Zurück in die Zukunft: Grosjean wechselt auf Melbourne-Spezifikation

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Zurück in die Zukunft: Grosjean wechselt auf Melbourne-Spezifikation
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
11.07.2019, 17:19

Das Haas-Team experimentiert beim Grand Prix von Großbritannien mit zwei unterschiedlichen Aero-Paketen: Romain Grosjean wechselt auf das alte

Nach dem Tiefpunkt in Österreich ergreift das Haas-Team extreme Maßnahmen. Romain Grosjean wird in Silverstone mit dem Aerodynamik-Paket von Australien an den Start gehen. Den VF-19 des Franzosen hat das Team nach drei Nullnummern in Serie radikal umgebaut.

"Kevin fährt das Paket aus den letzten Rennen. Ich hingegen mit dem aus den Rennen eins bis vier", bestätigt Grosjean am Donnerstag. Diese Entscheidung traf das Team für das gesamte Wochenende, auch am Sonntag wird er damit am Start stehen.

"Für dieses Wochenende ist die Entscheidung gefallen. Der Umbau wäre zu umfangreich, daher werden wir damit das Wochenende bestreiten." Welche Teile sind davon konkret betroffen? "Wir fahren wieder mit der normalen Aufhängung. Der Unterschied im Paket: der Unterboden, die Nase, der Frontflügel, die Leitbleche, die Endplatte des Heckflügels", zählt Grosjean auf.

Grosjean: "Pace in den ersten Rennrunden schrecklich"

Haas sah sich nach dem desaströsen Rennen in Spielberg dazu gezwungen, tiefgreifende Maßnahmen zu setzen. Bereits seit der Einführung des Updates in Barcelona sei Grosjean damit nicht glücklich gewesen, gesteht er. Zwar hätten die Daten eine Verbesserung gezeigt, er konnte diese jedoch nicht spüren.

"Ich habe mich mit dem Ursprungspaket besser gefühlt, daher wollte ich darauf zurückwechseln. Die vergangenen beiden Rennen haben uns gezeigt, dass wir noch besser verstehen müssen, was da gerade passiert."

In Österreich gingen die Haas-Piloten auf den Rängen zehn und elf ins Rennen. Magnussen wäre ursprünglich sogar von Startplatz fünf losgefahren, bekam jedoch aufgrund eines Getriebewechsels eine Startplatzstrafe (fünf Plätze) aufgebrummt.

 

Foto: Gareth Harford / Sutton Images

Im Rennen konnten die beiden Piloten abermals keinen Grip verspüren. "Es fühlt sich so an, als würde es dauernd regnen. Besonders in den ersten Runden, da ist unsere Pace schrecklich, dann stabilisiert es sich und wir fahren mit Toro Rosso im Mittelfeld."

Überall verliere das Paket im Vergleich zur Konkurrenz, weshalb es schließlich auch auf dem Red-Bull-Ring gnadenlos rückwärts ging. Mit zwei Runden Rückstand kam Magnussen auf Rang 19 hinter George Russell im Williams ins Ziel. Grosjean schaffte immerhin noch Rang 16.

"Zu Saisonbeginn hatten wir im Qualifying eine gute Performance. Da hat es bei der Pace im Rennen gefehlt", weiß Grosjean. Mit dem neuen Paket habe er aber kein Potenzial mehr im Renntrimm gesehen. "Ich denke wirklich, dass ich das Beste in den vergangenen drei Rennen rausgeholt habe."

"Vielleicht kann ich mit meinem Arsch mehr fühlen"

Teamchef Günther Steiner hat nach Österreich mit den Piloten ein ernstes Wort gewechselt. "Er hat gemeint, dass wir etwas ausprobieren müssten. Ich sagte ihm, dass mein Gefühl mit dem Paket nicht wirklich gut ist und dass ich mit dem anderen glücklicher war. Daher wechseln wir darauf zurück."

Grosjean erhofft sich dadurch neue Erkenntnisse. "Vielleicht gibt es Dinge, die man nicht einfach messen kann, sondern die ich mit meinem Arsch fühlen kann. Wir werden sehen, ob uns das Paket mehr Optionen liefert, das Auto einzustellen, um schneller zu sein im Rennen."

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Er habe "Glück gehabt", dass in der Haas-Fabrik in Banbury noch ein alter Unterboden und andere alte Aero-Teile "hinter einem Regal" gefunden wurden. "Wir haben nun zwei Autos mit komplett verschiedenen Paketen, daher werden wir so viele Informationen wie möglich sammeln."

Nach dem Vergleichswochenende in Großbritannien soll für das kommende Rennen in Deutschland eine Richtungsentscheidung getroffen werden. "Wir wissen, was falsch läuft. Wir können es sehen. Wir wissen nur nicht, wie wir es beheben können."

Mit Bildmaterial von LAT.

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