Haas lässt aufhorchen: Grosjean bremst gut, Magnussen gibt Gas

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Haas lässt aufhorchen: Grosjean bremst gut, Magnussen gibt Gas
Autor: Roman Wittemeier
Co-Autor: Scott Mitchell
08.03.2018, 20:44

Am vorletzten Tag der Formel-1-Testfahrten 2018 in Barcelona setzt Kevin Magnussen die zweitschellste Rundenzeit - Romain Grosjean hat Vertrauen in Bremsen

Bei Haas scheint die Formel-1-Welt vor dem Start in die Saison 2018 in Ordnung. Romain Grosjean hat endlich Vertrauen in das Bremssystem des Autos, Kevin Magnussen zeigte am vorletzten Testtag in Barcelona, wo der VF-18 das Gaspedal hat. Der Däne war in 1:18.360 Minuten der zweitschnellste Pilot des Tages und stellte dabei die direkte Konkurrenz von Toro Rosso, Renault, McLaren, Williams und Force India in den Schatten.

"Wir sind alle ziemlich glücklich mit diesem Tag", fasst Magnussen nach 712 Testkilometern zusammen. "Das war unser bester Tag bisher: viel gefahren, viel gelernt", erklärt Teamchef Günther Steiner. "Allerdings holt man die verlorene Zeit aus Vortagen nie wieder auf. Jede einzelne Stunde ist fest verplant. Das kann man nicht plötzlich derart zusammenpressen, dass es in weniger Tage passt. Man hält an seinem ursprünglich Plan fest und versucht, möglichst alles abzuarbeiten. Genau das ist uns heute bestens gelungen."

 

Magnussen, der am Donnerstag 153 Runden absolvierte, verlor zwar 1,178 Sekunden auf die Tagesbestmarke von Sebastian Vettel (Ferrari), aber: Der Haas-Pilot fuhr seine Bestmarke auf den Supersoft-Reifen, während die gesamte Konkurrenz im vorderen Feld auf Hypersoft unterwegs war. "Was man daraus ableiten kann? Dass wir auf Supersofts wohl ziemlich schnell sind", frohlockt Steiner. "Wir wissen aber nicht, wie schwer die anderen unterwegs waren. Aber eigentlich muss man davon ausgehen, dass die mit Hypersoft-Reifen nicht volltanken."

Haas-Teamchef ist mit Performance bestens zufrieden

"Prognosen sind kaum möglich. Aber ein solches Ergebnis gibt einem das Gefühl, dass man konkurrenzfähig ist. Die große Frage ist aber, wie konkurrenzfähig im Vergleich zu den anderen. Es wird eng zugehen. Das ist sicher", meint der Teamchef des US-amerikanischen Teams. Auch im Longrun am Nachmittag zeigte Haas ein solides Tempo. "Das kann man immer noch schlechter einschätzen", so der Südtiroler, "aber insgesamt waren wir nicht so schlecht."

 

 

Die starke Leistung von Haas am Donnerstag in Barcelona gibt es Piloten und der Teamleitung Zuversicht. Können die Amerikaner die große Überraschung sein? "Mal abwarten", meint Magnussen. "Wir wissen nicht so genau, was die anderen zu leisten imstande sind. Sicherlich haben wir unser Auto im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Hoffentlich können wir entsprechend besser abschneiden." Wird Haas erster Verfolger von Mercedes, Ferrari und Red Bull? So denkt man in der Mannschaft von Gene Haas nicht.

Fortschritt ist Pflicht: Es muss ja nicht Platz vier sein

"Wir gehen an die Saison mit dem Ziel, unser Bestes abzuliefern. Wir setzen uns keine konkreten Ergebnisse zum Ziel", sagt Magnussen. "Wir müssen nicht zwangsläufig Vierter werden. Wir sollten allerdings nicht schlechter sein als im Vorjahr. Wir wollen einen Fortschritt darstellen. Das ist unser Ziel. Wir wollen nicht nochmal Achter werden. Wenn es am Ende also Rang sieben wird, dann sind wir zufrieden. Wir wollen Fortschritte, und zwar Rennen für Rennen."

 

Günther Steiner, Team principal Haas F1 Team
Günther Steiner, Teamchef Haas F1 Team

Foto Franco Nugnes - Omnicorse.it

 

Auf ganz konkrete Fortschritte in einem ganz konkreten Bereich wartet Teamkollege Romain Grosjean seit langer Zeit: Die Bremsen sind die Problemzone aus Sicht des Franzosen. Immer wieder mahnte er an, dass er kein Vertrauen in die Anlage finde. Jetzt plötzlich fühlen sich die Bremsen "unglaublich" an, meint Grosjean. "Wir haben es endlich zusammengebracht, haben mit unserem Partner hart gearbeitet, sind bei der Marke geblieben und haben Lösungen gefunden." Haas fährt 2018 weiterhin mit Bremsen von Carbon Industrie.

"Wir haben etwas am Material geändert", verrät Teamchef Steiner. "Das ist aber schon alles. Die letztjährigen Bremsen waren gut, aber vielleicht etwas inkonstant. Das hat ihn wahnsinnig gemacht. Andere Fahrer umfahren so etwas, aber es sind halt nicht alle gleich beim Gefühl mit der Bremse", schmunzelt der Italiener. "Am wichtigsten ist für ihn die Konstanz. Wir haben also die Beläge und Scheibe etwas angepasst. Das war alles. Jetzt geht's."

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