte immer etwas anderes, wie zum Beispiel der Sturz auf dem Lausitzring, als er auf dem Öl eines anderen Fahrers ausrutschte."

In Portimao stürzte Bradl erneut und fiel bis zum Saisonende aus. "Es war für beide Seiten besser, getrennte Wege zu gehen. Uns fehlte ein frischer Wind. Stefan suchte eine andere Herausforderung", kommentiert ten Kate, der mit Camier einen vielversprechenden Nachfolger engagierte.

"Wir waren im vergangenen Jahr etwas verwirrt. Dann kam Leon und stieg im November beim ersten Test auf unser Motorrad. Bereits an den beiden ersten Testtagen wurden uns einige Dinge klar. Die Rundenzeiten wurden sofort besser", erinnert sich der Holländer an die Tests in Spanien und Portugal.

Waren die raschen Fortschritte auf Camier oder auf die Änderungen am Motorrad zurückzuführen? "Leon wünschte sich andere Einstellungen. Diese ermöglichten wir ihm. Aber ich möchte nicht zu tief ins Detail gehen beim Vergleich der beiden Fahrer", so ten Kate.

"Die Fortschritte waren auf das bessere Paket zurückzuführen", stellt Teammanager Kervin Bos klar. "Das Motorrad war bereits im Vorjahr zur Saisonhalbzeit auf einem wirklich guten Niveau. Doch wenn man ständig Rückschläge verkraften muss, dann wird es schwierig."

War Bradl nach den diversen Rückschlägen unmotiviert? "Das kann ich nicht richtig einschätzen, denn ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht involviert. Ich denke, es war eine Kombination aus mehreren Faktoren. Er kam aus der MotoGP in die Superbike-WM und musste sich umgewöhnen. Es war eine neue Struktur, eine neue Meisterschaft, neue Reifen, ein neues Team und so weiter. Ich denke, es war eine unglückliche Situation", fasst Bos zusammen und lobt Camier: "Leon macht den Unterschied aus, weil er weiß, was er benötigt, um schnell zu sein."

Nächster Superbike-WM Artikel
Dorna-Sportdirektor: Rea "nicht der charismatischste Typ"

Vorheriger Artikel

Dorna-Sportdirektor: Rea "nicht der charismatischste Typ"

Nächster Artikel

Superbike-WM 2018 Magny-Cours: TV-Übertragung & Livestream

Superbike-WM 2018 Magny-Cours: TV-Übertragung & Livestream
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie Superbike-WM
Fahrer Stefan Bradl
Urheber Sebastian Fränzschky
Artikelsorte News