FIA berät in Paris über Formel-1-Motoren ab 2021

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FIA berät in Paris über Formel-1-Motoren ab 2021
Jonathan Noble
Autor: Jonathan Noble
Übersetzung: Petra Wiesmayer
31.03.2017, 07:15

Am heutigen Freitag trifft sich die FIA in Paris mit führenden Autoherstellern, um das Motorenreglement der Formel 1 nach 2020 zu diskutieren.

Jean Todt, FIA-Präsident
Antonio Felix da Costa, Amlin Andretti Formula E Team
Jean Todt, FIA-Präsident
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, W08
Lewis Hamilton, Mercedes AMG
Romain Grosjean, Haas F1 Team, VF-17; Felipe Massa, Williams, FW40; Carlos Sainz Jr., Scuderia Toro
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, W08; Sebastian Vettel, Ferrari, SF70H; Valtteri Bottas, Mercedes AM
Sebastian Vettel, Ferrari SF70H
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W08
Rennstart: Kevin Magnussen, Haas F1 Team VF-17; Marcus Ericsson, Sauber C36; Antonio Giovinazzi, Sau
Sebastian Vettel, Ferrari SF70H
Nach dem Start: Nico Hülkenberg, Renault Sport F1 Team RS17; Sergio Perez, Force India VJM10; Esteba
1. Kurve: Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W08

Die Motorsportbehörde ist dabei der Meinung, dass Grand-Prix-Autos einfacher, billiger und weniger zuverlässig werden müssen.

Die Meinungen, ob die Formel 1 mit den Turbo-Hybridmotoren weitermachen oder zu einfacheren, lauteren Motoren zurückkehren solle, sind geteilt und die Diskussion werden wohl nicht einfach.

Die FIA hat alle derzeit in der Formel 1 vertretenen Hersteller eingeladen, plus einige, die noch nicht dabei sind, um ihre Meinungen über die Richtung zu hören, in die die Formel 1 ab 2021 gehen soll.

Audi hat beispielsweise seit Langem ein wachsames Auge darauf, was in solchen Diskussionen, in denen es um Motoren geht, besprochen wird.

Weniger Technologie

FIA-Präsident Jean Todt hat jedoch angedeutet, dass er die Formel 1 gerne auf einem etwas anderen Weg sehen würde – auf dem die Technologie zurückgefahren wird, um die Show zu verbessern.

"Wenn man mir ein Formel-1-Auto erklärt, denke ich, dass es zu komplex ist, vielleicht mit zu viel hochentwickelter Technik, die für den Sport nicht nötig ist", erklärte Todt.

"Das ist ein sensibler Punkt, denn auf der einen Seite entwickelt sich das Kraftfahrzeugwesen weiter und es schwierig zu sagen, die Spitze des Motorsports folgt der Entwicklung des Kraftfahrzeugwesens nicht."

"Ich denke nicht an selbstfahrende oder verbundene Autos in der Formel 1, das ist aber das, auf das die Welt zugeht und worauf die Hersteller mit der Elektronik im Auto und den Antriebssträngen, die total anders sind, zusteuern. Also haben wir das für den Motorsport adaptiert und natürlich in der Formel 1 mit eingebracht."

Er fügte hinzu: "Trotzdem habe ich das Gefühl, dass das zu teuer ist, zu kompliziert, irgendwie zu zuverlässig. Ich bin schockiert, wenn ich mir den 1. Testtag in Barcelona anschaue."

"Ich erinnere mich, wenn wir zu meiner Zeit 5 Runden gefahren sind, dann ging es: 'Fantastisch, wir sind 5 Runden gefahren!' Ich habe Autos gesehen, die 70 oder 80 Runden gefahren sind. Sie haben in den Fabriken Labors gebaut, zu denen niemand Zutritt hat."

Elektrische Zukunft

Ein Punkt, über den die Hersteller entscheiden müssen ist, inwieweit elektrische Energie in die künftigen Formel-1-Motoren eingeplant werden soll.

Während die Hersteller diesen Weg aber vehement unterstützen ist Todt nicht davon überzeugt, dass es für den Grand-Prix-Sport der richtige Weg wäre, komplett auf elektrische Energie zu setzen.

"Die große Einschränkung elektrischer Autos ist Laufleistung und die Zeit des Wiederaufladens", sagte er. "Das beste Auto, was immer auf der Marketingseite gesagt wird, die beste Laufleistung ist 200 Kilometer, mit einer Wiederaufladezeit von 6 bis 8 Stunden."

"Ich sehe für Elektroautos in den Städten aber eine sehr gute Zukunft. Das ist auch ein Grund, wieso wir einen elektrischen Rennwagen, ein Formelauto, in den Städten promoten wollen."

"Es gibt noch viele Dieselautos, viele Hybridautos, zurückgefahrene Motoren mit Turbo und Energierückgewinnung und ich sehe in Zukunft auch viele Brennstoffzellen."

"Brennstoffzellen sind wahrscheinlich eine komplett andere Technologie mit der die Autos etwa 600 bis 1.000 Kilometer zurücklegen können und die Wiederaufladezeit nur etwa 3 Minuten beträgt."

"Ich denke, wir denken darüber nach, künftig in einigen Kategorien des Motorsports [Brennstoffzellen] einzuführen. Wenn wir aber über die Formel 1 sprechen, bleiben wir beim mehr konventionellen Motor. Das bedeutet nicht, dass wir beabsichtigen, zu dem zurück zu gehen, was wir vor 10 Jahren hatten. Das wird nie passieren."

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Rennserie Formel 1
Urheber Jonathan Noble
Artikelsorte News