Andre Lotterer: Formel E ist "mehr Philosophie als Sport"

Ein Vor-Ort-Besuch beim Formel-E-Saisonfinale in London riss WEC-Star Andre Lotterer nicht vom Hocker. Sollte er eines Tages in der Elektrorennserie starten, dann nicht des Fahrens wegen.

Als die Formel E Anfang Juli im Battersea Park von London das Finale ihrer zweiten Saison austrug, war Andre Lotterer als Gast vor Ort. Der dreimalige Le-Mans-Sieger in Diensten von Audi verfolgte die rein mit Elektroantrieb zurückgelegten Runden seiner Markenkollegen Lucas di Grassi und Loic Duval. Der Brasilianer und der Franzose sind neben ihrem WEC-Engagement für Audi auch Vollzeitfahrer in der Formel E für Abt beziehungsweise Dragon.

Das Interesse, selbst mal ein Formel-E-Auto zu bewegen, hält sich bei Lotterer allerdings in Grenzen. "Die Autos vorbeifahren zu sehen, ist nicht sonderlich beeindruckend. Das wissen wir aber alle", meint Lotterer im Gespräch mit Motorsport.com, fügt aber hinzu: "Die Kämpfe im Rennen sind ehrlich gesagt nicht so schlecht."

Bildergalerie: Formel E in London

Bei seinem Vor-Ort-Besuch in London hat Lotterer in der Stadt allerdings "keine Informationen über das Formel-E-Rennen gesehen" und im Battersea Park selbst "nicht viele Zuschauer gesehen", wie er anmerkt.

Formel-E-Engagement für die Hersteller unausweichlich

Zusammenfassend kommt der Audi-Werksfahrer aus der WEC zum Schluss: "Mein Interesse wurde geweckt, aber mehr in politischer als in sportlicher Hinsicht. Sollte das Ganze irgendwann Fahrt aufnehmen, dann wäre ich vielleicht dabei, aber dafür ist es noch ein bisschen zu früh."

"Das Fahren selbst ist meiner Meinung nach nicht der Punkt. Es ist kein Sport, sondern eine politische Sache", sieht Lotterer die Formel E nicht als ernsthaften Motorsport. Dies unterstreicht er damit, indem er sagt: "Man kann es nicht mit anderen Rennserien vergleichen. Es ist eine Philosophie."

Eines glaubt der Audi-Pilot aber mit Blick auf den Trend zum grüner werdenden Motorsport ganz fest: "Eines Tages werden sich die Hersteller dort (in der Formel E; Anm. d. Red.) engagieren müssen, um ihre Budgets im Motorsport zu rechtfertigen."

Das Gespräch führte Jamie Klein

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