Jost Capito: Williams-Windkanal "von der Basis her super"

Warum Williams zwar einen hochmodernen Windkanal zur Verfügung hat, aber erst jetzt und allmählich für das Formel-1-Projekt davon profitiert

Jost Capito: Williams-Windkanal "von der Basis her super"

"Von der Basis her" verfüge Williams über einen großartigen Windkanal, sagt Teamchef Jost Capito. Es sei nämlich die gleiche Anlage, wie sie auch Branchenprimus Mercedes nutze. Die Sache hat nur einen Haken: Williams habe vor der Übernahme durch Dorilton Captial kaum in den Windkanal investiert und müsse daher erst einmal nachrüsten.

Doch dieser Prozess läuft, versichert Capito bei 'Sky'. Er sagt: "Das haben wir in diesem Jahr angeschoben und das hat jetzt schon die ersten Auswirkungen."

Allerdings spüre Formel-1-Team Williams die Folgen der weltweiten Chipkrise: Manche Komponenten, mit denen man den Windkanal upgraden wolle, hätten "eine lange Lieferzeit". Konsequenz: "Es kommt nicht alles so schnell, wie wir das gerne hätten", räumt Capito ein.

Immerhin: "Wir haben schon einiges installiert und den Windkanal weiter verbessert, was jetzt auch schon in die Entwicklung für das nächstjährige Auto einfließt." Dann will Williams den nächsten Schritt machen und sich weiter dem Formel-1-Mittelfeld annähern.

Wo steht Williams in der Saison 2022?

Wie groß der Sprung nach vorne ausfallen werde, das sei "schwierig vorherzusagen", meint Capito, "weil jeder arbeitet im stillen Kämmerlein und arbeitet nach eigenen Vorstellungen, was die Ziele sein sollten für das Auto bezüglich Performance".

"Wenn die Autos im nächsten Jahr das erste Mal auf der Rennstrecke sein werden, dann sieht man, was wirklich bei rausgekommen ist und wer wo steht."

Man könne parallel zur technischen Entwicklung aber auch versuchen, sich in anderen Bereichen zu steigern, betont Capito. Er verweist konkret auf die Zusammenarbeit zwischen dem Rennteam vor Ort und der Belegschaft im Werk in England.

"Anhand der Ergebnisse der jüngsten Rennen sieht man, dass die Ergebnisse kommen. Und das ist das Wichtige für das nächste Jahr, dass wir uns in die Position versetzen, schnell weiterentwickeln zu können - egal, wo das Auto am Anfang steht", sagt Capito.

Motor und Getriebe kommen künftig beide von Mercedes

Fest steht in jedem Fall: Ab 2022 baut Williams das Getriebe nicht mehr selbst, sondern lässt zusätzlich zum Antrieb auch diese Komponente von Mercedes bereitstellen.

Warum, das erklärt Capito so: "Meiner Ansicht nach sind Motor und Getriebe eine Einheit, die müssen zusammen 100 Prozent funktionieren. Und wenn man das aus einer Hand bekommen kann, dann muss man das aus einer Hand nehmen."

Dagegen hatte sich Williams gesträubt, als es noch in Familienhand war. Nun aber, unter neuer Führung, schlägt das Team einen neuen Weg ein. "Das heißt jedoch nicht, dass wir keine Getriebeexpertise mehr haben", sagt Capito. "Die werden wir weiter haben, denn in Zukunft wird man sicher irgendwann auch mal wieder ein neues Getriebe selber entwickeln."

"Aber im Moment ist es die beste Position, dass man die komplette Antriebseinheit aus einer Hand bekommt." Das schont Entwicklungsressourcen bei Williams und reduziert potenzielle Fehlerquellen, weil die Komponenten künftig ideal miteinander harmonieren.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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