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Hamilton an Mercedes: "Ich will das gar nicht mehr hören!"

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Hamilton an Mercedes: "Ich will das gar nicht mehr hören!"
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Warum Lewis Hamilton glaubt, dass der frühe Reifenwechsel beim Grand Prix von Russland ein Fehler war, sein Team aber nach wie vor anderer Meinung ist

Lewis Hamilton war nach dem Grand Prix von Russland in Sotschi nicht gut zu sprechen. Erstens auf die FIA-Rennkommissare, die ihm in seinen Augen den Sieg gestohlen hatten. Und zweitens auf sein eigenes Team. Denn die Strategie, ihn schon in der 16. Runde zum Wechsel von Soft auf Hard reinzuholen, war dem späteren Dritten des Rennens ganz und gar nicht recht.

Max Verstappen und Valtteri Bottas (beide auf Medium gestartet) kamen erst in Runde 25/26 zum Boxenstopp und hatten damit im zweiten Rennabschnitt die viel frischeren Reifen. Dagegen war Hamilton chancenlos. Nach Verstappens Stopp lag er noch 5,8 Sekunden hinter dem Red Bull. Nach 53 Runden waren es 15.

"Ursprünglich hatten wir vor, in Runde 16 zu stoppen", erklärt Hamilton. "Zum Glück hatten wir dann aber bis Runde 6 ein Safety-Car. Ich ging davon aus, dass ich um sechs Runden länger fahren kann. Sie haben mich aber trotzdem in Runde 16 reingeholt, obwohl ich sicher war, noch mindestens fünf Runden fahren zu können. Das hätte mir den zweiten Stint etwas leichter gemacht."

Als sein Renningenieur Peter Bonnington "Box, Box" funkte, warf Hamilton sofort ein: "Meine Reifen sind aber noch in Ordnung." Doch sein Veto fand kein Gehör. Schon ein paar Runden später dämmerte ihm: "Ihr habt mich zu früh reingeholt. Jetzt muss ich mit den Reifen haushalten. Wird schwierig, damit bis zum Ende durchzufahren."

 

Zu dem Zeitpunkt war der 35-Jährige nach Absitzen seiner Strafen und der Meinungsverschiedenheit über die Reifenstrategie schon einigermaßen trotzig. Als ihm Bonnington Verstappens Rundenzeit durchgeben wollte, würgte er den Funkdialog einfach ab: "Ich will das gar nicht mehr hören! Macht eh keinen Unterschied ..."

Hamilton ist der Meinung, dass er mit einem längeren ersten Stint mehr Vorsprung rausfahren hätte können und im Feld nicht so weit nach hinten gefallen wäre. Außerdem hätte er einen kürzeren zweiten Stint als besser empfunden: "Meine Reifen waren am Ende tot. Die waren definitiv am Limit. Das ist eine Diskussion, die werden wir nachher führen müssen."

Doch Chef-Renningenieur Andrew Shovlin glaubt nicht, dass der Stopp in Runde 16 ein Fehler war. Die Herausforderung am Soft-Pirelli, mit dem Hamilton starten musste, sei in Sotschi gewesen, "dass er zwar ein relativ konstantes Gripniveau bietet - aber nur bis man die untere Schicht des Reifens erreicht. Dann verliert man plötzlich sehr viel Grip."

"Als wir Lewis hereingeholt haben, war auf seinem linken Hinterreifen nur noch sehr wenig Gummi übrig", erklärt er. "Er hätte damit vielleicht noch ein oder zwei Runden fahren können. Aber dann riskiert man, dass er plötzlich Grip verliert, wodurch andere Fahrer in sein Boxenstoppfenster gekommen wären."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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