Matthias Walkner über abgebrochene Dakar-Etappe: "Es war zu gefährlich"

Der Österreicher findet, dass man die Motorräder nicht auf der von Autos und Trucks zerstörten Piste hätte fahren lassen dürfen - Seine Eindrücke von der 6. Etappe

Matthias Walkner über abgebrochene Dakar-Etappe: "Es war zu gefährlich"

Bei Halbzeit der Rallye Dakar befindet sich Matthias Walkner auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung. Sein Rückstand auf Sam Sunderland (GasGas) beträgt bei sechs noch ausstehenden Etappen zwei Minuten und 39 Sekunden.

Der Samstag ist der einzige Ruhetag der Rallye. Im Biwak sorgte der Vortag für Diskussionen. In der Umgebung von Saudi-Arabiens Hauptstadt waren zwei unterschiedliche Schleifen geplant gewesen. Am Donnerstag fuhren die Motorräder die eine, die Autos, Side-by-Side und LKW die andere.

Am Freitag wurde getauscht. Die Motorräder mussten jene Strecke bewältigen, die bereits von den vierrädrigen Fahrzeugen (außer den Quads) befahren worden war. Das sorgte für große Probleme und die Etappe musste schließlich abgebrochen werden.

Walkner schildert in seinem Blog bei Red Bull, wie problematisch die Situation war: "Die Strecke schaut fast eben aus, aber der Wind hat die rausgefahrenen, großen Steine nur oberflächlich mit lockerem Sand zugedeckt. Wenn du da einen ausfasst, dann wird es richtig gefährlich."

"Für die Motorradfahrer ist das eine der blödesten Situationen. Danilo Petrucci hat es als Startfahrer dann auch gleich geschmissen. Ich hab mir die Stelle angeschaut. Eine relativ schnelle Kurve mit 80 km/h und 70 Zentimeter tiefen Spurrillen. Da kommst du nicht raus."

Matthias Walkner

Der Österreicher hinterfragt, warum die 6. Etappe so gestartet worden ist

Foto: KTM

"Wenn ich da als Erster, Zweiter oder Dritter ohne Vorwarnung gefahren wäre - das wäre eine Challenge gewesen", gibt der Österreicher zu. Viele Fahrer beklagten sich beim Tankstopp bei den Offiziellen, dass das Terrain auf den von den Autos und Trucks zerstörten Pfaden zu gefährlich war.

"Ich bin eigentlich der gleichen Meinung", sagt Walkner. "Es ist halt zach, weil das die Rennleitung schon vor dem Start gewusst hat." In den vergangenen Jahren bemühen sich Dakar-Veranstalter ASO und der Motorrad-Weltverband FIM darum, die Sicherheit bei den Rallyes zu verbessern.

Man versucht zum Beispiel über schwierigere Navigation Tempo herauszunehmen. Prinzipiell waren viele Motorradfahrer der Meinung, dass man die sechste Etappe so nicht hätte planen dürfen. Man hätte die Bikes nicht auf von Autos und Trucks zerstörtem Terrain fahren lassen dürfen.

"Wenn wir über einen Topspeed-Begrenzer und die Füllmenge des Camelbags reden, und gleichzeitig lässt man Motorräder auf diesen gefährlichen Pisten starten, dann sind die Sicherheitsdiskussionen fast eine Augenauswischerei", findet Walkner deutliche Worte.

Abgebrochen wurde schlussendlich, als die ersten Fahrer Kilometer 160 erreicht hatten. Gewertet wurde die Etappe mit Stand bei Kilometer 101. Demnach waren die Zeitabstände im Ergebnis sehr eng. Auch in der Gesamtwertung sind die Topfahrer eng beisammen.

"Alles in allem bin ich froh, dass ich es gesund überstanden habe", sagt Walkner und zieht bei Halbzeit der Rallye Zwischenbilanz: "Ich fühl mich gut und stark, bin im Kopf motiviert und bräuchte jetzt eigentlich gar keinen Ruhetag. Seit Donnerstag habe ich beim Fahren eine richtige Freude. Und ganz wichtig - wir sind in einer richtig guten Ausgangsposition."

Gesamtwertung nach 6 von 12 Etappen (Top 10):

Pos. Fahrer Motorrad Zeit
1

United Kingdom Sam Sunderland

GasGas 19:55:59 Stunden
2

Austria Matthias Walkner

KTM +2:39 Minuten
3

Australia Daniel Sanders

GasGas +5:35
4

France Adrien van Beveren

Yamaha

+7:43
5

Chile Pablo Quintanilla

Honda +15:43
6

Spain Lorenzo Santolino

Sherco +18:22
7

Czech Republic Stefan Svitko

KTM

+24:29

8

Argentina Kevin Benavides

KTM +24:56
9

Spain Joan Barreda

Honda +25:59
10 United States Mason Klein KTM +37:08

Mit Bildmaterial von KTM.

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