Robert Wickens: Renn-Comeback im TCR-Auto!

Mehr als drei Jahre nach seinem schweren IndyCar-Unfall wird Robert Wickens in diesem Monat in Daytona erstmals wieder ein Rennen fahren

Robert Wickens: Renn-Comeback im TCR-Auto!

Robert Wickens wird noch im Januar 2022 sein Comeback als Rennfahrer geben. Mehr als drei Jahre nach seinem schweren IndyCar-Unfall in Pocono wird der Kanadier am einem Tourenwagen-Rennen im Rahmenprogramm der 24 Stunden von Daytona teilnehmen - in einem umgerüsteten Hyundai Elantra TCR, bei dem Wickens Gaspedal und Bremse per Hand am Lenkrad steuern kann.

"Viele Nächte lang habe ich von diesem Moment geträumt, und mit der Unterstützung von Bryan Herta und Hyundai wird er nun Wirklichkeit", sagt Wickens. "Ich bin jetzt noch hungriger als vor meinem Unfall, wieder um Siege zu kämpfen!"

Wickens hatte sich bei dem Unfall im August 2018 zahlreiche Knochenbrüche zugezogen, darunter auch Frakturen an der Wirbelsäule, die zu einer Querschnittslähmung führten. Nach einer langen Rehabilitation hatte der frühere DTM-Pilot im Mai 2021 erstmals einen Hyundai aus dem Team von Bryan Herta getestet, der auf Handsteuerung umgebaut war.

Erster Test im Mai 2021

Acht Monate später wird seine Rückkehr in den Rennsport beim 4-Stunden-Rennen der IMSA-Michelin-Pilot-Challenge am 28. Januar nun Wirklichkeit. "Ich freue mich sehr darauf, mich in das gesamte Team von Bryan Herta Autosport zu integrieren und endlich meine ersten Erfahrungen mit dem Hyundai Elantra N TCR zu machen", sagt Wickens.

Bryan Herta, dessen Team seit Jahren in Nordamerika erfolgreich TCR-Fahrezeuge von Hyundai einsetzt, freut sich, dass er Wickens das Comeback ermöglichen kann. "Heute ist ein monumentaler Tag für uns als Team und als Fans von Robert Wickens", sagt der frühere IndyCar-Pilot. "Wir haben Roberts Rehabilitation mitverfolgt und seine Entschlossenheit und Hingabe bewundert, ebenso wie seine vielen, vielen Fans."

"Jetzt zu verkünden, dass er seine Rückkehr in den professionellen Motorsport in einem unserer Hyundai Elantra N TCR-Autos feiern wird, ist wirklich unglaublich. Wir danken Hyundai für ihre großartige Unterstützung und dafür, dass sie uns geholfen haben, Robert einen Weg zu ebnen, damit er wieder dorthin zurückkehren kann, wo er hingehört", so Herta weiter.

Gas und Bremse werden am Lenkrad gesteuert

Das für Wickens entwickelte System besteht aus einem Metallring hinter dem Lenkrad, der über eine Reihe von Stangen mit dem Bremspedal verbunden ist und mit den Fingern gezogen wird, um die Bremse zu aktivieren. Zwei miteinander verbundene Gas- und Schaltwippen, die ebenfalls hinter dem Lenkrad angebracht sind, ermöglichen es dem Fahrer, Gas zu geben, zu schalten und die Lenkung zu betätigen.

Mark Wilkins, mit dem sich Wickens das Auto bei dem 4-Stunden-Rennen teilen wird, kann das System deaktivieren und das Fahrzeug normal bedienen. Es ist nicht der erste Mal, dass sich Fahrer mit und ohne Behinderung bei einem Langstreckenrennen ein Auto teilen.

So fuhr beispielsweise Alessandro Zanardi gemeinsam mit nicht eingeschränkten Fahrern die 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps und Daytona. Auch der Schweizer Gustav Engljähringer, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, bestreitet sein vielen Jahren erfolgreich Langstreckenrennen, unter anderem auf der Nürburgring-Nordschleife.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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