Günther Steiner: Haas' Chancen gegen Williams stehen sehr schlecht

Günther Steiner weiß, dass Haas' Chancen, in der WM nicht Letzter zu werden, seit Ungarn nicht gerade gestiegen ist - Fahrer dürfen trotzdem weiter Risiko eingehen

Günther Steiner: Haas' Chancen gegen Williams stehen sehr schlecht

Das Formel-1-Rennen von Ungarn hat den zehnten WM-Platz des Haas-Teams vermutlich zementiert. Bestand vorher zumindest noch die Chance, mit einem besseren Einzelergebnis an Williams vorbeizukommen, so ist das nach den zehn Punkten des britischen Teams in Budapest Utopie. Und auch Alfa Romeos drei Punkte zu knacken, dürfte angesichts der Form von Haas schwierig werden.

"Die Chancen sind sehr, sehr gering. Da bin ich sehr realistisch", sagt Teamchef Günther Steiner. Geringe Chancen heißt aber nicht keine Chancen, von daher gibt der Südtiroler den Kampf noch lange nicht auf. Das Rennen am Hungaroring ist für ihn dabei ein gutes Vorbild.

"Williams hat nicht erwartet, die Punkte zu holen, die sie geholt haben", sagt er. "Sie haben gute Arbeit geleistet und waren zur richtigen Zeit in einer guten Position." Zuvor hatte der Rennstall in zweieinhalb Jahren nur einen Punkt geholt - und plötzlich in einem Rennen zehn.

"Das ist Rennsport. Ich sage immer, dass du immer dein Bestes geben musst. Tag für Tag", so Steiner. "Und das haben sie gemacht, als es Punkte zu verteilen gab. Und ich würde nicht darauf wetten, dass wir mehr Punkte als sie bekommen werden."

Denn bei Haas steht zur Saisonmitte immer noch eine Null auf dem Konto. Mick Schumacher und Nikita Masepin sind die einzigen Piloten, die noch kein Top-10-Ergebnis aufweisen können. Der zwölfte Platz Schumachers in Ungarn war das bislang beste Saisonergebnis.

Vor dem Grand Prix hatte es bei Haas Diskussionen über Risiken seiner Fahrer gegeben. Nach dem Unfall von Schumacher im Freien Training hatte Steiner angemahnt, dass die Piloten wissen sollten, wann sie Risiko eingehen können und wann nicht - nämlich nur wenn es sich lohnt.

Heißt das, dass Schumacher und Masepin jetzt kein Risiko im Rennen mehr eingehen sollen, weil es für Haas am Ende ohnehin egal ist, weil man ohnehin WM-Letzter wird?

"Nein, ich denke, ihr alle kennt meine Meinung dazu", sagt Steiner. "In einem Rennen möchte ich, dass sie racen - auch untereinander, solange sie sich nicht ins Auto fahren. Denn nur so lernen sie", betont er. "Wenn ich ihnen befehle, in Reih und Glied zu fahren, das ist kein Sport."

"Natürlich bitte ich sie nie darum, im Training oder im Qualifying einen Unfall zu haben. Aber für uns ändert sich nichts dadurch, was Williams am letzten [Renn-]Wochenende gemacht hat."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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