Lärm-Comeback? Red Bull vs. Mercedes bei Motorenfrage für 2025

Weshalb Red-Bull-Teamchef Christian Horner ab 2025 wieder auf laute Motoren setzen würde, Mercedes-Teamchef Toto Wolff aber klar dagegen ist

Lärm-Comeback? Red Bull vs. Mercedes bei Motorenfrage für 2025

Die Hersteller der Formel 1 ringen um ein neues Motorenformat ab 2025. Einig ist man sich bisher aber nicht geworden. Das zeigt auch eine Szene aus der Pressekonferenz vor dem Grand Prix in Spielberg, wo Red-Bull-Teamchef Christian Horner und Mercedes-Teamchef Toto Wolff aufeinandertrafen: Beim Thema Antrieb der Zukunft gingen die Meinungen weit auseinander.

Horner vertrat zunächst die These, der Verbrennungsmotor habe eine Zukunft. Und er schlug vor: "Warum führen wir nicht einen Antrieb mit hoher Drehzahl und fantastischen Sound ein, den wir auch noch umweltfreundlich betreiben könnten? Ich denke, mit Biosprit und nachhaltigen Kraftstoffen wäre das möglich."

Er könne sich das eher vorstellen als eine Ausweitung der Elektrifizierung, die obendrein "politisch forciert" werde, so Horner weiter. Er stellt den Elektrifizierungstrend grundsätzlich in Frage: "Ist das wirklich der richtige Weg für die nächsten 25 oder 30 Jahre?"

"Ich glaube, die Formel 1 könnte eine Schlüsselrolle bei Kraftstoffen spielen, [weil] wir auf Nachhaltigkeit und null Emissionen hinarbeiten, mit einem hochdrehenden Antrieb, der Emotionen weckt", so erklärt er. "Wäre es nicht klasse, wir würden diesen Weg einschlagen? Ich bin mir sicher: Jeder Grand Prix würde vor vollen Rängen stattfinden."

Wolff vertritt eine ganz andere Meinung als Horner

Wolff aber wirkt nicht begeistert: "Ich würde Christian widersprechen. Wir denken zwar so, aber wir sind eben nicht mehr die relevanteste Generation."

Der Mercedes-Teamchef verweist auf das junge Formel-1-Publikum. "Man kann ja mal einen 18- oder 22-Jährigen fragen, welche Relevanz Lärm für ihn hat. Die Meisten konsumieren [die Formel 1] doch über unterschiedliche Endgeräte, bei denen die Geräusche nur eine kleine oder gar keine Relevanz haben."

Wolff will an dieser Stelle nicht falsch verstanden werden: "Ich persönlich mag [den Klang]. Ich hätte gerne einen Zwölfzylinder, der die Straße runterbrüllt. Aber: Wir sind eben ein Sport und wir sind ein Business."

Mercedes: Bloß nicht die Relevanz verlieren!

Deshalb laufe die Formel 1 Gefahr, "unsere gesamte Relevanz bei unseren Partnern, Sponsoren und Anteilseignern einzubüßen, wenn wir uns nicht mit der Umwelt und unserem Einfluss darauf befassen", sagt Wolff. Damit erteilt er Horners Vorschlag eine klare Absage.

Eine Rückkehr zu klassischen Verbrennungsmotoren könne sich die Formel 1 nicht erlauben. Das wäre in Wolffs Augen "die falsche Ausrichtung, wenn wir bedenken, wohin die Welt sich bewegt. Auch wenn wir laute Verbrennungsmotoren mögen", so Wolff. "Bleiben wir dabei, dann verjagen wir wahrscheinlich jeden einzelnen Geschäftspartner aus der Formel 1."

Und so steht derzeit im Raum, am aktuellen Turbo-Hybrid-Konzept festzuhalten, ab 2025 aber gänzlich auf nachhaltige Treibstoffe zu setzen. Außerdem könnte die Hybridkomponente verstärkt werden. Ein weiterer Kernpunkt des neuen Ansatzes ist eine deutliche Kostenreduzierung.

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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