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Aus Toro Rosso wird AlphaTauri: 2020 soll P5 in der WM her!

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14.02.2020, 19:31

Launch in eine neue Ära: Im Rahmen einer großen Show in Salzburg hat AlphaTauri die mit Spannung erwarteten neuen Farben des Teams vorgestellt

Das hat's in der Geschichte der Formel 1 auch noch nie gegeben: Das "neue" AlphaTauri-Team (hervorgegangen aus der bisherigen Scuderia Toro Rosso) hat seine offizielle Präsentation vor der Saison 2020 am Freitagabend gleich an zwei Standorten parallel abgehalten.

Während im altehrwürdigen Warenhaus Rinascente in Mailand eine von der Fassade hängende AlphaTauri-F1-Replika gezeigt wurde, fand die für Motorsport-Fans weit wichtigere Formel-1-Liveshow mit Fahrern (Pierre Gasly und Daniil Kwjat), Teamchefs und einem umlackierten Vorjahresmodell am Hangar-7 in Salzburg statt.

Das war für die angereisten Gäste eine herbe Enttäuschung, schließlich hatte Red Bull in der Einladung zum Event wörtlich angekündigt, den "neuen Rennwagen AT01 für die Formel-1-Saison 2020" zu zeigen. Stattdessen gab's zuerst eine endlos scheinende Modenschau und ein bisschen neue Farbe (Blau-Weiß) zu sehen - aber kein neues Auto. Von dem wurden nur Renderings veröffentlicht.

Sportlich würde AlphaTauri am liebsten da anknüpfen, wo Toro Rosso beim vorletzten Saisonrennen in Brasilien 2019 aufgehört hat: mit Gaslys zweitem Platz. Der Franzose, genau wie Teamkollege Kwjat vom A- ins B-Team degradiert, möchte sich 2020 weiter in der Formel 1 konsolidieren.

"Ich möchte besser sein als vergangenes Jahr und den Schwung aus Brasilien mitnehmen. Und konstant sein. Weniger Fehler machen und einfach insgesamt stärker werden. Ein stärkeres Gesamtpaket", sagt Gasly im Interview mit 'motorsport.com'.

"Vergangenes Jahr war unser großes Ziel, Sechster in der Team-WM zu werden. Das haben wir geschafft. Jetzt wollen wir uns nochmal steigern und den fünften Platz ins Visier nehmen - oder zumindest darum kämpfen", erklärt der 24-jährige Franzose.

Eigentümer des ehemaligen Toro-Rosso-Teams ist und bleibt ungeachtet der neuen Farben Red Bull. Der Energydrink-Hersteller hat den ehemaligen Minardi-Rennstall vor der Saison 2006 übernommen (also ein Jahr nachdem Jaguar zu Red Bull Racing wurde).

Toro Rosso feierte 2008 in Monza mit Sebastian Vettel den ersten Sieg von Red Bull in der Formel 1. 2019 belegte das Team den guten sechsten Platz in der Konstrukteurs-WM, nur sechs Punkte hinter dem wesentlich höher budgetierten Renault-Werksteam.

"Red Bull hat Toro Rosso immer als Juniorteam verstanden", erklärt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Interview mit 'motorsport.com'. "Da sind ein Vettel, ein Ricciardo, ein Verstappen herausgekommen. Ein Sainz, Kwjat. So gesehen war es ein Erfolgsprojekt."

"Was nicht ganz funktioniert hat, war der Synergie-Effekt, den wir nutzen konnten, als noch erlaubt war, das gleiche Chassis zu verwenden. Der Kosteneffekt wäre riesig gewesen. Aber kaum hatte Vettel in Monza gewonnen, wurde das durch das Reglement abgedreht."

"Jetzt ist es wieder umgekehrt und wir können viel von Red Bull Racing an Toro Rosso liefern. Man sieht, wie das Team dadurch einen Sprung vorwärts gemacht hat", spricht Marko den sportlichen Aufwärtstrend 2019 an.

AlphaTauri AT01
Scuderia Toro Rosso STR14

Teamchef Franz Tost glaubt, dass dieser anhalten kann: "Wir sind sehr optimistisch für diese Saison. Erstens weil das Auto im Windkanal sehr gute Ergebnisse gezeigt hat. Zweitens haben unsere Freunde bei Honda in Sakura große Fortschritte gemacht, sowohl auf Performance- als auch auf Zuverlässigkeits-Seite."

"Drittens haben wir zwei gute Fahrer, wie wir vergangenes Jahr gesehen haben. Fehlt nur noch das mittlere Treppchen auf dem Podium - sie wissen, was sie jetzt zu tun haben! Im Ernst: Wir sind sehr optimistisch. Ich bin überzeugt, dass AlphaTauri eine erfolgreiche Saison haben wird."

"Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit Red Bull Technology und beziehen von ihnen das komplette Heck sowie Getriebe und Vorderradaufhängung. Das bedeutet, dass wir auf mechanischer Seite sehr konkurrenzfähig sein sollten", sagt Tost.

Sein ambitioniertes Ziel: "Ich erwarte, dass wir unter den ersten Fünf der Konstrukteurs-WM landen! Unsere größten Gegner werden Renault, McLaren, Racing Point und Haas sein."

Dass es in vergangenen Jahren immer wieder Interessenten gab, die bei Toro Rosso als Investoren einsteigen oder das Team komplett übernehmen wollten, ist kein Geheimnis. Tatsächlich gab es aber seit Gerhard Berger (50 Prozent) und der Investmentgesellschaft Aabar (25 Prozent) keine Investoren mehr neben Red Bull.

"Ich weiß nicht, wo das immer hergekommen ist, dass das Team zum Verkauf stehen soll. Wir hatten ja schon einmal 25 Prozent an einen Investor aus Abu Dhabi verkauft, haben das aber wieder zurückgekauft. Es war aber nie so, dass aktiv ein Käufer gesucht wurde", verrät Marko.

"Jetzt macht es Sinn, dass man AlphaTauri hernimmt, eine hundertprozentige Tochter von Red Bull. Mateschitz nutzt das Vehikel Formel 1, um diese Brand entsprechend zu pushen."

Mit Bildmaterial von AlphaTauri.

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