Viel Regen in Sotschi: Was passiert bei einer Qualifying-Absage?

Das Qualifying von Sotschi ist vom Regen bedroht: Rennleiter Michael Masi erklärt, wie das Szenario für Russland aussehen könnte

Viel Regen in Sotschi: Was passiert bei einer Qualifying-Absage?

Ob in der Formel 1 heute gefahren werden kann, ist absolut ungewiss. Das regnerische Wetter in Sotschi hat am Samstagmorgen bereits zur Absage des ersten Formel-2-Rennens geführt, und die Wetterprognose deutet nicht darauf hin, dass es im weiteren Tagesverlauf deutlich besser werden wird.

Weil das bereits abzusehen war, hatte die FIA bereits am Freitag reagiert und das erste Rennen der Formel 3 auf Freitagabend vorgezogen. Das hätte eigentlich am Samstagmorgen vor der Formel 2 stattfinden sollen und wäre mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls abgesagt worden.

Auch die Formel 1 musste reagieren und das dritte Training ebenfalls absagen! Offen ist die Austragung des Qualifyings für 14 Uhr. Laut Rennleiter Michael Masi könnte sich aber am Nachmittag ein Fenster öffnen, in dem das Wetter besser und Fahrbetrieb möglich ist.

"Der Ablauf für heute sieht so aus, dass wir erst einmal das Ziel haben, alle Sessions zu starten und aus operativer Sicht alles bereit zu haben - und dann schauen wir uns die Bedingungen zu der Zeit an", sagt Masi. "Die Vorhersagen meinen, dass es bis 13:30 oder 14 Uhr Ortszeit (12:30 bis 13 Uhr MESZ) so weiterregnet und dann besser wird."

Aus Formel-1-Sicht hat das Qualifying natürlich oberste Priorität. Wenn etwas gefahren wird, dann die Qualifikation für den Grand Prix. Sollte das aber nicht möglich sein, braucht die Formel 1 einen Ersatzplan. Und den hat sie.

Qualifying am Sonntagmorgen?

Die wahrscheinlichste Lösung im Fall einer Verschiebung wäre ein Qualifying am Sonntagmorgen. Das hat es in der Vergangenheit schon einige Male gegeben - zuletzt in Suzuka 2019, als ein Taifun die Strecke heimsuchte und man bereits im Vorfeld alle Aktivitäten am Samstag strich.

 

Das Wetter sollte dann theoretisch gut genug sein, um fahren zu können. Zwar ist auch für den Sonntag möglicher Regen in Sicht, der sollte dann allerdings nicht so stark werden. Sonntagmorgen fahren auch die Formel 3 und die Formel 2 jeweils noch ein Rennen, doch den Zeitplan umzuwerfen, sollte kein großes Problem darstellen.

"Sollte das Qualifying heute nicht stattfinden können, so wie wir es schon ein paar Mal zuvor gesehen haben, dann werden wir das Qualifying am Sonntagmorgen abhalten", bestätigt Masi.

Ergebnis des zweiten Trainings?

Sollte der Regen aber anhalten und auch eine Austragung des Qualifyings am Sonntag verhindern, könnte das Ergebnis des zweiten Freien Trainings am Freitag die Grundlage für die Startaufstellung liefern.

Das war in der Vergangenheit zwar nicht notwendig, doch den Plan hatte die FIA auch 2019 für Suzuka in der Schublade, wenn es kein Qualifying gegeben hätte.

Die Rennkommissare gaben am Freitag des Suzuka-Wochenendes bekannt, dass sie in dem Fall "ihre Befugnis gemäß Artikel 11.9.3.b des Internationalen Sportgesetzes ausüben und anordnen werden, dass die Startaufstellung für den Großen Preis von Japan auf der Grundlage der Klassifizierung des zweiten Trainings erstellt wird, wobei gegebenenfalls Strafen verhängt werden."

Das ist jedoch nur eine Eventualität, die die FIA nicht erwartet. Zumindest gab es bislang kein Statement in diese Richtung. Red-Bull-Sportdirektor Jonathan Wheatley hatte jedoch zu Beginn der Freitagssession mit der FIA über Funk über diese Möglichkeit gesprochen.

Sollte das der Fall sein, dann würde Mercedes von der ersten Startreihe aus losfahren, mit Valtteri Bottas vor Lewis Hamilton (zum Ergebnis). Dritter wäre Pierre Gasly (AlphaTauri) vor Lando Norris (McLaren).

Die Strafversetzungen von Charles Leclerc (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull) würden natürlich immer noch gelten, sodass sie von ganz hinten losfahren müssten.

Wie läuft es heute ab?

Viele Fans dürften sich bei den Bildern an Spa erinnert fühlen. Dort hatte Regen sogar das komplette Rennen beeinflusst. Immer wieder wurden Fans mit zahlreichen Verschiebungen hingehalten, um ein Wetterfenster zu suchen, bevor der Grand Prix schließlich nach wenigen Runden hinter dem Safety-Car abgebrochen wurde.

 

Das Training ist abgesagt, das Qualifying könnte man hingegen theoretisch so lange verschieben, bis die einsetzende Dämmerung eine Austragung unmöglich macht. "Der entscheidende Faktor wird das Licht sein", sagt Masi. "Sonnenuntergang ist hier 18:15 Uhr abends (17:15 Uhr MESZ), aber bei diesem Wetter wird das Licht schon deutlich früher schlechter. Das wird unser Schlusspunkt sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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