DTM-Rennen Spielberg 2: Zweiter Sieg für Lawson nach Duell mit Wittmann

Ferrari-Pilot Liam Lawson siegt auch am Sonntag in Spielberg und setzt sich an der Box gegen Marco Wittmann durch - DTM-Leader van der Linde verliert weiter Boden

DTM-Rennen Spielberg 2: Zweiter Sieg für Lawson nach Duell mit Wittmann

Dritter Saisonsieg für AF-Corse-Ferrari-Pilot Liam Lawson, der bereits das Samstagsrennen der DTM in Spielberg gewann: Der neuseeländische Red-Bull-Junior setzte sich gegen Pole-Setter Marco Wittmann durch, der am Ende nur 0,215 Sekunden Rückstand hatte, und gewann auch am Sonntag. Dritter wurde HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz.

Das Rennen war von einem Zweikampf um den Sieg zwischen den Lawson und Wittmann geprägt: Der BMW-Pilot verteidigte beim Start seine Pole und führte die ersten Runden vor dem AF-Corse-Ferrari-Piloten an. Die Entscheidung fiel dann durch die Strategie, denn Walkenhorst-Pilot Wittmann stoppte bereits in der sechsten Runde. Lawson deckte ab, kam eine Runde später herein und kam vor dem BMW wieder auf die Strecke hinaus.

Danach lag Wittmann stets in Lawsons Windschatten und saugte sich nach der ersten Kurve immer wieder mit dem besseren Topspeed an, verlor aber in den dritten Kurve wieder an Boden.

Götz, der am Vortag Zweiter wurde, macht wie Lawson durch seinen dritten Platz in der Meisterschaft weiter Boden auf DTM-Leader Kelvin van der Linde gut. Denn der Abt-Audi-Pilot kam diesmal hinter den AMG-Mercedes-Piloten Philip Ellis und Lokalmatador Lucas Auer, die die Plätze vier und fünf belegten, nur auf Platz sechs.

Lawson gelingt Overcut gegen Wittmann

Lawson und Wittmann fuhren an diesem Tag in ihrer eigenen Liga. Am Start lautete die Reihenfolge noch: Wittmann vor Lawson und dem Rest des Feldes. Schnell fuhr das Duo eine Lücke auf die restlichen Verfolger heraus. Mit Öffnen des Boxenstoppfensters in Runde 5 war es Wittmann, der den Service-Reigen eröffnete.

Lawson versuchte es mit dem Overcut und kam eine Runde nach Wittmann herein. Hier machte sich mal wieder der Boxenstopp-Vorteil des Ferrari bemerkbar: Die Standzeit Lawsons lag 1,8 Sekunden unter jener von Wittmann. Genug, um die Führung zu erobern und sie auf der Outlap zu behaupten.

Danach umrundete das Spitzenduo den Red-Bull-Ring im Formationsflug. Spannend wurde es kurz nach Halbzeit nochmals, als man auf Nico Müller auflief, der zu diesem Zeitpunkt als Einziger noch nicht gestoppt hatte. Wittmann kam Lawson näher, konnte aber letztlich nicht davon profitieren. Lawson schaffte es, Müller rund eine halbe Runde vor Wittmann zu überholen.

Lawson: "Doppelsieg hier ist besonders"

Erst in den letzten Runden des Rennens kam Wittmann noch einmal heran. Für einen Angriff sollte es jedoch nicht mehr reichen. Im Ziel lag der BMW-Pilot 0,215 Sekunden hinter seinem Ferrari-Kontrahenten. Rund 15 Sekunden dahinter kam Maximilian Götz als Dritter ins Ziel.

 

"Das Rennen war sehr gut. Heute war es sicherlich um einiges härter. Marco hatte eine bessere Pace. Aber der BMW hat Probleme auf der Bremse. Er kam zwar oft näher, konnte aber unser Auto nie ausbremsen. Daher bin ich dankbar, dass unser Auto so gut auf der Bremse ist, denn das hat uns heute gerettet", jubelte Lawson anschließend am 'ran'-Mikrofon.

"Das Auto war das ganze Rennen über sehr gut ausbalanciert. Der Boxenstopp heute lief perfekt. Wir hatten ein paar Schwierigkeiten in den letzten Rennen. Aber wenn es drauf ankommt, dann kriegen sie es perfekt hin. Hier an diesem Wochenende beide Rennen zu gewinnen, ist sehr besonders."

Für den Mercedes-AMG-Piloten war es ein einsames Rennen. Im Ziel hatte er fast acht Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger. Die Vorentscheidung fiel hier bereits in der dritten Runde des Rennens. Zu diesem Zeitpunkt lag BMW-Fahrer Sheldon van der Linde hinter Götz auf der vierten Position. Er fiel aber wegen eines Reifenschadens zurück und gab später vorzeitig auf.

Zeitstrafen wirbeln Klassement ab P4 durcheinander

Der Zwischenfall bei van der Linde riss eine Lücke zwischen Götz und seinen Verfolgern auf, die im weiteren Rennverlauf immer größer wurde. Hinter Götz kamen mit Philip Ellis, Vincent Abril, Daniel Juncadella und Lucas Auer vier weitere Mercedes-AMG ins Ziel. Die Reihenfolge wurde durch Strafen noch einmal durcheinander gewürfelt.

Doppelsieg in Spielberg für Liam Lawson

Doppelsieg in Spielberg für Liam Lawson

Foto: Alexander Trienitz

Abril kassierte ebenso wie Juncadella eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil er sich beim Start nicht in der vorgesehenen Position befand. Weitere fünf Sekunden gab es für den Spanier wegen mehrfacher Missachtung der Track Limits. Somit lautete die Reihenfolge hinter Götz: Ellis, Auer, Kelvin van der Linde, Arjun Maini und Abril. Dem Gesamtführenden ist somit wieder Schadensbegrenzung gelungen.

Maxi Buhk schaffte es im Mücke-Mercedes auf Position neun, während sich Timo Glock im Rowe-BMW den letzten Punkt schnappte. Juncadella fiel durch die zehn Strafsekunden in der Wertung bis auf Position zwölf hinter Maximilian Paul zurück und geht damit leer aus.

In der Gesamtwertung läuft es langsam auf einen Vierkampf hinaus. Van der Lindes Vorsprung ist auf zwölf Punkte geschrumpft. 147:135 steht es nun zwischen ihm und dem ersten Verfolger, Liam Lawson. Götz liegt weitere vier Punkte dahinter und hat 131 Zähler auf dem Konto, Wittmann 121.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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