Gerhard Berger: Formel-1-WM 2021 "kann nicht mehr gekippt werden"

Gerhard Berger glaubt nicht, dass die FIA Max Verstappen den WM-Titel noch wegnehmen wird, und nimmt FIA-Rennleiter Michael Masi in Schutz

Gerhard Berger: Formel-1-WM 2021 "kann nicht mehr gekippt werden"

Der ehemalige Formel-1-Fahrer und -Teamchef Gerhard Berger ist der Meinung, dass der Ausgang der Weltmeisterschaft 2021 mit dem neuen Champion Max Verstappen halten wird. Zwar besteht die theoretische Möglichkeit, dass Mercedes gegen die abgewiesenen FIA-Proteste beim Finale in Abu Dhabi in Berufung gehen könnte. Doch Berger glaubt nicht, dass das für den Sport richtig wäre.

"Das kann nicht mehr gekippt werden", unterstreicht er in einem aktuellen Video auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de, das dort mit freundlicher Genehmigung von 'ServusTV' veröffentlicht wurde. Für den DTM-Chef ist klar: "Die Sporthoheit hat einfach das letzte Wort. Das ist Michael Masi in diesem Fall."

Dass Masi derzeit im Kreuzfeuer der Kritik steht, hat Berger zu einem flammenden Verteidigungsplädoyer für den FIA-Rennleiter bewogen. Masi hatte in Abu Dhabi erst die Entscheidung getroffen, dass die überrundeten Autos sich während der Safety-Car-Phase nicht zurückrunden dürfen. Später revidierte er diese Entscheidung nach einer Intervention von Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Das sollte die WM innerhalb von eineinhalb Runden komplett auf den Kopf stellen.

Berger wirbt um Verständnis für Masi und wischt Verschwörungstheorien vom Tisch: "Warum hat er denn so entschieden? Da war keine Partei im Vorteil bei ihm. [...] Er wollte das Rennen nicht unter Safety-Car beenden, weil er sagt: Ein Rennen [...] soll beendet werden als Rennen, und nicht unter Safety-Car." Das sei "in Ordnung" und "im Sinne des Sports und der Fans".

Außerdem kritisiert der Österreicher die permanenten versuchten Einflussnahmen auf Masi seitens der Teamchefs. Für Toto Wolffs verzweifelten Funkspruch in der letzten Runde bringt er zwar aufgrund der Emotionen Verständnis auf. Aber der Versuch des Mercedes-Teamchefs, Masi eine Safety-Car-Phase auszureden, als Antonio Giovinazzi ausrollte, sei nicht legitim gewesen.

Man könne Masi nicht sagen, "was er jetzt machen soll", findet Berger: "Der hat zehn Sekunden Zeit, um solche Entscheidungen zu treffen. Das ist unheimlich schwierig. Der muss sechs, sieben Sachen gleichzeitig beobachten [...]. Im Hintergrund sitzen Anwälte mit hundert Ingenieuren, die Bildschirme haben und dann sagen: 'Da ist ein kleiner Fehler, da ist ein kleiner Fehler.' Wenn wir so den Sport betreiben, wird das nix."

"Ich habe beim Zuschauen immer das Gefühl gehabt: Er versucht, dem Sport gerecht zu werden, er versucht das zu machen, was sich die Fans wünschen. Natürlich hat jeder, der bestraft oder benachteiligt worden ist, immer den Eindruck gehabt, das geht gegen ihn. Aber wenn man das unterm Strich anschaut, war das glaube ich sehr ausbalanciert zwischen Red Bull und Mercedes."

Das ganze Video mit Gerhard Berger (9:02 Minuten) gibt's auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de zu sehen. Den können unsere Leser kostenlos abonnieren und die Glocke aktivieren, um kein neues Formel-1-Video mehr zu verpassen. Zum Beispiel weitere Clips aus der Sendung 'Sport und Talk aus dem Hangar-7' von 'ServusTV'.

Mit Bildmaterial von ServusTV.

geteilte inhalte
kommentare
Toto Wolff: 2022 könnte noch enger werden
Vorheriger Artikel

Toto Wolff: 2022 könnte noch enger werden

Nächster Artikel

Leclerc: 2022er-Formel-1-Autos erfordern "anderen Fahrstil in langsamen Kurven"

Leclerc: 2022er-Formel-1-Autos erfordern "anderen Fahrstil in langsamen Kurven"
Kommentare laden